Andrea Drumbl, Die Vogelfreiheit unter einer zweiten Sonne
Die Vogelfreiheit ist ein zweischneidiges Schwert, zwar ist optisch auf den ersten Blick alles eitler Sonnenschein, aber noch vor dem Horizont sind Fallen und dunkle Wolken aufgebaut.
Andrea Drumbl wählt bewusst einen barock-komplizierten Titel, denn ihre Figuren denken die griffigen Bilder aus Kindheit und Glückskunde zu Ende und kommen dabei an den Abgrund der Schönheit. „Die Vogelfreiheit unter einer zweiten Sonne, weil die erst scheint zu schön“ führt hinein in jenes Gebiet, wo das Oberflächliche an seine Grenzen kommt und der Tiefgang von was auch immer beginnt.
„Am Abend erzählte Papa Kaninchen seinen Kindern vom Weihnachtsmann. „Wisst ihr nun, worüber er sich besonders freut?“ „Ja!“, sagte Pauli. „Er freut sich, wenn wir anderen helfen.“ „Und wenn wir teilen!“, riefen Manni und Lina. „Und wenn wir uns lieb haben“, fügte der große Max hinzu.“
„Dieses Buch zeigt, wie unser Einfallsreichtum die Entwicklung immer mehr beschleunigte. Mit Erfindung des Ackerbaus vor etwa 10 000 – 12 000 Jahren veränderten unsere Vorfahren ihre Umwelt. Einige Tausend Jahre später hatten wir Städte erbaut, die Schrift erfunden und Fahrzeuge entwickelt, die überraschend schnell fuhren.“ (9)
Jedes Jahr am Heiligen Abend ist Karlchen schrecklich aufgeregt. „Wann wird es endlich dunkel?“, fragt er gleich nach dem Aufstehen, und: „Wie lange dauert es noch bis zur Bescherung?“
Je unübersichtlicher die globale Verknüpfung der Lebensabläufe ausfällt, umso realistischer werden die Robinsonaden, die wir an manchen Tagen wie Überlebensbücher lesen.
„Zwei große Flüsse fließen durch den Nahen Osten Richtung Süden: Euphrat und Tigris. Das Land zwischen diesen Strömen wird oft als Wiege der Zivilisation bezeichnet. Hier entstanden ab etwa 3500 v. Chr. die ersten Städte, Staaten und Weltreiche.“ (6)
Im Kunstbetrieb getraut sich das betrachtende Subjekt heutzutage oft nicht mehr zuzugeben, dass es von einem Bild berührt wird ohne intellektuelle Zwischenschaltungen.
Jugendromane sind letztlich an keine Spielregeln gebunden wie die sogenannten Erwachsenenromane, daher darf in ihnen kreuz und quer all das erzählt werden, was sonst verschwiegen wird.
Das pure Gefängnis ist letztlich ein Zeitloch, in das der Gefangene gestürzt wird.
„Ritter Tobi und der kleine Drache Hoppla leben auf Burg Funkelstein. Dort gibt es noch mehr Ritter. Und weil die gerne gegen einen so kleinen Drachen kämpfen würden, muss Tobi seinen Freund immer gut verstecken.“ (5)