Aktuelle Buchtipps

 

Nora Frisch, Notizen zum Alltag in China

andreas.markt-huter - 11.11.2014

„Ihr Kompass zeigt nach Süden. Sie schreiben in Bildern und essen mit Stäbchen. Sie trauern in Weiß und heiraten in Rot. Der Nachname steht vorne. Die Suppe kommt dafür zum Schluss. In China ist vieles anders.“ (7)

Es sind die Dinge des Alltags, welche die verschiedenen Kulturen voneinander unterscheiden. Manche Unterschiede lassen sich schon auf den ersten Blick erkennen, andere bleiben den Außenstehenden oft ein ganzes Leben lang verborgen. China, das große Land im fernen Osten, öffnet sich immer mehr dem Blick der Europäer und immer mehr Menschen beginnen sich für die große und fremde Kultur Chinas zu interessieren.

Friedrich Hahn, Wie es im Buche steht

h.schoenauer - 10.11.2014

Ein Buch geht üblicherweise nach hinten oder nach vorne los. Nach hinten schauen die Romane wie Tagebücher und erzählen dabei von bereits geschehenen Ereignissen, nach vorne blicken die prognostischen Romane und liefern eine Art Drehbuch, wie die Zukunft ablaufen könnte.

Friedrich Hahn vereint in seinem Roman „Wie es im Buche steht“ beide Erzählrichtungen, zum einen kriegen die Helden ein Schicksal, als ob sie alles realiter erlebt hätten, zum anderen aber steht alles, was noch passieren wird, in einem Buch, das quasi mit Leben abgearbeitet werden muss.

Robin L. LaFevers, In der Höhle des Basilisken

andreas.markt-huter - 08.11.2014

„Als sie fertig gelesen hatte, war Tante Phil blass geworden. Und da sie so schnell keine Angst bekam, wusste Ben, dass das ein schlechtes Zeichen war. „Was ist ein Basilisk?“, fragte er vorsichtig. „Der König der Schlangen“, antwortete sie knapp.“ (13f)

Benjamin Wood, seine Tante Phil und seine neue Freundin, der Gremlin Smieri befinden sich auf ihren Kamelen auf dem Weg durch die Wüste Nordafrikas, als sie ein dringendes Telegramm erreicht. Der Basilisk, der König der Schlangen ist aus seiner, vom Volk der Dhughani bewachten, Höhle entflohen und nur Tante Phil weiß, wie man das überaus giftige und gefährliche Tier wieder einfangen kann.

Andrea Drumbl, Narziss und Narzisse

h.schoenauer - 07.11.2014

Das Kind schaut so lange in den Blumentopf, bis darin Narziss und Narzisse lebendig werden. Was als reine Verzierung des Balkonsimses gedacht ist, entwickelt sich zu einer Tragödie von selbstverliebten bodenständigen Figuren, die ihr Leben lang in sich angewurzelt bleiben.

Andrea Drumbl lässt ihren Roman in einem vegetativen Bogen zwischen Sommer und nächstem Frühjahr ablaufen. Von vorne herein ist klar, dass es gewisse Jahreszeiten gibt, denen man nicht entkommt. Das Schicksal der Menschen läuft ab wie die Zwiebelkomposition von Narzissen, nur dass sich mythologisch zwischendrin Selbstreflexionen bis hin zur Selbstbespiegelung draufsetzen lassen.

Robin Jarvis, Dancing Jax – Auftakt

andreas.markt-huter - 06.11.2014

Er riss die Augen auf und hielt den Atem an. „Sieh dir das an“, flüsterte er ehrfurchtsvoll. „Und in der Kiste ist noch viel mehr davon! Jede einzelne ist bis oben hin voll damit.“ Sheila richtete den Blick auf das Ding in seinen Händen und hätte vor Überraschung und Erleichterung beinahe laut losgelacht. „Aber das ist ja nur ein Buch“, rief sie aus. „Nur ein … ein Märchenbuch für Kinder!“ (36 f)

Die Außenseiter und Gelegenheitsdiebe Jezza, Sheila, Miller und Tommo brechen in ein verfallenes Haus ein, wo sie sechs alte Kiste voll mit Büchern mit dem Titel „Dancing Jacks“ entdecken. Bald schon beginnen sich in der englischen Kleinstadt Felixstowe die Menschen zu verändern und merkwürdige Dinge zu ereignen.

