Beziehung

Rudyard Kipling, Wie der Leopard zu seinen Flecken kam und andere Tiergeschichten

h.schoenauer - 22.10.2026

Rudyard Kipling, Wie der Leopard zu seinen Flecken kam und andere TiergeschichtenFrüher soll es unter gebildeten Schichten lästige Kinder gegeben haben, die dem Hauslehrer oder der Gouvernante ein Loch in den Bauch gefragt haben sollen. Seit KI lösen die Kids unabhängig von ihrem sozialen Stand die Fragen mit einer App.

Rudyard Kipling hat sein Dschungelbuch wohl aus kolonialistisch-pädagogischen Gründen geschrieben, die Fauna des indischen Dschungels wurde straff anglisiert und mit Spielregeln der britischen Upperclass unterlegt. Geblieben ist ein Stoff, der sich scheinbar unverfänglich einsetzen lässt wie etwa Cäsars Gallischer Krieg, der aber den Nachteil hat, dass man die politische Komponente nie mehr aus dem Lesegedächtnis bekommt, wenn man einmal aufklärerisch damit abgeduscht worden ist.

Michail Bulgakow, Gesammelte Werke

Andreas Markt-Huter - 20.10.2026

Michail Bulgakow, Gesammelte Werke„Hier ist zwar alles fremd, aber offenbar habe ich mich in diesen anderthalb Monaten eingelebt. So schön nach dem Nebel! Zu Hause. Der Fels und das Meer im goldenen Rahmen. Die Bücher im Schrank. Nur ist der Sofabezug so kratzig, wie man sich auch hinlegt, das Kissen hart, so hart ... Aufstehen geht aber auch nicht. Diese Trägheit! Die Hand heben ist schon zu viel. Seit einer halben Stunde sage ich mir, ich sollte den Arm ausstrecken, das Aspirinpulver vom Stuhl nehmen, strecke ihn aber nicht aus ...“ (S. 12)

Der Sammelband umfasst drei Erzählungen aus dem Zeitraum zwischen 1922 und 1925 sowie Bulgakows wichtigstes und bekanntestes Werk den Roman „Der Meister und Margarita“ der heute als Klassiker der russischen Literatur des 20. Jahrhunderts gilt. In diesem setzt er sich auf satirische Weise mit der Bürokratie und dem Überwachungsstaat der Sowjetunion auseinander.

Chen Jiatong, Wild Stork - Beschützer des Waldes

Andreas Markt-Huter - 17.10.2026

Chen Jiatong, Wild Stork - Beschützer des Waldes„Weit im Norden des Waldes, am höchsten Punkt der Krone eines Flügelfruchtbaums, befand sich ein großes Nest. In diesem Nest lebte eine Familie von Störchen. Die Storchmutter Lilly kümmerte sich dort um drei quengelnde hungrige Küken. Lilly hatte glänzend schwarze Augen, einen spitzen Schnabel und schneeweißes Gefieder. Die Federn ihrer Flügel waren Schwarz und ihre schlanken langen Beine waren rot.“ (S. 11)

In einem Nest in den Wipfeln eines Urwaldbaumes kommt Einar gemeinsam mit seinen beiden Geschwistern Trio und Bino zur Welt. Quin ist der kleinste und schwächste der Storchkinder, der es hasst, mit seinen größeren Geschwistern um das Futter kämpfen zu müssen. Da Einar im Vergleich zu seinen Geschwistern einfach nicht wachsen will, wird er von seiner Mutter brutal aus dem Nest geworfen.

Margery Williams, Der kleine Samthase

Andreas Markt-Huter - 15.10.2026

Margery Williams, Der kleine Samthase„Es war einmal ein kleiner Samthase, und am Anfang sah er wirklich toll aus. Er war dick und flauschig, wie so ein Hase sein soll. Sein Fell war braun-weiß getupft, er hatte einen richtigen Schnurrbart aus Garn, und seine Ohren waren mit rosa Seide gefüttert. Es sah zauberhaft aus, wie er da am Weihnachtsmorgen mit einem Stechpalmenzweig zwischen den Pfoten ganz oben im Strumpf des Jungen steckte.“ (S. 5)

Ein kleiner Junge hat unter seinen Geschenken auch einen kleinen, lieblichen Samthasen, der für kurze Zeit auch geliebt wird, bis die zahlreichen neuen Geschenke der Onkel und Tanten den Samthasen vergessen machen. Weggeräumt und vergessen fühlt sich der Hase selbst ganz unbedeutend und spielt selbst unter den anderen Spielsachen keine Rolle, die sich als wichtiger, teurer oder moderner aufspielen.

Marcus Raffel, Flora Brimble und der verlorene Frühling

Andreas Markt-Huter - 10.10.2026

Marcus Raffel, Flora Brimble und der verlorene Frühling„Flora Brimble ein gut gelauntes Mädchen zu nennen, war eine glatte Übertreibung. Und wer will schon ein Buch mit einer Übertreibung beginnen, zumal die Ereignisse in den nächsten Kapiteln schon unglaublich genug sein werden. Versprochen! Also halten wir fest, unsere Flora war kein fröhlicher Sonnenschein. Sie war eher wie ein Regentag. Kein schlimmer, an dem es wie aus Kübeln schüttete. Nein, sie war eher wie ein feines Nieseln, das einen frech an der Nase kitzelt.“ (S. 7)

Flora Brimble lebt „in Rye, einem kleinen, verträumten Fischerdorf an der Südküste Englands“ aus dem dieses Jahr der Winter keine Anstalten zu weichen macht. An Floras dreizehntem Geburtstag, am ersten Mai, sind noch keine Spuren des Frühlings zu sehen, keine Blätter, Blumen oder Zugvögel und auch die Menschen hängen meist trüben Gedanken hinterher.

