Heiko Wolz, Jonathan Riddle und das geheimnisvolle Rätselhaus
„Warum ich vor Rektor Pembrokes Büro sitze, ist mir ein Rätsel. Den Unterricht habe ich diesmal bestimmt nicht gestört. Wie auch, wenn ich tief und fest geschlafen habe? In Ordnung, eine Ahnung habe ich, weshalb ich auf dem ungemütlichen Plastikstuhl hocke. Es könnte damit zu tun haben, dass ich in der Pause mit Oscar Peterson aneinandergeraten bin. Zumindest würde das die schroffe Durchsage erklären, mit der Pembroke mich zu sich zitierte: »Jonathan Riddle. In mein Büro! Sofort!«“ (S. 5)
Der 13-jährige Jonathan Riddle gerät ständig in Streitereien und fällt durch Ärger in der Schule auf, bis er eines Tages von seiner Schule suspendiert wird. Die enttäuschte Mutter schickt deshalb für eine Weile aufs Land, wo er bei seinem bisher unbekannten Onkel Aelfric und seiner Cousine Vic bis zu den Schulferien auf Spilsbury House leben und die Schule besuchen soll. Er ahnt nicht, dass das Abenteuer seines Lebens auf ihn wartet.
„Hier ist zwar alles fremd, aber offenbar habe ich mich in diesen anderthalb Monaten eingelebt. So schön nach dem Nebel! Zu Hause. Der Fels und das Meer im goldenen Rahmen. Die Bücher im Schrank. Nur ist der Sofabezug so kratzig, wie man sich auch hinlegt, das Kissen hart, so hart ... Aufstehen geht aber auch nicht. Diese Trägheit! Die Hand heben ist schon zu viel. Seit einer halben Stunde sage ich mir, ich sollte den Arm ausstrecken, das Aspirinpulver vom Stuhl nehmen, strecke ihn aber nicht aus ...“ (S. 12)
„Weit im Norden des Waldes, am höchsten Punkt der Krone eines Flügelfruchtbaums, befand sich ein großes Nest. In diesem Nest lebte eine Familie von Störchen. Die Storchmutter Lilly kümmerte sich dort um drei quengelnde hungrige Küken. Lilly hatte glänzend schwarze Augen, einen spitzen Schnabel und schneeweißes Gefieder. Die Federn ihrer Flügel waren Schwarz und ihre schlanken langen Beine waren rot.“ (S. 11)
„Es war einmal ein kleiner Samthase, und am Anfang sah er wirklich toll aus. Er war dick und flauschig, wie so ein Hase sein soll. Sein Fell war braun-weiß getupft, er hatte einen richtigen Schnurrbart aus Garn, und seine Ohren waren mit rosa Seide gefüttert. Es sah zauberhaft aus, wie er da am Weihnachtsmorgen mit einem Stechpalmenzweig zwischen den Pfoten ganz oben im Strumpf des Jungen steckte.“ (S. 5)
„Flora Brimble ein gut gelauntes Mädchen zu nennen, war eine glatte Übertreibung. Und wer will schon ein Buch mit einer Übertreibung beginnen, zumal die Ereignisse in den nächsten Kapiteln schon unglaublich genug sein werden. Versprochen! Also halten wir fest, unsere Flora war kein fröhlicher Sonnenschein. Sie war eher wie ein Regentag. Kein schlimmer, an dem es wie aus Kübeln schüttete. Nein, sie war eher wie ein feines Nieseln, das einen frech an der Nase kitzelt.“ (S. 7)
„Wieder einmal saß Grimlin auf dem luftigen Sitzplatz, den sich der kleine Wichtel in den untersten Ast der Kastanie gebaut hatte. Gerade ging die Morgensonne auf über der Flüsternden Weite, wie die saftige grüne Wiese vor Grimlins Mooshäuschen von allen Wichteln genannt wurde.“ (S. 13)
„»Lauf, Wolf, lauf! Sonst kriegt er dich!« »Ich renn doch schon, so schnell ich kann, Krähe!« »Dann lauf noch schneller!« »Ich kann aber nicht schneller!« »Wenn ein Höhlenbär hinter einem her ist, kann man immer schneller laufen, als man denkt!« Und das stimmt. Beides. Krähe und Wolf werden tatsächlich von einem Höhlenbären verfolgt.“ (S. 10 f)
„Natürlich sind nicht alle Partien schriftlich festgehalten, dennoch stellte die Auswahl von nur 25 Partien der weltbesten Spieler eine große Herausforderung dar: Es gab viele Kriterien – spektakulär, lehrreich, faszinierend, kämpferisch, voller Überraschungen –, die für oder gegen eine Partie sprachen und die sich oft miteinander vermischten. Wir haben die Auswahl immer weiter verfeinert und dann beschlossen, eine Reise in die Vergangenheit anzutreten, um Ihnen die Entwicklung des Spiels im Laufe der Epochen sowie die Meister, die sie geprägt haben, zu zeigen.“ (S. 5)
„Hier sind wir, irgendwo im Nirgendwo, im SUPER-FRÖHLICHEN ZAUBERWALD. Ein Ort voller Spaß, wo Regenbögen aus dem Boden schießen und Eis an den Bäumen wächst. Ja, Eis, zum Essen, wächst hier an den Bäumen! In allen möglichen Geschmacksrichtungen. Außer Pfefferminz. Niemand mag Pfefferminzeis. Wenn du ganz lieb Bitte sagst, bekommst du sogar Streusel drauf.“ (S. 1)
„Die treu ergebenen Bürger des Königreichs Daxaria beschrieben ihre Heimat gern als ein liebenswertes Chaos. Die Bewohner des feindlichen Königreichs Troivack, hinter dem Alkidischen Meer gelegen, bezeichneten die Leute des benachbarten Kontinents hingegen lieber als »chaotische Vollidioten«. Das hing vor allem mit dem Durcheinander der Straßen und Dörfer zusammen, die ebenso logisch in der Landschaft verstreut worden waren wie etwa ein Schaf, das über die Weide springt.“ (S. 9)