Lesestudien

Die Schulentwicklungsplattform IQES

Andreas Markt-Huter - 31.03.2026

kinder beim lesenWer sich auf die Suche nach Materialien zur Sprach- und Leseförderung begibt, wird auf der Seite des Bundesministerium für Bildung auf die Schulentwicklungsplattform IQES online verwiesen. „Methodenkoffer, Videos, Fachartikel und Praxistipps unterstützen sowohl die Lesediagnostik als auch die Gestaltung von Lernumgebungen.“

Grund genug die Evaluations- und Schulentwicklungsplattform IQES, das Akronym steht für „Instrumente für die Qualitätsentwicklung und Selbstevaluation an Schulen“, näher vorzustellen. Mit ihrem Sitz in Winterthur in der Schweiz arbeitet die Einrichtung mit zahlreichen Bildungs- und Leseförderexperten aus der Schweiz, Deutschland und Österreich. Die Angebote sind darauf ausgerichtet, Schulen bei der Entwicklung eines eigenen Leseförderkonzepts zu unterstützen und die Lesekompetenz der Schüler nachhaltig zu steigern.

Prosodische Leseförderung: Teil 2 – Studie zum Lesen und Leseverstehen mit Sprechgruppen

Andreas Markt-Huter - 25.03.2026

schüler beim lesenIn der Grundschule umfassen Förderprogramme zum Leseverstehen meist Übungen zur Leseflüssigkeit, zum Dekodieren, zur Lesegeschwindigkeit, Automatisieren, zu Lesestrategien und zur Verbesserung der Lesemotivation. Mit diesen Übungen gelingt es jedoch nicht, die Lesekompetenz aller Schüler auf ein erforderliches Niveau zu heben. 

Für Schüler in der Sekundarstufe 1 sind gezielte Übungen zur Leseflüssigkeit nicht mehr vorgesehen. Das Lesen in Sprechgruppen kann als Instrument zum sinnerfassenden Lesen nicht nur für literarische Texte im Deutschunterricht, sondern auch Sachtexte eingesetzt werden und das Textverständnis fördern.

Prosodische Leseförderung: Teil 1 – theoretische Grundlagen

Andreas Markt-Huter - 18.03.2026

schulklasse liestIn der überaus lesenswerten Dissertation „Lernpotenziale prosodischer Leseförderung“ stellt die Autorin Inga Rottinghaus-Höfer den überaus interessanten Aspekt der Bedeutung prosodischer Kompetenzen, die alle Kinder für die Rezeption und Produktion aus der mündlichen Sprache bereits mitbringen, für die Leseförderung in den Mittelpunkt. Diese Fähigkeiten gezielt zu nutzen und zu fördern, um das Leseverstehen bei Schülern zu verbessern, war Ziel der Arbeit. Mithilfe passender Übungen zum Lesen in „Sprechgruppen“ wurde dazu anhand einer Interventionsstudie mit zwei Testgruppen untersucht, inwieweit die Übungen das Leseverstehen beeinflussen bzw. verbessern können.

Zu den prosodischen Kompetenzen gehören Lautstärke, Betonung, Pausen, Sprechtempo, Sprechrhythmus und Sprechgruppen. Diese rhythmischen, melodischen und akzentuierenden Aspekte der Sprache beeinflussen sowohl das Sprachverständnis als auch die soziale Interaktion. Für den Lese-Unterricht bleiben die bereits vorhandenen Fähigkeiten der Kinder aus der gesprochenen Sprache didaktisch meist ungenutzt. Rottinghaus-Höfer verwendet nun das Konzept der „Sprechgruppe“ als Grundlage für eine konkrete prosodische Förderung, mit dem Ziel das Leseverstehen zu verbessern.

