Gesellschaft | Kultur

Marcus B. Klöckner, Sabotierte Wirklichkeit

andreas.markt-huter - 10.04.2020

Sabotierte Wirklichkeit.„Warum reagieren gerade leitende Akteure aus dem journalistischen Feld so emotional auf die Kritik an ihrer Arbeit? Warum gelingt es den kritisierten Medien nicht, die Kritik an ihrer Arbeit anzunehmen und sie konstruktiv in ihrem, aber auch im Sinne der Mediennutzer und vor allem: der Demokratie, zu verarbeiten? Mit diesen und anderen Fragen ist der Rahmen für dieses Buch gesetzt.“ (S. 12)

Die Medien gelten gemeinhin als vierte Gewalt im Staat, die durch ihre Berichterstattung das politische Leben und die öffentliche Diskussion zu beeinflussen vermögen. „Sabotierte Wirklichkeit“ zeigt auf, warum immer mehr Bürger daran zweifeln, dass Medien ihrer wichtigen Aufgabe nachkommen, politische und gesellschaftliche Zustände und Prozesse kritisch zu beleuchten und objektiv darzustellen.

Bernd Schuchter, Herr Maschine

h.schoenauer - 06.04.2020

herr maschineEine tolle Idee wie die Aufklärung wird am Ende ein paar wenigen Genie-Geistern zugeschrieben, in Wirklichkeit arbeiten daran Tausende von wilden Denkern, die ihr Leben in den Dienst der Zentralfrage stellen: Was soll der ganze Lebensscheiß eigentlich?

Bernd Schuchter, Fachmann für entlegene Biographien und grenzwertige Gedankengänge, hat für die Aufarbeitung dieser Lebensfrage ein neues Genre entwickelt, die Ideologie-Biographie. Dabei wird das Leben von oft schon vergessenen Einzelgängern in den Strudel des zeitgenössischen Diskurses geworfen, und die extravaganten Gedankengänge werden von den Messern der Tagesdiskussion abgestochen.

Dieter Berg, Oliver Cromwell

andreas.markt-huter - 03.04.2020

Oliver Cromwell„Oliver Cromwell gehört zweifellos zu den umstrittensten Persönlichkeiten der englischen Geschichte, wobei bis zum heutigen Tage fanatische Gegner des Protektors ebenso entschlossenen Verehrern des Generals gegenüberstehen.“ (S. 7)

Dieter Berg verarbeitet in seiner Cromwell-Biographie die aktuelle Forschungslage über das Leben und die Politik des Lord Protektors, wobei es ihm nicht darum geht, eine „ausschließlich chronologisch strukturierte Lebensbeschreibung“ (S. 11) zu verfassen, sondern die politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Entwicklungen in England und Europa mit einzubeziehen und damit eine biographische und systematische Dimension zu verbinden.

Tanja Paar, Die Unversehrten

h.schoenauer - 01.04.2020

die unversehrtenNichts ist in der gegenwärtigen Gesellschaft so kompliziert, wie am völlig liberalisierten Hormonmarkt eine halbwegs strukturierte Familie unterzukriegen und sich dabei womöglich noch zu reproduzieren.

Tanja Paar entwickelt eine Kleinfamilie, die alles richtigmacht, zu einer Tragödie, die einen nicht mehr ruhig schlafen lässt. Die Unversehrten entsteigen nur äußerlich unbeschadet aus dem familiären Trümmerfeld, mit ihren Seelen sind sie allesamt dringende Fälle für die Psychiatrie.

Albrecht Müller, Glaube wenig, hinterfrage alles, denke selbst

andreas.markt-huter - 27.03.2020

Glaube wenig, hinterfrage alles, denke selbst„Es gibt eine politische Dimension der Gedankenfreiheit beziehungsweise –unfreiheit: Wenn sich eine große Mehrheit keine eigenen Gedanken mehr macht, dann ist die öffentliche Meinung steuerbar und mit ihr sind auch die davon abgeleiteten politischen Entscheidungen steuerbar.“ (S. 7)

Albrecht Müller geht der gezielten Manipulation von Meinungen in der öffentlichen Diskussion und zeigt die Tricks der Meinungsbeeinflussung und der Meinungsmache auf, aber auch wie die Botschaft „Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst.“ dabei hilft, sich eine eigene kritische Meinung zu bilden.

