Kathrin Schärer, Wenn Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen

Die Redensart "wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen" bezeichnet für gewöhnlich einen einsamen, weit abgelegenen Ort, außerhalb der Stadt.
Was aber tatsächlich passiert, wenn sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen, darüber hat sich Kathrin Schärer in ihrem unterhaltsamen Kinderbuch mit dem gleichlautenden Titel so ihre Gedanken gemacht.
Kulturelle Botschaften gehen oft geheimnisvolle Wege. So lebt einer der besten Kenner des Nomaden-Volkes der Tuareg in Innsbruck.
Gute Geschichten sind meist durch eine gemeinsame Fließrichtung untereinander verknüpft, wie ein Strom rinnen die einzelnen Episoden abendfüllend dahin, und tauchen schließlich unter im Meer des Geschichtenschatzes.
Manche Namen lösen schon bei der bloßen Aufrufung ein ganzes Programm aus. So geht bei Heidi jeweils ein Heimatfilm ab, während wir Leser bei Kirk sofort in die Zukunft oder gar in den Weltraum gebeamt werden.
Manche Orte sind untrennbar mit der eigenen Kindheit verbunden. Verschwindet die Kindheit, verschwinden auch die maßgeblichen Orte dafür.
"Es gibt wahrscheinlich kaum eine Bibliothek ohne ein Bilderbuch zum Thema Bauernhof, wo Kinder Tiere, Geräte und Gebäude entdecken und sich ein erstes Bild über die Natur am Land machen können.
In jedem Menschen steckt ja auch ein ziemliches Stück Tier, und wenn die tierischen Umstände Überhand nehmen, bleiben vom Menschlichen oft nur noch Restbestände.
Kann man von einem knapp zwanzig jährigen Autor als Leser etwas Aufregendes fürs Leben lernen? - Und wie, wenn der Autor frech und ungezwungen das Leben ausleuchtet!
Oft verdichten sich in der Geschichte ganze Imperien zu einer Stadt und stellen auf konzentriertem Raum Kultur, Lebensform und Ideologie zur Schau.
Das Wort vergessen ist eine raffinierte Sache, einerseits kann damit alles gemeint sein, was man nicht mehr im Gedächtnis auffindet, zum anderen ist es eine Tätigkeit, etwas elegant zum Verschwinden zu bringen.