Inga Rottinghaus-Höfer, Lernpotenziale prosodischer Leseförderung

Andreas Markt-Huter - 16.03.2026

Inga Rottinghaus-Höfer, Lernpotenziale prosodischer LeseförderungErfolgreich Lesende verfügen über die Fertigkeit, Wörter akkurat und automatisiert in angemessener Geschwindigkeit zu dekodieren. Diese Fertigkeiten werden unter dem Begriff „Leseflüssigkeit“ zusammengefasst. Auch wenn sie notwendig sind, um ein sicheres Leseverstehen zu entwickeln, so sind sie nicht ausreichend. Trotzdem konzentriert sich die schulische Förderung von Leseflüssigkeit bisher hauptsächlich auf diese Aspekte. Das Potenzial prosodischer Kompetenzen bleibt dagegen didaktisch ungenutzt …“ (S. 13)

Die wissenschaftliche Arbeit „Lernpotenziale prosodischer Leseförderung“ geht der Frage nach, inwiefern sich die Förderung der richtigen Betonung beim Lesen auf das Verständnis des Gelesenen auswirkt und damit eine sinnvolle Erweiterung der traditionellen Leserförderung im schulischen Unterricht darstellen kann.

Lesen und Schreibenlernen in einer zunehmend digitalen Welt

Andreas Markt-Huter - 07.11.2025

Lernen mit digitalen MedienDie Digitalisierung hat sich in den letzten Jahrzehnten über alle Bereiche der Bildung und des Lernens ausgebreitet und damit auch die Kulturtechniken Lesen und Schreiben spürbar verändert. Lesen und Schreiben haben sich speziell bei den jüngeren Generationen zunehmend in den digitalen Raum verlagert, während die Lesekompetenz laut Studien fortlaufend im Sinken begriffen ist.

Erkenntnisse der Kognitions- und Neurowissenschaft weisen darauf hin, dass die Erlernung von Lesen und Schreiben sowohl sprachliche als auch kognitive und sensorische Entwicklungsprozesse fördert. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Handschrift als wichtige Kulturtechnik für die kognitive Entwicklung und das Sprachverständnis. Dies widerspricht so manchen Forderungen, die auf das Erlernen der Handschrift in der Grundschule aufgrund der digitalen Medien wenig Wert legen.

Julia Knopf / Eva Wagner (Hg.), Schriftspracherwerb und Digitalisierung. Band 2 Praxis

Andreas Markt-Huter - 08.10.2025

Julia Knopf / Eva Wagner (Hg.), Schriftspracherwerb und Digitalisierung. Band 2 Praxis„Der Praxisband, den Sie in Händen halten, […] skizziert […] Herausforderungen und Potenziale digitaler Medien im Schriftspracherwerb. Dazu wird unter anderem ein Blick in die aktuelle Schulpraxis geworfen und der Ist-Stand der Digitalisierung festgestellt. Auch eine Bestandsaufnahme digitaler Angebote nehmen wir vor, sodass ausgewählte Apps auf eine Eignung für den Schriftspracherwerb hin untersucht werden. Zudem werfen wir die Frage auf, wie hybride Lernsettings im Schriftspracherwerb aussehen können, und welche Potenziale sich hieraus ergeben.“ (S. 2)

Hat sich Band 1 „Schriftspracherwerb und Digitalisierung“ mit den theoretischen Grundlagen beschäftigt, steht im 2. Band die praktische Verwendung digitaler Medien für den Schriftspracherwerb im Mittelpunkt. Dabei widmet sich ein umfangreiches Kapitel mit verschiedenen digitalen Tool und Apps für das Lesen- und Schreibenlernen in der Grundschule.

Julia Knopf / Eva Wagner (Hg.), Schriftspracherwerb und Digitalisierung. Band 1 Theorie

Andreas Markt-Huter - 01.10.2025

Julia Knopf / Eva Wagner (Hg.), Schriftspracherwerb und Digitalisierung. Band 1 Theorie„Der Theorieband, den Sie in Händen halten, beleuchtet zunächst die Herausforderungen des Schriftspracherwerbs unter den Bedingungen der Digitalität. Er lädt Sie ein, die Schlüsselkompetenzen Lesen und Schreiben neu zu denken. Dabei widmen wir uns intensiv den Lernvoraussetzungen, frühen Sprach- und Schrifterfahrungen sowie der nach wie vor bedeutsamen Rolle des Handschreibens. Auch die Frage, wie wir Lernkräfte bestmöglich auf diese neuen Herausforderungen vorbereiten können, lassen wir nicht außen vor.“ (S. 2)

Im Mittelpunkt des Theoriebandes „Schriftspracherwerb und Digitalisierung“ steht die Frage, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf die Grundschulen und im speziellen auf den Schriftspracherwerb hat. Weiters wird den Fragen nachgegangen, welche Gefahren die Digitalisierung für die Entwicklung grundlegender Fähigkeiten bei den Jüngsten mit sich bringt? Aber auch wie die Lösung in einem ausgewogenen Ansatz liegen kann, der das Beste aus analoger und digitaler Welt miteinander vereint.

