Spannung

Sam Sedgman, Die gestohlene Zeit

Andreas Markt-Huter - 21.04.2026

Sam Sedgman, Die gestohlene Zeit„In der Nacht, in der die Uhren zurückgestellt wurden, stieg Isaac Turner zu Big Ben hinauf, um seinem Vater dabei zuzuschauen, wie er die Zeit anhielt. Es gab dreihundertvierunddreißig Stufen im Inneren des Elizabeth Tower und als Isaac über das Geländer schaute, schien sich die Wendeltreppe unter ihm wie ein Teleskop in die Tiefe zu ziehen. Sofort wurde ihm schwindlig.“ (S. 9)

Isaacs Vater Diggory Turner ist Horologe und Hüter der berühmtesten Turmuhr der Welt im Elizabeth Tower, besser bekannt als Big Pen. Diesmal darf der zwölfjährige Isaac seinem Vater bei der Umstellung der Uhr auf die Sommerzeit helfen. Was als aufregende Aufgaben beginnt, entwickelt sich zu einem fesselnden Kriminalfall, der Isaacs ganzen Mut und logisches Denken erfordert.

Judith Mohr, Stadt der Magier und Diebe

Andreas Markt-Huter - 18.04.2026

Judith Mohr, Stadt der Magier und Diebe„Ich war ein Taschendieb und ich war ein zweites Mal gefangen worden. Das erste Mal, wenn die Stadtpolizei einen Dieb fängt, wird er im Hof der Polizeiwache ausgepeitscht und wieder laufen gelassen. Das war mir im Jahr zuvor passiert. Da war ich vierzehn. Die zwölf langen Narben auf meinem Rücken juckten jedes Mal, wenn ich nur daran dachte. Das Erste, was die Polizei macht, wenn sie einen Dieb fängt, ist, sein Hemd auszuziehen oder es einfach aufzureißen. Dabei ist die Polizei nicht zimperlich. An den Narben auf dem Rücken sieht man sofort, ob es das erste oder zweite Mal ist.“

Als der 15-jährige Taschendieb Cor bereits zum zweiten Mal von der Polizei erwischt wird, droht ihm entweder der Galgen oder der Verkauf in die Sklaverei. Mit einer Schlinge um den Hals wird er zur Auktion geführt und zu seinem Glück von einem Herrn mit Zylinder ersteigert. Als Zeichen für seinen neuen Sklavenstatus wird ihm ein S in den Oberarm gebrannt.

Cornelia Funke, Gespensterjäger und der Weihnachtsspuk

Andreas Markt-Huter - 15.04.2026

Cornelia Funke, Gespensterjäger und der Weihnachtsspuk„Natürlich warf Tom sich später vor, dass er nicht sofort begriffen hatte, dass mit diesem Baum etwas ganz und gar nicht stimmte. Aber später war man immer klüger und es war schließlich nicht leicht, irgendeinen klaren Gedanken zu fassen, wenn Weihnachtsmusik durch alle Räume dröhnte – Frank Sinatra wie jedes Jahr, obwohl Lola diesmal Taylor Swift dazwischenmischte.“ (S. 15)

Tom Tomsky, der mit Hedwig Kümmelsaft und dem liebenswerten Gespenst Hugo MUG das weithin bekannte Gespensterjägertrio bildet, ist kein großer Freund von Weihnachten. Und dass seine Eltern für ihn, obwohl er bereits zwölf Jahre alt ist, immer noch einen Weihnachtsmann anstellen, verärgert ihn ganz besonders. Lieber hätte er seine Zeit mit seinen Geisterjägerfreunden verbracht. Er ahnt nicht, dass dieses Weihnachtsfest eine ganz besondere Überraschung für ihn bereithalten wird, auf die er lieber verzichtet hätte.

