Martin Suter, Das Bonus-Geheimnis
Kaum ein Wort wird mittlerweile so gehasst wie das Wort Bonus. Seit weltweit die Wirtschaftsdaten nach unten segeln, während die Managergehälter nach wie vor nach oben zischen, erweisen sich die Business-Geschichten von Martin Suter als die wahren Stücke einer Wirtschaftstheorie, die etwa lauten könnte: In der Wirtschaft sind lauter große Kinder am Werk, die Tag für Tag ein erbärmliches Spiel hinlegen.
In seinen neuesten Wirtschaftsskurrilitäten spart Martin Suter durchaus nicht mit literarischer Ironie. Wegen der allgemeinen Sparmaßnahmen müssen in Zukunft die Pointen der Geschichten eingespart werden (84), heißt es einmal als Erklärung dafür, warum manche Texte ohne Gelächter aufhören.
Die tapfersten Heldinnen sind jene, von denen man öffentlich kaum etwas weiß und die dennoch mit unendlicher Geduld und überirdischer Zähigkeit durchhalten und ihr Leben irgendwie über die Runden bringen.
"Es ist der Geruch, der Indien ausmacht!" (34) Maria E. Brunner bringt in ihrer Prosa über Indien so gut wie alle Sinnesorgane in Stellung, Zitate aus Studien, Analysen authentischer Reisen, die Hinterseite von Prospekten werden genauso verwendet wie verdrehte Drehbücher aus Bollywood und Investitionskampagnen von Wirtschaftstreibenden.
Nichts ist so einfach und gleichzeitig so kompliziert zu beschreiben wie das Wetter. Oft verändert es sich, während man den Mund zur Beschreibung aufmacht, meist muss es als Thema für ein schnelles Notgespräch herhalten und letztlich verbreitet nichts so subtile Stimmung wie das Wetter.
Als Markenzeichen der Stadt Potsdam liegt Schloss Sanssouci wahrlich "sorglos" im eigenen Garten und strahlt durch die Geschichte.
Oft sind es die selbstverständlichsten Sätze, die schnurstracks in das Herz des Lesers zischen und dort fiktionale Wohlbefindlichkeit erzeugen.
Die Provinz hat ihre eigenen Erlebnisse, oft sind es Kleinigkeiten, die zu großen erotischen Ausbrüchen führen, oft sind es Mickymausereien, die stracks in den emotionalen Abgrund führen.
Normalerweise ist der Nachzügler jemand, der noch schnell geboren wird, während die Familie ihr Vermehrungsprogramm bereits abgeschlossen hat.
Manchmal lernt man aus einem Roman mehr über ein Thema als durch ein Studium. Im Roman nämlich dürfen gedankliche Alternativen ungeniert ausgesprochen werden, die in einer streng normierten wissenschaftlichen Öffentlichkeit tabu sind.
Irgendwie erinnert der Titel an ein weinendes Kind, das sich gerade den Kopf angeschlagen hat, und dann kommen die aufgeschreckten Erwachsenen daher gerannt und sagen der Reihe nach, es wird alles wieder gut.