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Edgar Hättich, Mondsichelboot

h.schoenauer - 20.05.2024

edgar hättich, mondsichelbootNichts ist so groß wie ein Wort, das aus einem weiten Bild heraus verdichtet worden ist. Edgar Hättich nimmt aus den Nächten eines langen Lebens jenen Augenblick ins Auge, wenn für einen kurzen Augenblick der Mond andeutet, dass er seine Überfahrt durch die Nacht beginnen wird. „Mondsichelboot“: Für das lyrische Ich wird es Zeit, die Gedichte an jenen Fensterflügeln anzulehnen, die die Kühle regeln während des Schlafs.

„im zeichen untergehenden lichts überm kogel / erwacht meine lebenslust / im blau die goldene sichel / wird bald dein boot / gondoliere mond / lass mich einsteigen / führ mich hinaus ins himmelmeer“ (35) Diese Gelassenheit ist der Auswuchs einer langen Gedankenkette, die sich vielleicht schon über Jahrzehnte hinzieht. In die poetische Schnur sind ab ab und zu größere Fügungen eingelagert, die wie Bojen die Orientierung erleichtern, wenn das Mondsichelboot unterwegs ist.

Esther Bockwyt, Woke. Psychologie eines Kulturkampfs

andreas.markt-huter - 15.05.2024

esther bockwyt, woke„Der zentral vorgebrachte Anspruch der Bewegung, Diskriminierung und Unterdrückung von bestimmten Gruppen abbauen zu wollen, macht Wokeness auf den ersten Blick unangreifbar und attraktiv. Ihre Appelle nach Gerechtigkeit, Diversität oder Antirassismus sind positiv besetzt. Das macht ihr destruktives Potenzial viel schwieriger zu erkennen als das anderer radikalisierter Orientierungen.“ (S. 9)

Die sogenannte „Woke-Bewegung“ hat sich von ihrem Schwerpunkt an den Universitäten immer mehr in die breite Öffentlichkeit bewegt. Welche Theorien, Inhalte und Forderungen sich unter dem breiten Label „Woke“ finden lassen, was die psychologischen Hintergründe für die zunehmend aggressiver auftretenden Gruppierungen sind und welche Erklärungen und Hilfen die Psychologie dazu bieten kann, steht im Mittelpunkt des informativen Sachbuchs.

Jonathan Perry, Auf der Flucht

h.schoenauer - 10.05.2024

jonathan perry, auf der flucht„Lebt mit Frau und Kind in St. Pölten.“ – Diese zu einer Inschrift verdichtete Bio-Zeile beschreibt auch gleich jenen Kosmos, in dem der Gedichtband „Auf der Flucht“ spielt.

Jonathan Perry hat seine Gedichte auf der Drehbank eines St. Pöltener Kammerstückes eingespannt, die einzelnen Texte werden in Drehung versetzt und benehmen sich wie auf der Flucht. Das heißt, sie sind selbst noch nicht am Ziel angekommen, gleichzeitig verändern sie jedoch den Aggregatszustand und werden „flüchtig“, wie man das über Stoffe sagt, die allmählich aus sich selbst verschwinden.

Hans Platzgumer, Großes Spiel

h.schoenauer - 08.05.2024

hans platzgumer, großes spielWir feiern die verrücktesten Jubiläen, ohne oft genau zu wissen, welche Katastrophen und Kämpfe da dahinterstecken. Vor genau hundert Jahren, am 1. September 1923, wurde Tokio durch Brand und Erdbeben vernichtet. In einer dieser Erdbebenspalten verschwand auch das bisherige Regierungssystem und führte zu einem brutalen Machtkampf im Schatten des Kaisertums.

Hans Platzgumer greift diesen historisch und geographisch entlegenen Katastrophenfall auf, um durchzuspielen, wie sich Epochen an einer politischen Verwerfungskante reiben und Verwüstung anrichten.

Marcus Willaschek, Kant. Die Revolution des Denkens

andreas.markt-huter - 24.04.2024

marcus willaschek, kant„Immanuel Kant ist der bedeutendste Philosoph der Neuzeit, die Kritik der reinen Vernunft ein Meilenstein der Geistesgeschichte. Seit Platon und Aristoteles hat niemand über so viele und unterschiedliche Themen tiefer und innovativer nachgedacht als Kant. Er «zermalmte» die traditionelle Metaphysik – und begründete eine neue. Er erklärte die Entstehung unseres Planetensystems und formulierte den kategorischen Imperativ. Er war Wegbereiter des Kosmopolitismus und der modernen Idee der Menschenwürde.“ (S. 13)

Immanuel Kant zählt zu den wichtigsten Philosophen der Neuzeit, der in seinem Denken den Versuch unternommen hat, die Philosophie auf neue, gesicherte Beine zu stellen. Dabei hat er sich mit einer breiten Vielfalt an Themen auseinandergesetzt, von der Metaphysik bis hin zur Entstehung der Planetensysteme. Dabei hat er Vorstellungen formuliert, die heute noch das gesellschaftliche Denken bewegt, wie die bahnbrechenden Ideen von Kosmopolitismus und Menschenwürde.