Cornelia Rosebrock / Daniel Nix, Grundlagen der Lesedidaktik

Andreas Markt-Huter - 24.09.2025

Cornelia Rosebrock / Daniel Nix, Grundlagen der Lesedidaktik„Wegen der Notwendigkeit zur Differenzierung im Feld der Leseförderung wollen wir mit dem vorliegenden Buch zu einem detailorientierten Blick auf die Belange der verschiedenen Gruppen von Heranwachsenden anregen und die Grundlagen dafür bereitstellen. Mit dem Begriff der »systematischen Leseförderung« im Titel bezeichnen wir ein Konzept, das spezifische Leseschwierigkeiten der Schülerschaft in ein ausdifferenziertes Modell von Lesekompetenz einordnet und vor diesem Hintergrund passende Fördermethoden zu den verschiedenen Teilbereichen des Lesens empfiehlt.“ (S. 9)

„Grundlagen der Lesedidaktik“ von Cornelia Rosebrock und Daniel Nix gilt als Klassiker in die Einführung der schulischen Leseförderung. Die 10. Auflage seit 2007 wurde durch neue Forschungsergebnisse erweitert und aktualisiert. Das Sachbuch wendet sich an Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen, von der Grundstufe bis hinauf in die Sekundarstufe, die den Erwerb von Lesekompetenz fördernd begleiten.

Differenzierte Leseförderung für unterschiedliche Lesekompetenzen

Andreas Markt-Huter - 17.03.2025

LARS StudieDie Universität Graz hat im Projekt „Differenzierter Leseunterricht“ zwischen 2012-2014 Lesefördermaterialien erarbeitet, die helfen sollen die Lesefähigkeit (Language and Reading Skills – LARS) gezielt für unterschiedlicher Leistungsgruppen im Rahmen des schulischen Unterrichts zu fördern.

Im ersten Teil des Beitrags werden die wichtigsten Ergebnisse des LARS-Projekts anhand der Erfahrungen von Lehrerinnen und Lehrer an neun bzw. siebzehn Klassen aus verschiedenen Schule vorgestellt, die mit den ausgearbeiteten Lehrmaterialien im Rahmen einer Studie zwischen Herbst 2012 und Juni 2014 teilgenommen haben.

Lesefördermaterialien für unterschiedliche Lesekompetenzen

Andreas Markt-Huter - 10.03.2025

Lesefördermaterialien LARSIm Rahmen des Forschungsprojekts LARS – Language and Reading Skills – wurden Lernmaterialien entwickelt, mit denen alle Kinder einer Klasse gemeinsam an einem Thema arbeiten können. Dazu wurden die jeweiligen Materialien an unterschiedliche Leseniveaus angepasst. Ziel der Lernmaterialien für die zweite und dritte Schulstufe der Grundschule ist es, das Leseverständnis und die Lesefähigkeiten von Kindern mit unterschiedlichen Lesekompetenzen systematisch zu trainieren.

Die Lernmaterialien des LARS-Projekts für die zweite und dritte Schulstufe der Grundschule, die zum Gratis-Download vorliegen, eignen sich für die Leseförderung nach dem Erwerb der grundlegenden Lesefähigkeiten in der 1. Schulstufe. Die Materialien für vier unterschiedliche Leseniveaus berücksichtigen speziell auch Kinder mit einer anderen Erstsprache als Deutsch. Als Grundlage für eine erfolgreiche Leseförderung wird im Leseförderprogramm LARS eine gezielte Wortschatzarbeit und ein differenziertes Lesematerial eingesetzt, die helfen sollen, die Texte besser zu verstehen.