Aktuelle Buchtipps

 

Michael Poore, Der raffinierte Mr. Scratch

h.schoenauer - 16.10.2014

Am ehesten kriegt man das Unvorstellbare in den Griff, wenn man es zur Hauptfigur macht, die die Episoden authentisch vorantreibt. So lässt sich die Geschichte manchmal nur von der schwarzen Seite aus beschreiben, wenn die offizielle zu grell überblendet ist.

Michael Poore schickt seinen Satan in Gestalt des Mr. Scratch durch die amerikanische Weltgeschichte, denn die Welt ist amerikanisch, zumindest die teuflische. Mr. Scratch ist fieser Fernsehmoderator und wird ununterbrochen niedergeschossen, was ihm aber nichts  ausmacht, weil er ja der Teufel ist.

Olivia Vieweg, Huck Finn

h.schoenauer - 15.10.2014

Jede Gesellschaft spuckt für jede Epoche einen zeitgenössischen Huckleberry Finn aus. Dabei müssen auch moderne Finn-Helden jeweils vor einer Witwe fliehen und auf dem persönlichen Mississippi dem eigenen Glück und der Freiheit entgegenfahren.

Olivia Vieweg verlegt ihre aktualisierte Story um den Außenseiter Finn in das Mitteldeutsche Halle an der Saale. Dort spielt die nachrückende Generation auf den Dächern und überlegt, auf wen sie Flaschen hinunterwerfen könnte. Finn muss immer wieder das doofe Spiel abbrechen, weil er zu seiner Witwe heim muss, die mit ihm restlos überfordert ist.

Angela Schwarz, Industrielle Revolution – Industrialisierung

andreas.markt-huter - 14.10.2014

„Eine geräuschlose Revolution? Ohne Kämpfe, ohne Umstürze, nur in Teilbereichen, eher unauffällig über einen langen Zeitraum: Kann das als die größte Revolution seit der Sesshaftwerdung der Menschheit in der Steinzeit […] gedeutet werden?“

Die tiefgreifenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen des Lebens der Menschen durch die industrielle Revolution steht im Mittelpunkt des Sachbuches, das sich vor allem an Schülerinnen und Schüler der Oberstufe richtet und das Thema in einer verständlichen Sprache, gut strukturiert aufarbeitet.

Erhard Dietl, Gustav Gorky - Die Dinos sind los

andreas.markt-huter - 13.10.2014

„Die schreckliche Situation ereignete sich bei meinem dritten Besuch auf dem Blauen Planeten, und den hatte ich mir eigentlich ganz anders vorgestellt. Aber am besten erzähle ich dir die Geschichte von Anfang an.“ (11)

Y3, der Reporter für das Nachrichten-Magazin „DER URKNALL“ vom Planeten Gorky und der von den Erdlingen „Gustav Gorky“ genannt wird, unternimmt, diesmal begleitet von seiner Chefin und seinen Kollegen, wieder einmal eine Reise auf die Erde. Gorky will ihnen seine Freunde von der Erde, die Familie Bröselmann, vorstellen. Doch dann entwickelt sich doch alles anders als geplant.

Siegfried Nitz, Fieber 68

h.schoenauer - 12.10.2014

Die heutigen Kids sind vom Revolutionsjahr 1968 etwa so weit entfernt, wie es die die damaligen 68er Revolutionäre vom Spartakusaufstand 1919 in Berlin waren. So eine Zeitachse muss man sich durch den Kopf legen, wenn man einen Roman über das Jahr 1968 halbwegs einordnen will.

Siegfried Nitz mildert das Fieber 68 in zweifacher Hinsicht, erstens sind die Protagonisten des Romans noch während ihrer hitzigen Zeit gealtert und zweitens ist die 68er Bewegung nur als verklemmtes Hüsteln nach Südtirol gekommen.

