agnes heller, was ist komisch?„Dieses Buch sollte als Versuch gelesen werden, über das Phänomen des Komischen im Allgemeinen philosophisch nachzudenken. Soviel ich weiß, ist dies der erste Versuch, dies zu tun. […] Mein Buch soll keine Zusammenfassung sein, sondern eine Ouvertüre. Es ist nicht provokant, auch wenn Form und Inhalt vielleicht stellenweise provokant wirken. Ich hoffe, es wird angefochten, zurückgewiesen oder lächerlich gemacht. Nur dann kann ich von einem Erfolg ausgehen.“ (S. 9)

Ágnes Heller stellt ihr Nachdenken über die Komödie in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen und bezieht sich dazu auf Romane, Komödien, Gemälde oder Filme, die sie selbst gelesen oder gesehen hat. Unabhängig von Sekundärliteratur versucht sie dazu ihr eigenes Verständnis der jeweiligen Kunstwerke darzulegen und „über komische Phänomene nachdenken und nicht bloß Informationen darüber sammeln“ (S. 9).

michael dyson u.a., political_correctness„Politische Korrektheit geht von der Prämisse aus, dass Ungleichheiten, die lange Zeit als natürlich gegolten hatten, so wie Geschlechter- oder Rasseungleichheiten, dem Auge des Betrachters deshalb weitgehend entzogen waren, weil diese Ungleichheiten der Weltsicht und den Interessen von Weißen, Christen und Männern dienten. Diese Ungleichheiten haben tiefe Wurzeln in die Sprache geschlagen …“ (S. 19)

Das Streitgespräch zum Thema „Political Correctness“ fand 2018 im Rahme der Munk-Debatten statt, die sich in Kanada zu einem wichtigen politischen Ereignis der öffentlichen Diskussion entwickelt haben. Dabei werden vor einem Live-Publikum Diskussionsteilnehmerinnen und -teilnehmer zur Debatte eingeladen, die auch in nationalen und internationalen Medien übertragen werden.

thomas antonic, wolfgang bauerSelbst der emsigste Literaturforscher muss sich im Laufe seines Lebens auf ein paar Auserwählte beschränken, die er allumfassend beforschen kann. Ein sterblicher Leser muss sich bei jedem dieser Monumente auf ein paar persönliche Zugänge beschränken, denn jede aufgeschriebene Biographie ist mindestens so groß wie das eigene Leben des Lesers.

Thomas Antonic arbeitet schon seit über einem Jahrzehnt an seinem Wolfgang Bauer, den er sich deshalb ausgesucht hat, weil dieser trotz Genialität vor und nach dem Tod in die Wahrnehmungs-Ecke gestellt worden ist. Die Theater-Österreicher haben sich lieber um den Loden-trächtigen, letztlich handzahmen Thomas Bernhard geschart, statt den flapsig-frechen, garantiert grausamen Wolfgang Bauer auf die Bühnen zu lassen.

christoph türcke_lehrerdämmerung.jpg„Gelernt wird heute eigenständig, beweglich, kreativ, weder Lehrern zuliebe noch nach Schablonen oder im Gleichschritt. So etwa klingt das Lied der «neuen Lernkultur». Ein vielstimmig gemischter Chor von Bildungsexperten singt es seit einigen Jahren mit wachsender Lautstärke.“ (S. 7)

Christoph Türcke setzt sich kritisch mit der gegenwärtigen Lernkultur an Schulen auseinander, in denen Lehrer zunehmend als Lernbegleiter verstanden werden und Lerninhalte an Kompetenzen und den neuesten Erkenntnissen der Hirnforschung und Entwicklungspsychologie ausgerichtet werden. Dabei geht die ursprüngliche Aufgabe von Lehrerinnen und Lehrern verloren: „Kindern Sachverhalte so zu vertiefen, dass sie ihnen zu eigen, vertraut, lieb und wert werden.“ (S. 18)

anna felnhofer, problematische mediennutzung„Das vorliegende Therapie-Tools-Buch konzentriert sich auf Methoden und Techniken, welche sich für die Vermittlung von Medienkompetenzen und andere Interventionen in Verbindung mit digitalen Medien eignen. […] Die entwickelten Materialien sollen für Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern gleichsam attraktiv gestaltet und aufgebaut sein.“ (S. 11)

Das Sachbuch „Problematische Mediennutzung im Kindes- und Jugendalter“ setzt sich mit den Technologien und Inhalten auseinander, die potenzielle Gefahren für Kinder und Jugendliche darstellen.