Barbara Rose, Der kleine Grimlin und das ganz große Herz

Andreas Markt-Huter - 08.10.2026

Barbara Rose, Der kleine Grimlin und das ganz große Herz„Wieder einmal saß Grimlin auf dem luftigen Sitzplatz, den sich der kleine Wichtel in den untersten Ast der Kastanie gebaut hatte. Gerade ging die Morgensonne auf über der Flüsternden Weite, wie die saftige grüne Wiese vor Grimlins Mooshäuschen von allen Wichteln genannt wurde.“ (S. 13)

Grimlin, der etwas brummige aber liebenswerte Wichtel, genießt seinen Aussichtsplatz in den Zweigen des großen Kastanienbaums, wo er mit seinem fröhlichen Vogelfreund Tirili genüsslich seine Tasse Wurzeltee zu sich nimmt. Seit Tirili bei Grimlin eingezogen ist, hat sich das Leben des schüchternen, beinahe abweisenden Wichtels positiv verändert.

Rüdiger Bertram, Knallharte Steinzeit - Kleines Mammut, große Gefahr

Andreas Markt-Huter - 03.10.2026

Rüdiger Bertram, Knallharte Steinzeit - Kleines Mammut, große Gefahr„»Lauf, Wolf, lauf! Sonst kriegt er dich!« »Ich renn doch schon, so schnell ich kann, Krähe!« »Dann lauf noch schneller!« »Ich kann aber nicht schneller!« »Wenn ein Höhlenbär hinter einem her ist, kann man immer schneller laufen, als man denkt!« Und das stimmt. Beides. Krähe und Wolf werden tatsächlich von einem Höhlenbären verfolgt.“ (S. 10 f)

Die beiden besten Freunde Krähe und Wolf leben in der Steinzeit. Während Krähe, wie ihre Mutter, ständig neue Ideen hat und Dinge erfindet, die damit richtig reich geworden ist, arbeitet Wolfs Vater lediglich in einem Steinbruch, wo er Steine aus dem Felsen haut. Krähes Mutter sieht es daher gar nicht gern, dass sich ihre wohlhabende Tochter mit dem armen Kind eines Steinhauers abgibt. Aber auch Wolfs Vater will nicht, dass er sich Krähe trifft, die dieser für eingebildet wie ihre Mutter hält.

Zanna Davidson, Izzy – irre genial: Auf Einhorn-Mission

Andreas Markt-Huter - 29.09.2026

Zanna Davidson, Izzy – irre genial: Auf Einhorn-Mission„Izzy glaubt nicht an Magie. Izzy liebte Naturwissenschaften. Sie träumte davon, die beste Erfinderin aller Zeiten zu werden! Jeden Tag zog sich Izzy Schutzbrille und Laborkittel über und machte sich an ihre unglaublichen Experimente. „Ich schütte nur noch etwas mehr Backnatron dazu ...“ Zisch! Sprudel! (S. 9 f)

Die junge Izzy sammelt ihre Experimente und Erfindungen, die von einem mechanischen Po-Abwischer über ein verschiebbares Haus bis hin zu Ohr-Verstärkern zum Belauschen von Gesprächen und Hundeschirmen reichten, in eigenen Notizbüchern, in denen sie diese sorgfältig festhält. Nachdem so manche Experimente aber außer Kontrolle geraten, verbieten ihre Eltern weitere Versuche im Haus.

Tim Hopgood, Arthur und die Wahrheit

Andreas Markt-Huter - 26.09.2026

Tim Hopgood, Arthur und die Wahrheit„Arthur hat etwas angestellt – und jetzt verfolgt ihn die Wahrheit auf Schritt und Tritt. Statt ehrlich zu sein, erfindet Arthur fantasievolle Ausreden. Doch irgendwie fühlt sich das nicht richtig an … Das ist Arthur. Und das ist die Wahrheit. Arthur und die Wahrheit sind zurzeit nicht gerade die besten Freunde.“

Obwohl Mama es ihm verboten hat, ist Arthur mit dem Fahrrad seines großen Bruders heimlich losgefahren. Zu seinem Unglück ist er gegen Mamas Auto gefahren, das nun einen langen Kratzer aufweist, hat er das Fahrrad seines Bruders und seine eigene Hose kaputt gemacht und sich das Knie aufgeschlagen. Als er von seinem Freund gefragt wird, was passiert ist, beginnt er eine Lügengeschichte zu erzählen, was der Wahrheit gar nicht gefällt.

Matty Long, Super Happy Magic Forest und der miese Monsterpilz

Andreas Markt-Huter - 24.09.2026

Matty Long, Super Happy Magic Forest und der miese Monsterpilz„Hier sind wir, irgendwo im Nirgendwo, im SUPER-FRÖHLICHEN ZAUBERWALD. Ein Ort voller Spaß, wo Regenbögen aus dem Boden schießen und Eis an den Bäumen wächst. Ja, Eis, zum Essen, wächst hier an den Bäumen! In allen möglichen Geschmacksrichtungen. Außer Pfefferminz. Niemand mag Pfefferminzeis. Wenn du ganz lieb Bitte sagst, bekommst du sogar Streusel drauf.“ (S. 1)

Alle hundert Jahre wird die Regenbogendrachin mit einem Fest gefeiert. Dabei wird solange gesungen, musiziert und getanzt, bis die Drachendame aus ihrem Schlaf erwacht, ein paarmal herumwirbelt und tanzt, um am Ende mystischen Kristallen neues Leben einzuhauchen, damit im Zauberwald für die nächsten hundert Jahre wieder alles seinen Lauf gewohnten Lauf geht. Doch diesmal kommt alles ein wenig anders, als erwartet.