Johannes Huber, Das Mann-Frau-Geheimnis

andreas.markt-huter - 05.04.2024

johannes huber, mann-frau-geheimnis„Dieses Buch handelt von Unterschieden zwischen Frauen und Männern, die dem Postulat der biologischen Gleichheit der Geschlechter unwiderlegbare naturwissenschaftliche Fakten entgegenhalten. Von Unterschieden, die den meisten Frauen, vor allem den Müttern, aber auch den meisten Männern intuitiv bewusst sind, die aber, wissenschaftlich herausgearbeitet, doch immer wieder Aha-Erlebnisse bewirken.“ (S. 7)

Johannes Huber setzt sich im Sachbuch „Das Mann-Frau-Geheimnis“ mit den zahlreichen evolutionären Unterschieden zwischen den Geschlechtern auseinander und zeigt dabei auf, in welchen Bereichen diese Unterschiede besonders zum Tragen kommen.

Gerhard Altmann, Nord – Mitte – Süd. Mein Burgenland

h.schoenauer - 01.04.2024

gerhard altmann, nord-mitte-süd - mein burgenlandIn der globalisierten Tourismusindustrie sind viele Wahrnehmungsfelder eingespannt als Hilfswissenschaften, um die Nächtigungen am Laufen zu halten. Selbst die Poetik, seit den Griechen für den Eigengebrauch empfindsamer Seelen entwickelt, scheint in manchen Landstrichen ohne touristischen Aspekt undenkbar zu sein.

Gerhard Altmann legt sich für den Eigengebrauch heimischer Seelen aus diesem Grund ein poetisches Notizbuch zu, worin das eigene Land vermessen, besungen und gewürdigt wird ohne jenen Zwang, daraus etwas Geschäftliches zu generieren.

Heimo Mürzl / Wolfgang Pollanz (Hg.), Zum Fressen gern

h.schoenauer - 23.02.2024

heimo mürzl, zum fressen gernUnter dem Emblem eines gelben Kürbisses, der von der Ferne der berühmten Yellow Submarine der Beatles ähnelt, erscheinen in der Steiermark regelmäßig Überlegungen, wie Popkultur, Alltag und Kürbis in Einklang zu bringen seien.

„Zum Fressen gern“ ist die aktuelle Anthologie, die sich naturgemäß mit Tieren beschäftigt, freilich unter dem künstlerisch-grotesken Aspekt von Songs und Stimmungen, die einem beim Füttern, Liebkosen oder Aussetzen von Haustieren durch den Kopf gehen.

Hans-Werner Goetz (Hg.), Kontroversen in der jüngeren Mediävistik

andreas.markt-huter - 19.01.2024

hans werner goetz, kontroversen in der jüngeren Mediävistik„Überblickt man das vorgeführte, noch höchst unvollständige und oft nur angedeutete Spektrum, dann haben Kontroversen unterschiedliche Entstehungsursachen: Sie resultieren, als Debatten zwischen Weiterentwicklung und Beharren, teils aus dem Wandel der Geschichtswissenschaft bzw. der Mediävistik und somit auch aus dem Zeitgeist, aus veränderten Bedürfnissen und anderen Fragestellungen, die zum Widerspruch derer führen, die am Bisherigen festhalten […], teils aber auch aus dem Anspruch neuer Richtungen, die Geschichtswissenschaft insgesamt zu bestimmen.“ (S. 46)

Der Wandel in den wissenschaftlichen Methoden, Ansätzen, Themenstellungen und Interessenslagen führt naturgemäß zu Debatten, manchmal auch Streit, der nicht selten zwischen sich ablösenden Forschergenerationen ausgetragen wird. Dabei bleibt auch die Geschichtswissenschaft vom gesellschaftlichen und politischen Wandel und dem Aufkommen neuer Maßstäbe nicht unberührt, die sich auch im Sammelband zu den „Kontroversen in der jüngeren Mediävistik“ niederschlagen.

Frank Sieren, In China zu Hause.

andreas.markt-huter - 04.12.2023

frank sieren, in china zu hause„Noch nie in der Geschichte der Menschheit sind so viele Menschen so schnell aus der Armut katapultiert worden. Das Lebensgefühl der Chinesen, die diesen enormen Aufschwung in der kurzen Zeit erlebt haben, prägt auch die Eindrücke und Erlebnisse der Deutschen, die schon lange in China zu Hause sind und mit denen ich in diesem Buch sprechen.“ (S. 8)

Am Beispiel von 21 Interviews mit unterschiedlichen Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft, die auf jahrelange Erfahrungen in China zurückgreifen können, zeigt das Sachbuch „In China zu Hause“, wie sich die neue große Wirtschaftsmacht im Osten entwickelt und welche Auswirkungen und Möglichkeiten daraus für Deutschland und Europa zu erwarten sind.