üer molander, condorcets irrtum„Die Hypothese von Condorcet, dem dieses Buch gewidmet ist, war, dass die Ideale der Aufklärung sich mehr oder minder automatisch verwirklichen würden, wenn die Bevölkerung erst einmal das Joch des Ancien Régime abgeschüttelt hätte. Zweihundert Jahre später müssen wir feststellen, dass diese Hypthoese allzu optimistisch war.“ (S. 9)

In der Auseinandersetzung mit dem französischen Philosophen der Aufklärung und Mitglied der Nationalversammlung während der französischen Revolution kritisiert Molander den zunehmenden demokratischen Verfall, durch die immer enger werdende Verflechtung zwischen Staat und wirtschaftlichen Interessen in der Gegenwart.

paula bleckmann, digitale medien und unterricht„Welche Rolle sollten die digitalen Medien in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen spielen? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir uns mit grundlegenderen Fragen befassen. Auf welche Zukunft wollen wir sie vorbereiten? Können digitale Medien hierfür produktiv genutzt werden? […] Oder steht der Einsatz digitaler Medien dem Erreichen der gewünschten Entwicklungsziele entgegen, abhängig von Entwicklungsphasen, Umfang und Art des Einsatzes?“ (S. 9)

Der Einsatz digitaler Medien im schulischen Unterricht hat mit der Corona-Epidemie einen neuen Entwicklungsschub erreicht. Umso mehr stellt sich die Frage nach den Möglichkeiten und Risiken eines zunehmenden Einsatzes elektronischer Medien im Schulbereich. Das Sachbuch „Digitale Medien“ versammelt zahlreiche Fachbeiträge von Medienpädagogen und Pädagogen, die untersuchen, wie sich digitale Medien sinnvoll im Unterricht einbinden lassen, welche entwicklungspädagogischen Voraussetzungen zu berücksichtigen sind und welche Gefahren digitale Medien für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen mit sich bringen.

florian gantner, o.m.Die Buchstaben O. M., innig vorgetragen wie ein meditativer Befreiungsrülpser, stellen das Höchste dar, was ein Schriftsteller erreichen kann. Es handelt sich dabei um das sogenannte Opus Magnum, das Großwerk, das letztlich Leben, Literaturtheorie und Literaturbeispiel bündeln soll.

Florian Gantner verwendet dieses germanistische Unwesen O. M., um einen verzagten Schriftsteller zu beschreiben, der wahrscheinlich schon während des Schreibens an sich selbst scheitert. Es besteht kaum Hoffnung, dass ihn Außenstehende oder Bewunderer retten werden.

noam chomsky, rebellion oder Untergang„Die Dringlichkeit der »Gefahr des Untergangs« ist unübersehbar. Sie sollte der konstante Gegenstand von Aufklärungsprogrammen, Organisation und Aktivismus sein und den Hintergrund für unser Engagement in allen anderen Kämpfen bilden.“ (S. 7)

Das Sachbuch „Rebellion oder Untergang“ gibt aktuelle Reden und Interviews wieder, in denen sich der bedeutende Sprachphilosoph und politische Aktivist Noam Chomsky mit den existentiellen Bedrohungen durch Klimawandel und Atomwaffen in der Gegenwart auseinandersetzt.

john barton, die geschichte bibel„In diesem Buch erzähle ich die Geschichte der Bibel von ihren ersten Anfängen in Volkssagen und Mythen bis zu ihrer Rezeption und Auslegung heute. Ich beschreibe die Entstehung, Weitergabe und Verbreitung der Bibel und zeige, wie sie in der Antike bis zur Gegenwart gelesen und genutzt wurde und wird, sowohl in ihren Ursprungssprachen wie auch in Übersetzungen.“ (S. 15)

Beginnend mit der Umwelt der ältesten Teile des Alten Testaments im 9. und 8. Jahrhundert wird erzählt, wie die Hebräische Bibel nach und nach die uns bekannte Form angenommen hat. Mit dem aufkommenden Christentum erfährt das Alte Testament einen neuen Blickwinkel der Betrachtung, nämlich als Vorspiel für das Neue Testament, das nach an den Glaubensinhalten des Christentums interpretiert wird. Die Sichtweisen auf das Alte und Neue Testament werden von Juden und Christen im Laufe der Geschichte immer wieder den sich ändernden Ideen und Vorstellungen angepasst.