Aktuelle Buchtipps

 

Andrea Wolfmayr, Vom Leben und Sterben des Herrn Vattern, Bauer, Handwerker und Graf

andreas.markt-huter - 04.06.2018

Titelbild: Andrea Wolfmayr, Vom Leben und Sterben des Herrn Vattern, Bauer, Handwerker und Graf„Der Mensch ist eine Fehlkonstruktion! – Es riecht nach Nieren. – Was wird bleiben? - Fetzen!“

Andrea Wolfmayr legt von Anfang an klar, dass es in diesem Roman mit den Beteiligten bergab geht. In einem fast pervers-dichten Kammerstück wohnen die Erzählerin Magdalena, ihr Mann Sepp und der alte Vati in Kleinhäusler-Position dicht an dicht aufeinander.

Julia Donaldson, Nelli Spürnase und die verschwundenen Bücher

andreas.markt-huter - 02.06.2018

Titelbild: Julia Donaldson, Nelli Spürnase und die verschwundenen Bücher„»Spürnase« wird sie von allen genannt, denn Nellis Geruchssinn ist stadtbekannt. Sie schnüffelt mal hier, sie schnüffelt mal dort. Geschah ein Verbrechen? Sie riecht es sofort.“

Nelli ist eine wahre Superhündin, die jedem Rätsel rasch auf die Spur kommt, sei es nun dem verschwundenen Honig, dem Nusswerfer vom Baum, dem Stinkehaufen neben der Tanne oder der Frage, wie eine Spinne in die Wanne gekommen ist.

Jörg Bibow / Heiner Flassbeck, Das Euro-Desaster

andreas.markt-huter - 01.06.2018

Titelbild: Jörg Bibow und Heiner Flassbeck, Das Euro-Desaster„In diesem Buch geht es um die konkreten Auswirkungen der Politik der Eurogruppe und der sogenannten Troika auf die Eurokrisenländer. Bis heute haben die meisten Beobachter nicht verstanden, was dort passiert ist und warum der Einbruch der Produktion so gewaltig war. Das liegt daran, dass überwiegend nicht gesehen wird, welch fatale Entwicklung von den Lohnsenkungen ausging, die mit staatlicher Austeritätspolitik kombiniert wurden.“ (9)

Europa scheint aus der wirtschaftlichen Krise und Stagnation nicht herauszukommen. Die Wirtschaftswissenschaftler Jörg Bibow und Heiner Flassbeck zeigen auf, weshalb sich die Verhältnisse in Europa nach der großen Finanzkrise 2008 im Vergleich zu den USA oder Japan nicht nachhaltig verbessert haben und vor allem die südlichen Länder der Euro-Zone immer tiefer in eine Katastrophe zu rutschen drohen.

Kristina Andres, Molle Maulwurf und die wilde Erdbeerjagd

andreas.markt-huter - 31.05.2018

Titelbild: Kristina Andres, Molle Maulwurf und die wilde Erdbeerjagd„Molle hatte seinen Klappstuhl hinunter zum Fluss getragen. Nun lag er gemütlich darin und hielt eine Angel ins Wasser. Mildes Sonnenlicht schien ihm auf den Pelz. Sommertage fühlten sich für den Maulwurf immer ganz besonders schön an.“ (8)

Molle der Maulwurf geniest das Leben am Fluss, wo er gemütlich in der Sonne liegt und seine Angel ins Wasser hält. Als ein schönes Brett angeschwommen kommt, nimmt er es rasch mit nach Hause und umrahmt des mit Nägeln. Als sein Freund Hugo der kleine Drache angeflogen kommt, wollen die beiden wissen, ob das Brett auch als Floß taugt.

Fritz Weilandt, Schwarz surren Kastagnetten

andreas.markt-huter - 30.05.2018

Titelbild: Fritz Weilandt, Schwarz surren KastagnettenEine Satire ist eine Erzählgattung, worin der Autor ein bisschen mehr schräg erzählen darf, ohne dass das Gericht einschreitet, weil der Begriff ja eine Warnung ist, hier nicht alles physikalisch oder psychologisch allzu genau zu nehmen. Im Volksmund ist ein Satiriker oft jemand, der kurz vor der Einweisung in eine Spezialklinik steht.

Fritz Weilandt erklärt gleich im Titel, wie bei seinen gut achtzig Mini-Erzählungen die Dinge zusammengehen, nämlich locker und gar nicht. In „schwarz surren Kastagnetten“ sind die einzelnen Wörter zwar scheinbar falsch angewendet, sie ergeben aber dennoch einen höheren Sinn. Und wenn man lange genug hinschaut, ist der Titel nahezu logisch, das ist nämlich die Hauptaufgabe der Satire, etwas Verrücktes schließlich für normal zu erklären.

