Vanessa Walder, Die weiße Wölfin
„In der Nacht, in der Vollmuts Welpen geboren wurden, ging die Welt unter. Zumindest fühlte es sich für das Wolfsrudel im Flusstal so an. Der Sommer war noch heiß und reif, aber es hatte lange nicht geregnet. Nun toste ein Sturm durchs Tal, wie ihn keiner der Wölfe je erlebt hatte.“ (S. 13)
Das Leben der Wölfe in der Wildnis ist aufregend, birgt aber auch zahlreiche Gefahren. Die jungen Leserinnen und Leser begleiten eine außergewöhnlich mutige junge Wölfin von ihrer Geburt an auf ihren Abenteuern und erfahren dabei viel Hintergrundwissen über die Natur und den Lebensraum der Wölfe.
„Wenn das hier wirklich eine Fernsehserie gewesen wäre, so wie alle taten, dann hätte es locker eine Million guter Auftakte für die erste Folge gegeben. Sie hätte zum Beispiel im Juni anfangen können, als ich eines Tages von der Schule heimkam und Mom mich mit den schicksalshaften Worten Caitlyn wir ziehen um begrüßte. Nicht etwa Hättest du was dagegen, wenn wir …?“ (S. 17)
„Es war vor langer Zeit, vor sehr langer Zeit, vor so langer Zeit, dass sich niemand mehr erinnert. Denn es war zu der Zeit, als es noch keine Menschen gab… An jenem Tag stieg der Dabbadaoben, der den Himmel erschuf und alles, was mit Flügeln fliegt, ja sogar den Wind, vom Berg hinunter, um seinen Bruder zu besuchen …“
„Überlieferungen des Ordens zufolge war es mithilfe des Buche möglich, die Babelfragmente zusammenzufügen, daher kannte man es auch unter dem Namen Die göttliche Fügung. Waren die Fragmente einmal vereinigt, konnte man den Turm von Babel wiedererrichten und so zu göttlicher Macht gelangen.“ (S. 21)
„Sobald die Autorin mit ihrem Manuskript zufrieden ist, schickt sie es an einen oder mehrere Verlage. Wenn sie von einer Agentur vertreten wird, bespricht sie das Manuskript zuerst mit der Agentur. Anschließend schickt die Agentur das Manuskript für sie weiter.
„Die Hirsche machen heute einen Ausflug. In ihrem extraschnellen Cabrio brausen sie durch Felder und Wiesen. Bis zum See geht die Fahrt. Dort stellen sie den Motor aus und schauen sich um. Ganz still ist es hier. Und irgendwie besonders.“
„Ein altes, verblichenes Foto. So groß wie eine Postkarte. Die Gesichter der beiden Männer waren kaum noch zu erkennen, die Zeit hatte fast alle markanten Züge gelöscht. Doch die Haltung war eindeutig: Der eine groß, stolz und selbstbewusst, der andere fast noch ein Junge, schmal, schüchtern, beide in knöchellangen weißen Kitteln. Zwischen ihnen stand, riesig und dunkel glänzend, ein Nashorn.“ (S. 11)
„Später möchte ich mal einen Obst- und Gemüsegarten haben und nur essen, was dort wächst … / und ich nie selber kochen, sondern immer mit Freunden ins Restaurant essen gehen.
„Es ist eigentlich nichts besonders überraschend, dass der Tag, an dem mir fast von einem gemeinen Monster das Gesicht weggekratzt worden wäre, ein Donnerstag war. Seit ungefähr dem Anbeginn aller Zeiten […] sind den Leuten aus meiner Familie an Donnerstagen schlimme Dinge widerfahren.“ (S. 13)
„»Das Gliss bedeckt fast unseren gesamten Planeten, und es ist rutschiger als alles, was wir kennen«, erklärte mir Großmutter. »Daher der Name. Tatsächlich gibt es auf Gliss überhaupt keine Reibung. Wir wissen nicht, wie so etwas möglich ist, aber wir wissen, dass es so ist. Man kann es messen.« Ich verstand damals nicht, was sie damit meinte und wieso sie es so nachdenklich sagte. Dass das Gliss das große Wunder unserer Welt ist, habe ich erst später begriffen.“ (S. 6)