Davide Morosinotto, Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten

Andreas Markt-Huter - 11.04.2026

Davide Morosinotto, Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten„Greta saß abseits, auf einem Stuhl neben dem Fenster. Niemand hatte sie auch nur eines Blickes gewürdigt. Vermutlich hatten die beiden Besucher ihre Anwesenheit nicht einmal bemerkt. So wie immer. Doktor Grimaldi nahm einen Schluck Cognac. »Also, meine Herren, wo wollen wir anfangen?« Der Bürgermeister lockerte den Knoten seiner dicken Seidenkrawatte. »Ich würde mit dem Dringlichsten beginnen: der Tatsache, dass ein Leben in Gefahr ist.«“ (S. 15)

Die Geschichte spielt in Nürnberg im Jahr 1829 und verbindet historische Ereignisse rund um das Auftauchen des 16-jährigen zurückgebliebenen Kaspar Hauser, der seit seiner frühen Kindheit in einem dunklen Raum gefangen gehalten worden sein soll. Als das Leben des Jungen bedroht wird, soll Dr. Grimaldi, ein Arzt und Ermittler aus Sizilien, den Jungen retten und dem Geheimnis um seine Gefangenschaft auf die Spur kommen.

Sigrid Undset, Olav Audunssohn

Andreas Markt-Huter - 09.04.2026

Sigrid Undset, Olav Audunssohn„Zu der Zeit, da Harald Gilles Söhne in Norwegen herrschten, lebte in den Dörfern um den See Mjøsa eine Sippe, die von allen die »Steinfinnssöhne« genannt wurden. Ihnen gehörten achtzehn große Höfe, verteilt über die Kirchengemeinden der Gegend.“ (S. 7)

Im 13. Jahrhundert steht die Gesellschaft in Norwegen vor der großen Herausforderung den Forderungen des alten Ehrendkodex und den neuen Ansprüchen der christlichen Moral. Dabei bilden gesellschaftliche Erwartungen, familiäre Verantwortung und das persönliche Ringen um moralische Schuld den tragischen Mittelpunkt der Handlung.

Frank Maria Reifenberg, Aristide Ledoux – Meisterdieb wider Willen

Andreas Markt-Huter - 04.04.2026

Frank Maria Reifenberg, Aristide Ledoux – Meisterdieb wider Willen„Aristide griff nach dem Buch mit den goldenen Lettern auf dem Rücken. Es stand unauffällig in einer Reihe von ähnlich aussehenden Wälzern, die alle von russischen Schriftstellern geschrieben worden waren. So ganz nach seinem Geschmack waren die oft traurigen Geschichten nicht, aber Aristide konnte damit seine Kenntnisse der russischen Sprache verbessern. Bevor er das Buch ein kleines Stück weit herauszog, um damit die geheime Tür in der Bibliothek zu entriegeln, horchte er in die Dunkelheit.“ (S. 9)

Im Paris des ausgehenden 19. Jahrhunderts treibt ein Meisterdieb, der in den Zeitungen als die „Katze“ bezeichnet wird, sein Unwesen. Niemand ahnt, dass der Waisenjunge Aristide Ledoux hinter den unglaublichen Einbrüchen steckt, die die Stadt in Atmen halten. Der Leiter der Sûrete, Robert des Cardonel, wird persönlich mit dem Ergreifen des Diebs beauftragt.

Brian Freschi, Lady Gwens geheimes Detektivbüro

Andreas Markt-Huter - 28.03.2026

Brian Freschi, Lady Gwens geheimes Detektivbüro„Gwen hatte ein Problem, und zwar ein großes. Eigentlich hatte sie sogar zwei große 
Probleme, die zusammen zu einem Riesenproblem wurden. Problem Nummer 1: Sie langweilte sich. Sie langweilte sich ganz fürchterlich! Problem Nummer 2: Sie war wütend, weil sie es hasste, sich zu langweilen. Riesenproblem: Wut und Langeweile zusammen machten ihr entsetzlich schlimme Kopfschmerzen!“ (S. 10)

Die neuneinhalb Jahre alt Gwen Grey hat es nicht leicht in ihrer versnobten und reichen Familie mit einem Vater, der die Jagd liebt und gerne hochnäsig vor sich hin grinst, einem ältesten Bruder der fünf Sprachen spricht, einem zweiten Bruder, der zum Zeitvertreib Gemälde sammelt, einem dritten Bruder, der als Cricket-Champion das Pferderennen liebt und einer verschrumpelten Gouvernante, die alle Kinder hasst.

