Katie Bernet, Beth is dead

Andreas Markt-Huter - 11.09.2026

Katie Bernet, Beth is dead„Am Neujahrsmorgen liegt Beth nicht in ihrem Bett. Ich werfe im Vorübergehen vom Flur aus einen Blick ins Zimmer und mir bleibt kurz das Herz stehen. Sonnenlicht fällt auf ihr Kissen, Staub tanzt in der Luft. Normalerweise sollte Beth um diese Zeit in ihre Steppdecke gekuschelt friedlich schlummern, aber da ist nur eine Delle in der Matratze. Ich stelle mich auf die Zehenspitzen und atme auf, als ich sehe, dass Amy auch nicht da ist. Oben im Stockbett liegt bloß ihre zerwühlte Decke.“ (S. 7)

Als sich die beiden Schwestern Jo und Amy auf die Suche nach ihrer Schwester Beth machen, finden sie diese zu ihrem Entsetzen tot im Schnee. Als klar ist, dass sie ermordet worden ist, macht sie die Polizei auf die Suche nach dem Täter. Bald schon kommen zahlreiche Geheimnisse ans Licht und alle Personen aus Beths Umfeld geraten unter Verdacht.

Die Familie March steht im Schatten des berühmten Buches „Little Women“, in dem der verstorbene Rob March über das Leben seiner vier Töchter Meg, Jo, Beth und Amy geschrieben hat. Millionen Fans glauben über das Familienleben, ihre Persönlichkeiten aber auch ihre Konflikte, Freundschaften und Liebesbeziehungen Bescheid zu wissen, was das alltägliche Leben der Mädchen stark belastet. Da Beth auch im Roman stirbt, löst ihr tatsächlicher Tod einen großen Medienhype aus, was den Druck auf die Familie zusätzlich erhöht.

In zahlreichen Rückblicken und Blickwinkel aus aus der Sicht der vier Geschwister in Vergangenheit und Gegenwart kommen nach und nach die verschiedenen Konflikte, Ereignisse aber auch Hinweise zur Sprache, welche die Ermordung Beths immer wieder aus einem neuen Blickwinkel erscheinen lässt, wodurch immer mehr Personen in Beths Umfeld unter Verdacht geraten. Das wachsende Misstrauen, die Schuldgefühle und der öffentliche Druck drohen die Familie zu zerbrechen, was ihre Mutter, trotz Trauer um ihren Mann und ihre Tochter zu verhindern sucht

Neben den vier Geschwistern spielen auch Theodore Laurence, ein Nachbarsjunge, den die Familie March seit Kindertagen kennt, sowie Henry Hummel, Beths Freund, eine zentrale Rolle, bei dem Versuch den rätselhaften Mord aufzuklären.

Katie Bernet kleidet die Vorlage des berühmten Romans „Little Women“ in ein neues Kleid und verbindet einen Mordfall mit einer Familienkrise und gegenwärtigen Konflikten, wo das Leben von Familienmitgliedern permanent dem Licht der Öffentlichkeit ausgesetzt wird.

Ein überaus spannender Roman, der geschickt verschiedene Genres zu verbinden weiß und Heranwachsende auf dem Weg nach der Suche zu sich selbst zeigt. Dabei steht aber auch die wichtige Rolle von Familie, Zusammenhalt, Vertrauen und Liebe im Mittelpunkt. Ein überaus lesenswerter Jugendroman, der seine Leserinnen und Leser von Beginn an zu fesseln vermag.

Katie Bernet, Beth is dead. Vier Schwestern: Eine ist tot. Aber alle haben etwas zu verbergen, übers. v. Katarina Ganslandt [Orig. Titel: Beth is dead], ab 14 Jahren
München: DTV 2026, 448 Seiten, 17,50 €, ISBN 978-3-423-74132-3

 

Weiterführende Links:
DTV: Katie Bernet, Beth is dead
Homepage: Katie Bernet
Homepage: Katarina Ganslandt

 

Andreas Markt-Huter, 18-05-2026

Bibliographie
Autor/Autorin:
Katie Bernet
Buchtitel:
Beth is dead. Vier Schwestern: Eine ist tot. Aber alle haben etwas zu verbergen
Originaltitel:
Beth is dead
Erscheinungsort:
München
Erscheinungsjahr:
2026
Verlag:
dtv
Übersetzung:
Katarina Ganslandt
Seitenzahl:
448
Preis in EUR:
17,50
ISBN:
978-3-423-74132-3
Lesealter:
Altersangabe Verlag:
14
Zielgruppe:
Kurzbiographie Autor/Autorin:
Katie Bernet ist eine in Dallas, Texas, lebende Autorin. Sie ist ein langjähriges Mitglied des DFW Writers Workshops und die Leiterin der DFW Writers Conference 2025. Sie ist die älteste von drei Schwestern und ein eingefleischter Fan von ›Little Women‹.

Katarina Ganslandt hat schon als Kind angefangen zu übersetzen und kann sich keinen Beruf vorstellen, der ihr mehr Spaß machen würde.