Bastian Schneider, Die Schrift, die Mitte, der Trost

h.schoenauer - 25.03.2020

die schrift, die mitte, der trostIn der Literatur ist eine Kette nicht schwach wie am schwächsten Glied, sondern stark wie am stärksten Begriff. Die Schrift, die Mitte, der Trost ist daher eine tröstliche Unternehmung, weil der Trost der stärkste Begriff ist.

Bastian Schneider nennt seine Mikro-Texte Stadtstücke, weil sie meist auf der Bühne einer Stadt aufgeführt werden. Nach größeren Kapiteln wird deshalb immer ein Adressbuch eingeblendet, worin zu sehen ist, wo die Stücke spielen oder ihre Uraufführung erlebt haben.

Erich Ledersberger, Als mein Ich verschwand

h.schoenauer - 23.03.2020

erich ledersberger, als mein ich verschwandEines der größten Rätsel ist für einen normalen Menschen das eigene Ich. Kaum jemand kann über die Strecke seines Lebens wirklich sagen, wer er wirklich ist.

Erich Ledersberger setzt seine Helden immer dem Schneidbrenner der Persönlichkeits-Konturen aus. Nicht die Helden selbst bestimmen die Umrisse ihrer Person, meist sind es nahe Verwandte, erinnernde Nachfahren oder angekratzte Partner, die nicht nur Vorteilhaftes aus der Vorlage herausschneiden.

Björn Onken, Griechische Mythologie und Religion

andreas.markt-huter - 18.03.2020

Griechische Mythologie und Religion„Die griechische Religion zeigt dabei, dass ganz andere Zugänge möglich sind, als sie die monotheistischen Religionen praktizieren … Unter anderem rückt so wieder mehr ins Bewusstsein, dass universalistischer Anspruch und Missionsgedanke keineswegs notwendige Wesenszüge von Religionen sind.“ (S. 1)

Die Religion spielte bei den antiken Griechen eine in vieler Hinsicht andere Rolle als in Europa im Mittelalter und in der Neuzeit. Während das Christentum sich auf die Bibel als heiliges Buch berufen hat, wurde die griechische Geschichten über die Götter von Dichtern wie Homer und Hesiod erzählt, wobei die Grenze zwischen Religion und Mythos fließend war.

Michael Köhlmeier, Von den Märchen

h.schoenauer - 16.03.2020

Von den MärchenEs sind oft kleine Gesten, die ein kollektives Bewusstsein der Solidarität formen und auch nach Jahrzehnten noch eine Gesellschaft zusammenhalten.

In den 1980er Jahren tritt Michael Köhlmeier neben seiner schriftstellerischen Arbeit vor allem als Märchen- und Sagenerzähler an die Öffentlichkeit. Der intime Vorgang des Erzählens leidet überhaupt nicht darunter, dass plötzlich CDs angeboten werden und die Stimme über den Rundfunk in alle Wohnzimmer kriecht. Auch wenn sich das Publikum nach Jahrzehnten nur mehr vage an die einzelnen Geschichten erinnern kann, dieses Bewusstsein bleibt: Ein ganzes Land hört Sagen und Märchen und denkt sich dabei eine gute Zukunft aus.

Manfred Mixner, Geschichten von Anderen

h.schoenauer - 11.03.2020

Geschichten von AnderenWenn man lange genug magisch auf eine Gegend schaut, entsteht dabei die Literatur wie von selbst. Der schwedische Wald hat, wie übrigens auch der Innsbrucker Mitterweg, die Kraft, täglich neue Geschichten wachsen zu lassen.

Der Grazer Literaturverwalter und Schriftsteller Manfred Mixner sitzt schon seit Jahren im schwedischen Wald und blättert in alten Aufzeichnungen, sortiert die Geschichten neu und holt Höhepunkte der Literaturvermittlung als Rundfunkmacher und Literaturhausbetreiber aus den Mappen.