Sarah Crossan, Breathe. Gefangen unter Glas
Gute Science-Fiction fügt sich nahtlos in die Beschreibung der Gegenwart ein, so dass sich die Grenze zwischen aktueller Lese-Gegenwart und Dystopie kaum feststellen lässt.
In Sarah Crossans Roman „Gefangen unter Glas“ ist die Welt bereits aus dem Ruder gelaufen, es hat einen sogenannten Switch gegeben, wodurch das Klima kollabiert ist.
„Lusa setzte sich hin, um zu warten. Die Sache war noch nicht abgeschlossen, ganz gleich was ihr Vater dazu sagte. Sie wollte mehr über die Wildnis wissen und davon würde sie sich nicht abbringen lassen. Auf gar keinen Fall.“ (149)
Jede Gesellschaft spuckt für jede Epoche einen zeitgenössischen Huckleberry Finn aus. Dabei müssen auch moderne Finn-Helden jeweils vor einer Witwe fliehen und auf dem persönlichen Mississippi dem eigenen Glück und der Freiheit entgegenfahren.
„Die schreckliche Situation ereignete sich bei meinem dritten Besuch auf dem Blauen Planeten, und den hatte ich mir eigentlich ganz anders vorgestellt. Aber am besten erzähle ich dir die Geschichte von Anfang an.“ (11)
„Ich musste an Opa denken. „Ein guter Tag fängt morgens an“, hatte er immer gesagt, wenn er mit mir zum Angeln ging. Früher, als er noch nicht im Pflegeheim wohnte, als er noch wusste, wer er war und für jede Gelegenheit ein passendes Sprichwort parat hatte.“ (6)
„Ich sollte ein Wörtchen zum Floppomobil sagen. Eigentlich heißt es gar nicht Floppomobil. Offiziell heißt es Segway. Und es gehört meiner Mutter. Sie hat es bei einer Tombola gewonnen. Und sie hat die Bedingungen genannt, unter denen ich es benutzen kann. „Unter gar keinen Bedingungen!“ Das kann man so oder so verstehen, finde ich.“ (14f)
„Wenn man Geschwister hat, muss man offenbar immer so tun, als würden die nerven, während man sie in Wahrheit richtig klasse findet. Er wäre für mich mal beruhigend gewesen zu wissen, dass Geschwister wirklich nur nerven. Dann hätte ich mich gefreut, dass ich ein Einzelkind bin.“ (5)
Unter einem Künstlerroman hat man sich meist das sozial-stressige Leben eines Außenseiters vorzustellen, der mit dem Habitus eines Malers oder Komponisten der Welt zu ungeheurer Bereicherung verhilft, während er selbst darbt.
„Liebe Nagerfreunde, kennt ihr mich schon? Mein Name ist Stilton, Geronimo Stilton. Ich leite eine Zeitung, die Neuen Nager Nachrichten. Es ist die beliebteste Zeitung der Mäuse-Insel. Aber diesmal will ich euch nichts von der Zeitung vorquieken. Ich möchte euch eine Geschichte erzählen, die euch den Pelz zu Berge stehen lässt!“ (7)
„Merkwürdige, schicksalhafte Ereignisse brachten Unheil über Myr. Graue Könige besetzten den Thron, einer nach dem anderen gleichgültig und grausam. Myr verarmte und versank in Vergessenheit.“