Gerard Malanga, Die Arkaden-Projektion, unvollendet
Im Idealfall ist Lyrik eine Projektion ohne Leinwand und Beamer, das Bild zerfällt, während es entsteht in unendliche Lichtteile.
Gerard Malanga, in der Hauptsache Fotograf und Filmemacher, stellt die Projektion in den Titel seiner Gedichte-Auswahl. Mit den Begriffen unvollendet und Arkaden ist auch gleich das Konzept dieser Lyrik festgeschrieben. Alle Zeilen, Abbrüche, Einschübe und Leerstellen entsprechen dem Aufbau eines Bildes, das von einem unruhigen Auge abgetastet wird. Die Gedichte sind ausgebaut als Bauwerke der Erinnerung, ständig neu abgelichtet und nie fertig.
Wenn Menschen der Gegenwart aktuelle Nachrichten empfangen, wischen sie gerne mit den Zwicke-Gliedmaßen Daumen und Finger über die glatte Fläche des Smartphones, um dann eine Portion Glück unter der Glätte des Displays zu empfangen.
In North Beach San Francisco lebt seit Jahrzehnten eine literarische Künstlerschar, die sich vor allem den Life-Auftritten, dem Poetry Slam oder dem Langgedicht Marke Beatniks verschrieben hat.
Manchmal schwirrt ein seltsamer Begriff wie eine Zauberformel aus einem versteckten Reich durch die Literatur und lässt dem Leser keine Ruh, bis nicht die Lösung gefunden ist.
Manchmal muss das Erinnern zu einer unerhörten Begegnung kommen, damit es sich gegen das allgemeine Vergessen durchsetzt.



