Daniel Fehr Ich und der Zauberwürfel
„Heute habe ich einen Würfel gefunden. Einen schönen Würfel. Mit sechs Farben. Auf jeder Seite eine. Der Würfel besteht aus vielen kleinen Würfeln. Sie lassen sich drehen. Von einer Seite zur anderen. So verändert sich der große Würfel: Stück für Stück.“
Ein ganzes Kinderbuch zum Zauberwürfel und über die verrücktesten Methoden den Würfel zu lösen. Dabei beginnt alles mit einem Kind, das einen Zauberwürfel in einer Kiste mit alten Spielsachen entdeckt. Der Würfel mit sechs verschiedenen Farben lässt sich ganz leicht in alle möglichen Richtungen verdrehen, aber die richtigen Farben auf dem Würfel wiederherzustellen erweist sich als alles andere als leicht.
Meist sind es die Antriebskräfte Aufbruch und Ausklang, die Menschen Gedichte formen lassen, um für sich etwas Klarheit zu schaffen über die seltsamen Vorgänge rund ums Leben.
„Auf meinem Spaziergang heute Morgen habe ich einen besten Freund gefunden. Sonst finde ich immer nur Kiefernzapfen und jetzt plötzlich einen besten Freund. Das glaube ich zumindest. Es sieht ganz so aus.“
Das Jahr ist ein Teig, aus dem der Künstler unermüdlich seine Kekse heraussticht. Allmählich bildet sich daraus ein Selbst, eingespannt zwischen den Kunst-Schaffenden und den Kunst-Konsumierenden.
„Vor langer, langer Zeit gab es zwei Winter: Die Große Winterschwester und die Kleine Winterschwester. Die Große brachte die Unwetter mit, die Stürme, das Schneetreiben, die bitterkalten Nächte, die nicht einmal mit Feuer zu wärmen vermochten. […] Die Kleine Winterschwester, das waren die Seen, die noch vor dem ersten Schneefall zufroren, sodass man darauf Schlittschuh laufen konnte, die Schneeballschlachten, die Schlittenfahrten, der Wintermarkt und das Julfest.“ (S. 9)
Bilderbücher sind für kleine Kinder eine hervorragende Möglichkeit ihre Sprache zu schulen und soziale Interaktion zu üben. Helga Bansch eröffnet in ihrem Bilderbuch „Wer mag die Maus?“, das sich an die kleinsten Leserinnen und Leser richtet, eine Fülle an Kommunikationsmöglichkeiten.
Stille ist in der Literatur ein magischer Raum, der das Ich umschließt, ohne es zu bedrücken. Im Gegenteil, Stille fordert die Reduktion auf das momentan Wesentliche geradezu heraus. Die Dauer dieses Zustands kann ein paar Tage dauern wie bei der „Stillen Zeit“ um Weihnachten herum, oder einer ganzen Epoche den Stempel aufdrücken, wie in Henry Millers Roman „Stille Tage in Clichy“.
„»Wir haben alle gehofft, dass es noch etwas länger dauert. Dass wir mehr Zeit haben.« Dabei war es lächerlich. Alle Zeit der Welt hätten nicht gereicht, um etwas an der Tatsache zu ändern, dass Cassandra Hyde die Letzte ihrer Art gewesen war. Die letzte Ripari. Und dass wir ohne sie wortwörtlich vor einem unlösbaren Problem standen. Ein Problem, das nicht nur meine Familie betraf, sondern, so dramatisch es auch klingen mochte, die ganze verdammte Menschheit.“ (S. 39)
Ein Dorf ist in der Fiktion ein gern gesehener Ort, um darin Idylle, Schrecken, Wokeness oder Klimaschutz in Szene zu setzen. Mit Wimmelbildern der Kindheit wird dieser Ort gerne als analoge Wunderwelt dargestellt, worin sich die erwachsen gewordenen Kinder später einmal zurückziehen werden. Die Wirklichkeit ist freilich auch in Romanen alles andere als eine heile Welt.
„Was kleine Luchse alles lernen müssen: Schleichen in der Dämmerung, / jederzeit bereit zum Sprung, / klettern und auf Rotwild lauern, / mag es noch so lange dauern. // Mäuse meilenweit entdecken, / sich im Unterholz verstecken, / heimlich vor den Menschen fliehen / und aus Vorsicht weiterziehen …“ (S. 5)