Christine Rickhoff / Stefanie Körner, Das Beste an uns
„Kennst du das riesige goldene Feld neben dem kleinen Wald, ganz in der Nähe deiner Straße? In genau diesem Feld wohnt, versteckt zwischen Halmen und Ähren, eine ganze Kolonie winziger, plüschiger Mäuse. Allen von ihnen sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Ihr goldbraunes Fell glänzt, ihrer Mäusebacken sind prall gefüllt, und sie trippeln elegant wie kleine Tänzerinnen durchs Feld. Ja, so sind sie wirklich alle – alle außer Atti und Georgia.“
In der großen Mäusefamilie im Kornfeld geht es immer ziemlich rund zu, was Atti und Georgia, denen manche Dinge schwerer fallen als anderen, Probleme bereitet. Sie fühlen sich von den anderen ausgegrenzt und verbringen ihren Tag meist lieber am Rand der Gruppe. Atti ist überzeugt, dass die anderen Mäusekinder sie einfach nicht mögen, weil es immer etwas gibt, das sie nicht gut genug können.
„Der Morgennebel hatte sich noch nicht gelichtet, als er das rote Segel sah. Anfangs war es nur ein vager Umriss im blassgrauen Dunst, ein dunkler Fleck, der nach ein paarmal Blinzeln eine blutrote Färbung annahm. Während Ruhlin das Segel noch neugierig betrachtete, bemerkte er, dass sich darauf ein Symbol befand. Das Segeltuch flatterte in der steifen Brise, die über den selten ruhigen Wassern des Styrnspeldter Meeres wehte, und nach einem weiteren Blinzeln erkannte er das Zeichen von Ulthnir, dem Ersten der Götter, mit gekreuztem Hammer und Schwert.“ (S. 11)
„Mit einem erstickten Schrei ließ die Bäuerin den eisernen Schlüssel fallen, griff nach ihrer Laterne und rannte davon. Immerzu die unheimliche, dunkle Schlucht entlang, zurück in die Richtung, aus der sie gekommen war. Hinter ihr rückte der unwettergebeutelte Berg allmählich in die Ferne, während sich das wilde Geheul der schwarzen Bestie, das selbst die krachenden Donnerschläge übertönte, tief in ihr Mark grub.“ (S. 8)
„Bo Delafort war gerade zwölf geworden, als sie den Mond aus dem Schlamm der Themse zog. Sie hatte nicht nach ihm gesucht, und das war der entscheidende Punkt. Schätze findet man nicht, man wird von ihnen gefunden, wie die Flussleute gern sagten. Man braucht dafür nur ein offenes Herz.“ (S. 9)
„Otto saß auf der Treppe vor dem Eingang seines Schlosses, knabberte an einem Hundekeks und grübelte, wie es mit ihm weitergehen würde. Er war nicht irgendein Otto, er war eine Otto von Irgendwas, weil seine Familie mal irgendwas gewesen war, weil er in einem Schloss wohnte und weil in seinem Ballsaal Bilder all der Ottos hingen, die vor ihm gelebt hatten, Urotto, Ururotto, Urururotto und so weiter bis zu Adam und Eva, die anders geheißen hatten.“ (S. 5)
„Eigentlich war Fritzi wie alle anderen Ziegen – bis auf eine Kleinigkeit: Fritzi kannte keine Furcht! Die übrigen Ziegen konnten es kaum glauben: »Hast du nicht mal Angst vor der D-d-dunkelheit?« »Oder vor dem sch-sch-sch-recklichen Schrei der Eule?« »Nö, keine Spur!«, reif Fritzi. Ja, selbst der Gedanke an den wilden Wolf jagte der kleinen Ziege nicht den leisesten Schauder über den Rücken.“
„In einem Darkly ist nichts zufällig, unabsichtlich oder schludrig. Ein Darkly ist eine schwarze Feuerlilie, ebenso magisch wie gefährlich. Es ist der Geheimclub am Ende einer dunklen Gasse, den man nur erreicht, indem man vorgestern schwachen Fußspuren auf einem verschlossenen Friedhof folgt. Eine furchterregende, wechselhafte Welt voll Fremder und Verbündeter, Geister und Dämonen, voll sanfter Hügel umhüllt von Nebel, aus dem sich alles schälen kann.“ (S. 13 f)
„Sie hatte sich keine richtige Vorstellung davon gemacht, wie es sich anfühlen würde, tatsächlich hier zu sein, ganz allein zwischen diesen unfassbar vielen Bäumen, weit weg von allen, die sie kannte, und allem, was vertraut war. Sie war zu sehr darauf konzentriert gewesen, nicht dort zu sein. Vor ein paar Wochen noch wäre sie nie auf den Gedanken gekommen, zwei ganze Monate nach Vermont zu fahren, aber nachdem ihre Welt zusammengebrochen war, hatte sie die Einladung mit Freuden angenommen.“ (S. 7)
„»Hyperraumkoordinaten sind eingegeben«, informiert Arisa. »Das wird ein langer Flug.« »Dann machen wir uns besser gleich auf den Weg«, sagt Brock. »Parishvi braucht uns.« »Aye aye, Captain!« Mit einer Lichtexplosion tritt die Phönix aus dem gewohnten Universum in den Hyperraum ein. Mit Kurs auf den Planeten namens Erde.“ (S. 10)
„In einer kleinen, geschäftigen Straße in einer kleinen, geschäftigen Stadt lag Der Bücher-Dachs. Natürlich war das keine Buchhandlung nur für Dachse. Nein, weit gefehlt! Die Buchhandlung gehörte Herrn Dachs. Und bei ihm gab es die tollsten Bücher.“