Teresa Solana, Mord auf katalanisch

Manchmal werden die Helden eines Krimis eingeführt wie der gute alte Kasperl das Figurenset einführt. Seid ihr alle da, wir sind Zwillinge, wir heißen Eduard und Pep, der Fall mag kommen!
Im Mittelpunkt dieses Krimis steht die katalanische Hauptstadt Barcelona mit ihren Eßgewohnheiten, den lustvollen Locations und dem selbstbewusst-freizügigen Ton, der über dieser Grand Dame der spanischen Revolution liegt.
Seit Karl May lieben wir Leser alle diese Serienhelden, die in jedem Fall bei Null anfangen und uns mit ihrer offenen Art in die Arme und ein paar hundert Seiten lang in ihre Welt mitnehmen.
Diese kleinen Filialleiter, die immer wieder auf der Kriminalseite der Tagespresse auftauchen, sind die Idealen Helden, um große Systeme zu sprengen. Angetrieben von der Geilheit des Geldes sind sie so gut wie zu jedem Verbrechen fähig und immer wieder haben sie die Moral auf ihrer Seite, denn sie haben ja nichts anderes im Sinn, als ein freches unmenschliches System ordentlich auszureizen.
Kann ein wilder, spurenheißer Kommissar Gefühle haben? – Bin ich Bulle oder Vater, fragt sich mit Recht der griechische Kommissar Kostas Charitos, als seine Tochter auf einer Urlauber-Fähre entführt wird.
Auf eine sichtbare Kakerlake kommen zehn unsichtbare, allein in diesem Zimmer wird mindestens ein Kilo Kakerlaken herumkriechen. - Kommissar Harry Hole aus Oslo ist ziemlich fertig, er liegt in Bangkok im Hotel und soll kühl einen Mord an einem norwegischen Diplomaten untersuchen.
Niemand hört wirklich zu rauchen auf. – Mit diesem Satz ist das ganze Konzept dieser Welt erklärt, wir alle sind irgendwo abhängig und kommen niemals los davon.
Vielleicht besteht der Ur-Krimi darin, dass jemand den Ort oder die Zeit wechselt. Barbara Vines Krimi „Aus der Welt“ handelt von einem Orts-, Kultur- und Zeitwechsel der romantischen Art.
Auf der ganzen Welt kennt man dieses Riesenrad, das bei günstiger Optik genau hinter dem Stefansdom aufgestellt ist, während in der Tiefe dieser Installation vielleicht ein Fiakerpferd im rosaroten Mannerschnitten-Look furzt.
Nicht umsonst hat diese wundersame Biographie einer literarischen Nichterscheinung der Mosaikkünstler Hans Pfefferle illustriert. Das einzelne Mosaiksteinchen nämlich ist ein Augenblick aus Stein, völlig unscheinbar und alltäglich.
Altes Gerümpel wird ehrfürchtig Kramasuri genannt, wenn man daraus vielleicht noch etwas machen kann. Philosophisch gesehen ist Kramasuri ein Chaos, das liebevoll nach einem ordnenden Eingriff schreit.