Beziehung

Klaus Baumgart, Heute fahren wir nach Anderswo

Andreas Markt-Huter - 19.08.2026

Klaus Baumgart, Heute fahren wir nach Anderswo„Oscar sitzt schon eine Weile im Hof und macht das, was er in letzter Zeit häufig macht – er langweilt sich. Er langweilt sich so sehr, dass es ihm vorkommt, als wäre die Zeit ein zäher Kaugummi, der sich immer mehr in die Länge zieht. Aber ihm fällt einfach nichts ein. Gar nichts. Kein Fitzelchen einer Idee.“

Dem kleinen Oscar ist furchtbar langweilig und weiß einfach nicht, was er unternehmen soll. Im Hof sitzt er auf seinem Sandkübelchen und kritzelt mit einem Stöckchen im Boden herum. Die Zeit scheint einfach überhaupt nicht zu vergehen, wenn einem nicht einfällt. Bis plötzlich ein Mädchen in den Hof kommt, das er vorher noch nie gesehen hat und das seine Aufmerksamkeit erregt.

Jutta Degenhardt, Mit Wumms in die Schule

Andreas Markt-Huter - 17.08.2026

Jutta Degenhardt, Mit Wumms in die Schule„Mina drückt den Turboantrieb fest, wischt die Klebereste an ihrer Jeans ab und nickt. »Fertig!« Die Flugmaschine ist perfekt: Raketenform, Goldglitzerstreifen und Spezialfunktionen. Vorne der Gegenwindschirm, hinten die Nachtbeleuchtung und innen die Knöpfe und Hebel für die Steuertechnik.“ (S. 7)

Der Übergang vom Kindergarten in die Schule fällt nicht allen Kindern gleich leicht. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt, gewohnte Wege, Tagesabläufe und vor allem Freunde und Pädagogen werden vielleicht zum letzten Mal gesehen. Auf der anderen Seite wartet ein neuer Abschnitt, der die Kinder einerseits Neugierig macht, aber auch Ängste und Unsicherheit weckt über das, was neu auf sie zukommen wird.

Louie Stowell, Feen der Dämmerung

Andreas Markt-Huter - 10.08.2026

Louie Stowell, Feen der Dämmerung„Zwei Kinder werden im selben Krankenhaus geboren. Zwei Stimmchen schreien laut, dann schweigen sie. Ihre Herzen stocken. Ihre Lungen bleiben leer. Menschen rennen, Maschinen piepen. Eltern schreien. Nach einer Ewigkeit strömt neue Luft in ihre Lungen. Zwei Herzchen schlagen. Vor Freude schluchzen die Eltern. Alles ist gut gegangen. Wäre da nicht … Wäre da nicht ein Riss im Universum, der nun von einer Welt zur anderen führt.“ (S. 7)

Jedes Jahr feiern Myra Duffy und ihr „Nicht-gerade-bester-Freund“ Rohan Patel gemeinsam Geburtstag. In diesem Jahr werden nur ein paar Verwandte erwartet, nachdem im letzten Jahr wieder einiges schiefgelaufen war. Myra hatte in ihrer Begeisterung dem Zauberer beim Türöffnen die Hand gebrochen und Rohans Cousine mit Sekundenkleber die Haare verklebt. Seither gelten für Geburtstagsfeiern strenge Regeln: keine Streichhölzer, kein Sekundenkleber, kein Öffnen der Haustür und kein Spaß.

