Stephanie Tromly, Digby - Zu cool zum Sterben
„An so etwas wie Sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage glaube ich nicht. Keiner über dreizehn mit einer Internetverbindung kann allen Ernstes so einen Quatsch glauben. Aber mein elftes Schuljahr stellt den lebensrettenden Zynismus, den ich seit Jahren kultiviere, ernsthaft infrage.“ (5)
Zuletzt hatte Philip Digby gemeinsam mit Zoe Webster, auf der Suche nach einer vermissten Schulkollegin und nach seiner vor knapp zehn Jahren verschwundenen Schwester Sally, einen Drogenring hochgehen lassen. Nach einem Kuss war Digby für ein halbes Jahr verschwunden, ohne sich in dieser Zeit bei Zoe auch nur ein einziges Mal zu melden. Zoe ist es gelungen ihr gefühlsmäßiges Chaos wieder in den Griff zu bekommen und ist dabei, die Beziehung zu ihrem neuen Freund Austin, einem angesagten Footballstar an der High-School, zu vertiefen. Gerade in diesem Moment und als ob nichts geschehen wäre, taucht Digby wieder auf und bringt ihr Leben erneut ganz gehörig durcheinander.
Die idealen Gedichte verklären den Alltag durch Aufklärung und können deshalb unauffällig und ungespreizt auftreten.
„Jedes Element hat seine Geschichte, wann und wo es entdeckt wurde, was es kann und wie wir es nutzen. Begeben wir uns auf eine faszinierende Reise durch das Periodensystem und besuchen wir jedes einzelne seiner Elemente.“ (7)
Als die scheinbar ewigste Stadt der Welt besteht Rom einerseits aus lauter Kleinodien triefend vor Geschichte, andererseits aus brutalster Schwarzweiß-Szenerie wie in einer vom Staat aufgegebenen mexikanischen Stadt.
„Wir kommen vom Planeten Zabalulu. Ich bin Zoro. Superklug. Das ist Bastu. Der ist SOO stark. Und das ist Schlopp. Flippt schnell aus und macht Wickelwackel-Tänze, aber wir lieben ihn.“
Bevor die Chose mit dem echten Leben losgeht, gibt es für die Helden meist noch einen Erlebnisrausch, worin Ort, Zeit und Ziel völlig egal sind.
„Der schwarze Ratz machte eine unmerkliche Bewegung mit dem Kopf, wobei seine langen Schneidezähne im Mondlicht matt glänzten. Es sah aus, als ob er grinste. »Ich bin Schwarzpelz – euer neuer Häuptling!«, sagte der Schwarze mit tiefer, heiser Stimme. Gelbzahn hatte begriffen.“ (17)
„Seit der Aufklärung vor rund zweihundertfünfzig Jahren blieb noch jedes Luther-Jubiläum hinter ihr zurück. Nicht nur wegen des geradezu hysterischen Teufelsglaubens, dem der gläubig-abergläubische Professor huldigte und der bei diesen Feiern wohlweislich beschwiegen worden sein dürfte, wie so manches andere, was das Loben und Feiern hätte stören können.“ (24)
„Das Vergangene ist Teil unseres Lebens. Unsere heutigen Gesellschaften wurden durch das Handeln unserer Vorfahren geprägt, das seinerseits einer Kette von Ereignissen entsprang, die in versunkene Vergangenheiten führen. Das Ziel von »Geschichte« ist es, das Vergangene zu ordnen und begreiflich zu machen.“ (10)
Seit die Menschen Tag und Nacht online sind, heißt die häufigste Formel der Begegnung: Können wir den Termin verschieben? Dahinter steckt die Ahnung, dass man die Zeit nur besiegen kann, wenn man sie verschiebt.