Thomas Finn, Der silberne Traum
„Ich stamme aus Lunamon.“ „Lunamon?“ Die Möwe stieß ein Krächzen aus, das eher einem Seufzen ähnelte. „Das tut mir leid für dich. Wie man hört, hat Morgoya die Heimat deines Volkes dem Erdboden gleichgemacht.“ (13)
Als die junge Elfin Fiadora, kurz Fi genannt, an Bord der Windjammer aus ihrem Schlaf erwacht, hat sie ihr Gedächtnis verloren. Nur die Ahnung einer großen Gefahr, die von der dunklen Herrscherin Morgoya ausgeht, liegt über ihrer Erinnerung. Morgoya hat neunzehn Jahre zuvor Fis Heimat zerstört und macht sich nun daran, die Weltherrschaft an sich zu reisen. In ihrem inneren weiß Fi, die sich als Junge ausgibt, dass es ihre Aufgabe ist Morgoya aufzuhalten.
So sehr die Städte in ihren Zentren auch funkeln und voller Wahrzeichen leuchten, so dunkel und uniform sind sie an ihren Rändern.
Gute Science-Fiction fügt sich nahtlos in die Beschreibung der Gegenwart ein, so dass sich die Grenze zwischen aktueller Lese-Gegenwart und Dystopie kaum feststellen lässt.
Jede Gesellschaft spuckt für jede Epoche einen zeitgenössischen Huckleberry Finn aus. Dabei müssen auch moderne Finn-Helden jeweils vor einer Witwe fliehen und auf dem persönlichen Mississippi dem eigenen Glück und der Freiheit entgegenfahren.
„Ich musste an Opa denken. „Ein guter Tag fängt morgens an“, hatte er immer gesagt, wenn er mit mir zum Angeln ging. Früher, als er noch nicht im Pflegeheim wohnte, als er noch wusste, wer er war und für jede Gelegenheit ein passendes Sprichwort parat hatte.“ (6)
Unter einem Künstlerroman hat man sich meist das sozial-stressige Leben eines Außenseiters vorzustellen, der mit dem Habitus eines Malers oder Komponisten der Welt zu ungeheurer Bereicherung verhilft, während er selbst darbt.
Es gibt nichts, wofür es nicht einen Verein gibt. Der moderne Verein heißt heutzutage Community und wird über Internet organisiert.
Kann eine Sechzehnjährige einen Roman über das weltbewegende Thema eines Amoklaufs schreiben? – Ja, denn auch die Amokläufer und Opfer sind meist sechzehn!
„Niko saß wie versteinert in seinem Bett. Was war da eben an der Decke seines Zimmers erschienen? „Wenn du möchtest, dass sich etwas ändert, dann hör auf, immer das gleiche zu tun.“
„Ein berühmter König, der fragt, ob er einen Krieg beginnen soll, erhält die Antwort, er würde ein großes Reich zerstören – es ist dann sein eigenes.“ (332)