Christine Rickhoff / Stefanie Körner, Das Beste an uns

Andreas Markt-Huter - 31.07.2026

Christine Rickhoff / Stefanie Körner, Das Beste an uns„Kennst du das riesige goldene Feld neben dem kleinen Wald, ganz in der Nähe deiner Straße? In genau diesem Feld wohnt, versteckt zwischen Halmen und Ähren, eine ganze Kolonie winziger, plüschiger Mäuse. Allen von ihnen sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Ihr goldbraunes Fell glänzt, ihrer Mäusebacken sind prall gefüllt, und sie trippeln elegant wie kleine Tänzerinnen durchs Feld. Ja, so sind sie wirklich alle – alle außer Atti und Georgia.“

In der großen Mäusefamilie im Kornfeld geht es immer ziemlich rund zu, was Atti und Georgia, denen manche Dinge schwerer fallen als anderen, Probleme bereitet. Sie fühlen sich von den anderen ausgegrenzt und verbringen ihren Tag meist lieber am Rand der Gruppe. Atti ist überzeugt, dass die anderen Mäusekinder sie einfach nicht mögen, weil es immer etwas gibt, das sie nicht gut genug können.

Anthony Ryan, Flut aus schwarzem Stahl

Andreas Markt-Huter - 27.07.2026

Anthony Ryan, Flut aus schwarzem Stahl„Der Morgennebel hatte sich noch nicht gelichtet, als er das rote Segel sah. Anfangs war es nur ein vager Umriss im blassgrauen Dunst, ein dunkler Fleck, der nach ein paarmal Blinzeln eine blutrote Färbung annahm. Während Ruhlin das Segel noch neugierig betrachtete, bemerkte er, dass sich darauf ein Symbol befand. Das Segeltuch flatterte in der steifen Brise, die über den selten ruhigen Wassern des Styrnspeldter Meeres wehte, und nach einem weiteren Blinzeln erkannte er das Zeichen von Ulthnir, dem Ersten der Götter, mit gekreuztem Hammer und Schwert.“ (S. 11)

Das von drei Schwesterköniginnen regierte Königreich Ascarlia wird von Kriegern in Langschiffen bedroht, die aus dem Norden kommen. Diese Flut aus schwarzem Stahl überfällt die Küsten und verwüstet ganze Siedlungen. Thera Schwarzspeer eine Elitekriegerin der Königinnen soll erkunden, woher die Invasoren kommen und welche Ziele sie verfolgen. Doch die Zeit wird knapp, denn die Bedrohung rückt mit jedem Tag näher.

Bettina Kleinszig, Der schwarze Hund

Andreas Markt-Huter - 24.07.2026

Bettina Kleinszig, Der schwarze Hund„Mit einem erstickten Schrei ließ die Bäuerin den eisernen Schlüssel fallen, griff nach ihrer Laterne und rannte davon. Immerzu die unheimliche, dunkle Schlucht entlang, zurück in die Richtung, aus der sie gekommen war. Hinter ihr rückte der unwettergebeutelte Berg allmählich in die Ferne, während sich das wilde Geheul der schwarzen Bestie, das selbst die krachenden Donnerschläge übertönte, tief in ihr Mark grub.“ (S. 8)

Geführt von ihrem Uropa unternehmen Basti, seine Schwester Therese und ihre beiden Freunde Johann und Sahra eine Bergtour auf das Weißeck, den höchsten Berg in den Radtstädter Tauern. Knapp unterhalb einer Alm schlägt das Wetter urplötzlich und die Gruppe gerät in ein fürchterliches Gewitter, in dem Bäume umgerissen werden und eine Mure die Kinder vom Uropa trennt. Während die Kinder sich in der weiter oben gelegenen Almhütte in Sicherheit bringen sollen, versucht Uropa Hilfe zu holen.

Jessie Burton, Die Jagd nach den magischen Münzen

Andreas Markt-Huter - 22.07.2026

Jessie Burton, Die Jagd nach den magischen Münzen„Bo Delafort war gerade zwölf geworden, als sie den Mond aus dem Schlamm der Themse zog. Sie hatte nicht nach ihm gesucht, und das war der entscheidende Punkt. Schätze findet man nicht, man wird von ihnen gefunden, wie die Flussleute gern sagten. Man braucht dafür nur ein offenes Herz.“ (S. 9)

Das arme zwölfjährige Londoner Mädchen Bo Delafort ist zwar ein Schulmädchen aber auch eine sogenannte Schlammschwalbe, wie Leute genannt wurden, die das Ufer der Themse nach brauchbaren und manchmal wertvollen Gegenständen absuchen. Eines Tages findet sie im Schlamm einen Miniaturvollmond, mit einem Rand aus dunkelroten Rubinen und einem kleinen Loch in der Mitte, der eine Vision bei ihr auslöst. Die Münze scheint magisch zu sein und Bo hat das Gefühl, als würde der Fluss selbst zu ihr sprechen und sie auffordern auch eine andere Münze zu suchen.

