Friedrich Hahn, Die Schaufensterfrau
Prekäre Arbeitsverhältnisse sind längst das täglich Brot einer ganzen Generation geworden und werden auch in der Literatur dementsprechend besungen. Aber gibt es abgesehen von Prostitution prekäre Liebesverhältnisse, worin die Helden und Heldinnen aus dem Glückstopf der Emotionen abgedrängt sind und sich mit Gefühlsbrosamen begnügen müssen?
Friedrich Hahn zeigt eine Frau, die gelernt hat, sich zurückzunehmen und im Hintergrund zu bleiben. Als Schaufensterfrau steht sie zwar im Rampenlicht, wenn sie gerade am Abend die Dekoration wechselt, am nächsten Tag freilich liegen wieder die Produkte im dekorierten Fokus, von der Schaufensterfrau ist weit und breit nichts zu sehen.
„Das ist Franz, er kommt nach Hause. »Puh«, seufzt er, »ich brauch ‚‘ne Pause.« Franz will lesen, ganz in Stille. Ihm fehlt nur noch seine Brille … Franz schlich sich durch Schloss und fluchte, weil er seine Brille suchte.
Wenn in der großen Politik nichts zu holen ist, stürzen sich die Menschen auf das kleine Glück und politisieren es. Die Hochzeit ist dabei das Parlament des kleinen Mannes und der kleinen Frau, darin können sich beide für einen Tag verwirklichen, ehe das Unglück wieder Fahrt aufnimmt.
„Y9 und ich waren wieder unterwegs zur Erde. Unser Raumschiff zischte durch die Milchstraße. Wie immer saß Y9 im Cockpit. Ich lümmelte gemütlich in meiner Magnet-Schale und schaute hinaus zu den Sternen. Ich wollte die Reise genießen.“ (11)
Manche Bücher bleiben als Manifeste in Erinnerung, da ist der Inhalt des Buches schon lange vergessen. Bertha von Suttners „Die Waffen nieder“ (1889) ist so ein Buch, das wahrscheinlich seit hundert Jahren nicht mehr gelesen aber umso häufiger zitiert worden ist.
„Wäre mein Leben ein Fernsehsender, würden rund um die Uhr nur traurige Filme laufen. Ich bin überzeugt, dass Grace alle Farben mitgenommen hat, als sie verschwunden ist. Ich bin überzeugt, dass Álvaro mir helfen kann, die Farben zurück in mein Leben zu bringen.“ (15)
Gedichte sind oft extremen Zeitangaben ausgesetzt, zum einen handeln sie von der Flüchtigkeit des Augenblicks, zum anderen von der in Worten nicht zu fassenden Ewigkeit.
„Luther war ein Streiter mit dem Wort und für die Worte Gottes, wie er sie in der Bibel las. Er schlug einen völlig anderen Weg ein. Und er ging diesen Weg entschlossen zu Ende, auch als er erkannte, dass dieser vielleicht zu seinem gewaltsamen Tod und auch dem vieler anderer Menschen führen würde.“ (7)
Süffisant verweisen Patrioten darauf, dass es in Tirol kaum Boulevard-Journalismus gibt, weil in diesem Land nur hochqualifizierte Journalisten in hochqualifizierten Medien für ein hochqualifiziertes Publikum schreiben.
Herr Schmidt ist Koch und zeigt, dass sein Beruf auch akrobatische Facetten aufweist, wenn er als Kenner seines Fachs mit gekonntem Pfannenwurf die Omelette in der Luft wendet.