Sarwat Chadda, Storm Singer

Andreas Markt-Huter - 26.03.2026

Sarwat Chadda, Storm Singer„Mein Drachen war etwas Besonderes. Wendiger als ein Falke, stärker als ein Adler und schillernder als ein Eisvogel. Er beherrschte den Himmel. Er war mehr als nur ein Drachen: Er war ein Himmelskrieger. Ein Patang. Die Sonne war gerade erst aufgegangen, und über der Wüste flirrte die Hitze. Ich saß so bequem wie irgend möglich im Schatten der raschelnden Blätter unseres großen alten Feigenbaums neben dem aus Steinen aufgetürmten Schrein meiner Eltern.“ (S. 13)

Vor sechs Jahren hat sich die zwölfjährige Nargis so schwer am Bein verletzt, dass sie für immer Krücken brauchen wird. Nach dem Tod ihrer Eltern lebt sie bei ihrem Großvater auf einer kleinen Farm in einer alten Hütte aus Lehmziegeln. Nargis ist sich sicher, dass ihre Eltern von den Garudas, dem herrschenden Volk mit Flügel und Fußkrallen, ermordet worden ist. Nargis ist eine Storm-Singerin und besitzt die Fähigkeit durch ihr Geistersingen die Elemente zu beeinflussen. Nur kann sie die konkreten Auswirkungen nicht immer kontrollieren, weil sich die Geister nichts befehlen lassen.

Florian Fuchs, Auf den Spuren mythischer Tierwesen

Andreas Markt-Huter - 23.03.2026

Florian Fuchs, Auf den Spuren mythischer Tierwesen„Alles beginnt mit einer unverhofften Idee. Ein Knistern. Einer Laune der Gedanken. Fabelwesen! Jeder hat schon mal von ihnen gehört, sei es in Geschichten, Büchern oder einem der zahlreichen Filme, in denen sie mitspielen. Doch was wäre, so frage ich mich, wenn sie mehr als das Resultat menschlicher Vorstellungskraft sind? Mehr als Feuer speiende Ungetüme oder schattenhaften Traumgestalten aus Mythen und Legenden? Wäre diese Möglichkeit es dann nicht wert, ihr nachzugehen?“ (S. 9)

Florian Fuchs entführt seine Leserinnen und Leser in die Welt der Mythologie und ganz speziell in die Welt der mythischen Tierwesen, wie sie in allen Teilen der Welt zu finden sind. Vom Lindwurm, dem Wolpertinger über dem Zerberus, dem Einhorn bis zum Quilin und dem Donnervogel führt die Reise rund um die Welt, von Europa und Afrika bis Asien und Amerika.

Lena Hach, Jahrmarkt der Zeitreisenden - Der gestohlene Kristall

Andreas Markt-Huter - 17.03.2026

Lena Hach, Jahrmarkt der Zeitreisenden - Der gestohlene Kristall„Mein Blick fällt auf einen schmalen Jungen in Hosenträgern, der unten am Geländer lehnt. Die Hände tief in die Taschen seiner Kniebundhose geschoben, schaut er mich direkt an. Als sich unsere Blicke treffen, legt er den Kopf kaum merklich schief. Eine blonde Strähne rutscht unter seiner Schiebermütze hervor und fällt in sein Gesicht. Und dann lächelt er.“ (S. 12)

Liv arbeitet mit ihren Eltern in einem Schaumarkt, der zwischen März und Oktober durch das Land zieht. Der Stolz der Familie ist ein altes Karussell, dessen Spitze ein sagenumwobener Kristall ziert, als Symbol für Tradition, Glück und Zusammenhalt der Schaustellergemeinschaft. Als eines Tages ein merkwürdig gekleideter Junge auftaucht, der wie aus der Zeit gefallen zu scheint, gerät Livs vertraute Welt aus den Fugen.