Peter Stamm, Otto und der Schatz von irgendwo

Andreas Markt-Huter - 17.07.2026

Peter Stamm, Otto und der Schatz von irgendwo„Otto saß auf der Treppe vor dem Eingang seines Schlosses, knabberte an einem Hundekeks und grübelte, wie es mit ihm weitergehen würde. Er war nicht irgendein Otto, er war eine Otto von Irgendwas, weil seine Familie mal irgendwas gewesen war, weil er in einem Schloss wohnte und weil in seinem Ballsaal Bilder all der Ottos hingen, die vor ihm gelebt hatten, Urotto, Ururotto, Urururotto und so weiter bis zu Adam und Eva, die anders geheißen hatten.“ (S. 5)

Otto führt in seinem Schloss ein recht einsames Leben mit seinem Dackel Hasso, nachdem die Hausangestellten außer Herr Klaus, eine neue Arbeit gesucht haben. In den Sommerferien hat er Ina, die Enkelin des Gärtners Klaus und deren Freunde Paula und Heinz kennengelernt, die ihn in ihren Freundeskreis aufgenommen und mit ihm eine schöne Sommerzeit verbracht haben.

Katja Reider, Fritzi Furchtlos

Andreas Markt-Huter - 13.07.2026

Katja Reider, Fritzi Furchtlos„Eigentlich war Fritzi wie alle anderen Ziegen – bis auf eine Kleinigkeit: Fritzi kannte keine Furcht! Die übrigen Ziegen konnten es kaum glauben: »Hast du nicht mal Angst vor der D-d-dunkelheit?« »Oder vor dem sch-sch-sch-recklichen Schrei der Eule?« »Nö, keine Spur!«, reif Fritzi. Ja, selbst der Gedanke an den wilden Wolf jagte der kleinen Ziege nicht den leisesten Schauder über den Rücken.“

Die Furchtlosigkeit der kleinen Ziege ist außergewöhnlich. Durch den Umstand, dass sie keine Warnungen beherzigt und keinen Gefahren aus dem weg geht, bringt sie nicht nur sich ständig in Gefahr, sondern auch andere. Die Ziegenherde beschließt, dass die Angelegenheit so nicht weitergehen kann.

Marisha Pessl, Darkly

Andreas Markt-Huter - 11.07.2026

Marisha Pessl, Darkly„In einem Darkly ist nichts zufällig, unabsichtlich oder schludrig. Ein Darkly ist eine schwarze Feuerlilie, ebenso magisch wie gefährlich. Es ist der Geheimclub am Ende einer dunklen Gasse, den man nur erreicht, indem man vorgestern schwachen Fußspuren auf einem verschlossenen Friedhof folgt. Eine furchterregende, wechselhafte Welt voll Fremder und Verbündeter, Geister und Dämonen, voll sanfter Hügel umhüllt von Nebel, aus dem sich alles schälen kann.“ (S. 13 f)

Die siebzehnjährige Dia Gannon aka Omi aus Eminence Missouri rechnet sich für ihre Bewerbung um ein Sommerpraktikum der Louisiana Veda Stiftung in London mit ihrem Notendurchschnitt von 2,3 nur wenige Chancen aus. Benannt wurde die Stiftung nach der legendären Spieleentwicklerin Louisiana Veda, die vor knapp vierzig Jahren gestorben war. Für die ausgeschriebenen Aufgaben wie Bürotätigkeiten, Öffentlichkeitsarbeit und Datenerfassung winken ein stolzer Verdienst von 2000 Pfund in der Woche.