Richard David Precht, Anna, die Schule und der liebe Gott

andreas.markt-huter - 05.11.2014

„Dieses Buch ist für Eltern geschrieben. Es möchte ihnen Argumente liefern, um gegen die bestehende Praxis aufzubegehren, die vielen von ihnen Kopfschmerzen bereitet und sie oft ohnmächtig zurücklässt.“ (10)

Wie hat sich unser Schulsystem zu dem entwickelt, was es heute ist? Welche methodischen und didaktischen Formen des Unterrichts sind nicht mehr zeitgemäß und stehen dem Wesen von Kindern diametral entgegen? Wie müsste eine Schule aussehen, in der die Erkenntnisse der Entwicklungs- und Lernpsychologie berücksichtig und umgesetzt werden. Auf all diese Fragen versucht Philosoph Richard David Precht verständlich, engagiert und wortreich Antworten zu finden.

Lorenz Pauli, Da bist du ja!

andreas.markt-huter - 04.11.2014

„Wie war das am Anfang?“, fragte das Kleinere. „Was genau?“, wollte das Größere wissen. „Meinst du den Anfang der Geschichte? Oder den Anfang der Welt? Oder den Anfang aller Gedanken?“ „Unser Anfang!“, sagte das Kleinere.

Vor dem Hintergrund einer Galaxie und eines Sternensystems toben zwei außergewöhnliche Lebenwesen, das Größere und das Kleinere, vergnügt durch den dunklen Himmel. Beide sind sichtlich zufrieden, aber das Kleinere ist noch dazu sehr neugierig und will wissen, wie ihre Beziehung angefangen hat und welches Ziel sie verfolgt.

Stanislav Struhar, Das Gewicht des Lichts

h.schoenauer - 03.11.2014

Vielleicht erleben wir immer neue Abschnitte bloß deshalb, um die alten zu vergessen.

Stanislav Struhar macht sich mit dem Roman „Das Gewicht des Lichts“ an eine ungewöhnliche Aufgabe heran. Durch die pure Kraft des sommerlichen Lichts versucht ein etwas lebenswackelig gewordener Held wieder Gelassenheit zu finden im Zentrum der eigenen Protuberanzen.

Cressida Cowell, Drachenzähmen leicht gemacht

andreas.markt-huter - 31.10.2014

„Hicks der Hartnäckige vom Hauenstein der Dritte war ein Schwertkämpfer, ein Drachenflüsterer und der größte Wikingerheld, den es je gab. Doch in seinen Memoiren schaut er zurück auf die Zeit, als er noch ein ganz normaler Junge war …“ (2)

Die jugendlichen der Insel Wattnbengel machen sich daran ihre Reifeprüfung zum Drachenmeister abzulegen, um vollwertige Mitglieder des Stammes der Räuberischen Raufbolde zu werden. Angeführt sollen sie von Hicks der Hartnäckige vom Hauenstein der Dritte werden, dem Sohn des Häuptling. Ihre erste Aufgabe besteht darin, einen Drachen zu fangen. Nur zu blöd, dass alle Jungen Hicks für nutzlos und als Anführer für völlig ungeeignet halten.

Jürg Schubiger, Nicht schwindelfrei

h.schoenauer - 30.10.2014

Wir haben jede Menge Lehrbücher für Kinder und Jugendliche darüber, wie man Wissen und Erkenntnis erlangt und eine Persönlichkeit aufbaut, wir haben aber kaum Lehrbücher, die zeigen, wie man das Wissen wieder zur Ruhe bettet und seine Persönlichkeit auflöst.

Jürg Schubiger zeigt mit seiner poetischen Figur eines etwas derangierten älteren Herrn, wie sich vielleicht das Umfeld verändert, wenn eine Persönlichkeit sich in Gedächtnis-Fransen verliert.