Erich Weidinger (Hg.), Schneller als die Angst

andreas.markt-huter - 10.10.2014

„Ich musste an Opa denken. „Ein guter Tag fängt morgens an“, hatte er immer gesagt, wenn er mit mir zum Angeln ging. Früher, als er noch nicht im Pflegeheim wohnte, als er noch wusste, wer er war und für jede Gelegenheit ein passendes Sprichwort parat hatte.“ (6)

Neun Kurzkrimis mit zum Teil überraschendem Ausgang von neun österreichischen Autorinnen und Autoren mit jugendlichen Themen und Geschichten, sei es nun Mobbing durch andere Schülerinnen und Schüler oder das tragische Ende in einem Schönheitswettbewerb.

Hans Magenschab, Der Große Krieg

andreas.markt-huter - 09.10.2014

„Das Attentat von Sarajevo war der dilettantischste Tyrannenmord der Neuzeit; denn mit dem österreichischen Thronfolger starb der am wenigsten kriegsbesessene Politiker seiner Zeit – ohne Tyrann gewesen zu sein. Dass sich aus dem Gymnasiastenspiel am Veitstag ein Weltenbrand entwickeln könnte, hielten die Menschen anfangs für die unwahrscheinlichste Variante.“ (76)

Der amerikanische Historiker Georg F. Kennan nannte den 1. Weltkrieg die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“, weil ohne ihn auch der 2. Weltkrieg nicht denkbar gewesen wäre. Hans Magenschab zeichnet ein historisches Bild von der österreichischen Vorgeschichte zum 1. Weltkrieg, über den Kriegsverlauf im Osten und Süden des Vielvölkerreiches bis zum endgültigen Untergang der Habsburger Monarchie und der Unterzeichnung des Friedensvertrags in St. Germain.

Stephan Pastis, Timmy Flop

andreas.markt-huter - 08.10.2014

„Ich sollte ein Wörtchen zum Floppomobil sagen. Eigentlich heißt es gar nicht Floppomobil. Offiziell heißt es Segway. Und es gehört meiner Mutter. Sie hat es bei einer Tombola gewonnen. Und sie hat die Bedingungen genannt, unter denen ich es benutzen kann. „Unter gar keinen Bedingungen!“ Das kann man so oder so verstehen, finde ich.“ (14f)

Timmy Flop ist ein junger Schüler, in Wirklichkeit aber der beste Detektiv der Stadt, vielleicht sogar des ganzen Landes, wenn man seiner eigenen Einschätzung trauen darf. Gemeinsam mit seinem Partner, einem 700 Kilogramm schweren Eisbären löst er einen Fall nach dem anderen wie z.B.: Wer hat die Süßigkeiten seines Mitschülers Gunnar gestohlen?

Lars Deile / Frank Oliver Sobich, Arbeitsblätter im Geschichtsunterricht

andreas.markt-huter - 07.10.2014

„Unsere These ist: Das Arbeitsblatt ist eine mediale Revolution des Unterrichts, deren Bedeutung bis heute nicht angemessen reflektiert wurde – und deren Potential darum bis heute nicht ausgeschöpft wurde.“ (5)

Mit dem Buch „Arbeitsblätter im Geschichtsunterricht“ sollen nicht nur die didaktischen Möglichkeiten und die vielfältigen Einsatzgebiete von Arbeitsblättern vorgestellt sondern auch die Lehrerinnen und Lehrer dazu angeregt werden, selbst Arbeitsblätter zu produzieren, um die wirklichen Vorteile dieses Mediums für den Schulunterricht erst richtig entfalten zu können. Dabei greifen die Autoren nur auf Selbsterprobtes zurück.

Bettina Obrecht, Plötzlich Schwestern!

andreas.markt-huter - 06.10.2014

„Wenn man Geschwister hat, muss man offenbar immer so tun, als würden die nerven, während man sie in Wahrheit richtig klasse findet. Er wäre für mich mal beruhigend gewesen zu wissen, dass Geschwister wirklich nur nerven. Dann hätte ich mich gefreut, dass ich ein Einzelkind bin.“ (5)

„Plötzlich Schwestern“ erzählt die Geschichte einer sogenannten Patchwork-Familie, den Schwierigkeiten zweier Mädchen sich in dem neuen Umfeld zurecht zu finden, den Abneigungen und Gehässigkeiten aber auch den Kränkungen und der Verletzlichkeit, die ein Trennung von Eltern mit sich bringt. Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht der beiden Kinder Mia und Kelly.