Sara Holland, Everless - Zeit der Liebe

andreas.markt-huter - 29.05.2018

Titelbild: Sara Holland, Everless - Zeit der Liebe„Die meisten Leute fürchten den Wald. Sie glauben an die alten Geschichten über Feen, die die Zeit im Blut eines Menschen zu Eis erstarren lassen können, oder Hexen, die verbleibenden Lebensjahre mit nichts als einem Wispern in den Schnee vergießen. Es heißt sogar, der Geist des Alchimisten selbst streife durch die Wälder und sauge mit einem einzigen Atemzug ganze Ewigkeiten in sich hinein.“ (7)

In Crofton ist die monatliche Pacht fällig und die siebzehnjährige Jules Ember weiß, dass ihr Vater das geforderte Bluteisen nicht mehr aufbringen können wird. Die Bewohner von Sempera müssen ihre Abgaben an die mächtige Familie der Gerlings in Lebenszeit in Form von Bluteisen begleichen. Jules Vater ist schon seit längerer Zeit geschwächt und sie fasst den Plan, ihn mit ihrer eigenen Lebenszeit zu retten.

Andrei Mihailescu, Guter Mann im Mittelfeld

andreas.markt-huter - 28.05.2018

Titelbild: Andrei Mihailescu, Guter Mann im MittelfeldEine gutgemeinte Einschätzung eines Lebensstils kann letztlich einen schlechten Beigeschmack bekommen, wenn sie wörtlich genommen wird. Der gute Mann im Mittelfeld, der vielleicht als Fußballspieler ein Match drehen und gewinnen kann, wird im politischen Ambiente zur grauen Maus, die nichts anderes im Sinn hat, als zu überleben.

Andrei Mihailescu versucht die Schrecken der Ceausescu-Ära erträglich zu machen, indem er in Form eines Bildungsromans von einem Helden berichtet, der alles überlebt, weil er sich die passende Geschichte dazu erzählt. Dadurch gerät der Leser in einen seltsamen Empfindungsstress. Einerseits muss er die Ungerechtigkeit der rumänischen Diktatur ächten und die Menschenrechte aus dem Gefühlsfundus auspacken, andererseits bewundert er den heldenhaften Mitläufer, der als Überlebenskünstler dem Polizeistaat beinahe poetische Züge abgewinnt.

Verena Reinhardt, Die furchtlose Nelli, die tollkühne Trude und der geheimnisvolle Nachtflieger

andreas.markt-huter - 26.05.2018

Verena Reinhardt, Die furchtlose Nelli, die tollkühne Trude und der geheimnisvolle Nachtflieger„»Weißt du«, sagte Trude, »das Beste an dir ist, wie gut du stillhalten kannst. Niemand kann so gut stillhalten wie du, wenn dir ein Dutzend Messer um die Ohren fliegt!« »Das kommt daher«, sagte ihre beste Freundin Nell, »dass du die Messer wirfst. Wenn jemand anders mit Messern auf mich werfen würde, dann würde ich nicht so ruhig stehen bleiben …«“ (9)

Die tollkühne Trude ist eine bewundernswerte Messerwerferin und ihre Assistentin, die furchtlose Nelli, ist eine kleine Haselmaus. Beide gemeinsam sind Teil der illustren Truppe von Artisten im Wanderzirkus Woimick. Nach einer gelungenen Vorstellung eröffnet ihnen Zirkusdirektor Woimick, dass er den Hauptpreis, mehr als zweitausendvierhundertfünfzig Goldstücke im Lotto gewonnen habe. Am gleichen Abend wandert der Zirkus erstmals auf dem Luftweg weiter. Statt der üblichen Fahrt von zwei Wochen, sollte der Flug mit dem Zeppelin nur eine Nacht dauern.

Paul Jaeg (Hg.), GlutDruck

andreas.markt-huter - 25.05.2018

Paul Jaeg, GlutDruck. Texte der Gruppe SinnenbrandWenn ein Projekt GlutDruck heißt, hört man es zischen und brodeln, da hat man noch nichts gesehen. Und dann dreht man das Buch und am hinteren Cover sieht man vier Künstler springen, musizieren, performen und diskutieren.

Die Gruppe Sinnenbrand setzt sich aus Peter Assmann (Linz), Ferdinand Götz (Bad Ischl), Paul Jaeg (Gosau) und Richard Wall (Engerwitzdorf) zusammen. Ihr Konzept besteht aus dem Verschmelzen von diversen Kunstgattungen zu einem Glutvulkan, der an bemerkenswerten Orten ausbricht.

Birgit Antoni Rate mal! Was kann das sein?

andreas.markt-huter - 24.05.2018

Birgit Antoni Rate mal! Was kann das sein?„Das ist Carlos Kinderzimmer, er hat viele schöne Spielsachen. Gerade hat er einen großen Turm gebaut. Kannst du ihn finden?“

Ob im Kinderzimmer, auf der Baustelle, auf dem Bauernhof, in der Küche oder auf der Straße, für Kinder gibt es immer viel zu entdecken. Wenn nur die Schatten zu sehen sind, ist es oft gar nicht so leicht, die Gegenstände zu den verschiedenen Schatten zu erkennen. Schön, wenn es trotzdem gelingt.