Jenn Lyons, Der Name aller Dinge

jenn lyons, der name aller dinge„Mein teuerster Lord Var, hier der von euch erbetene Bericht über die Ereignisse, die zu der momentanen Lage in Jorat führten. Ich habe gemogelt und lasse die Geschichte in großen Teilen von Janel selbst erzählen – aber Informationen aus erster Hand sind immer noch die besten, nicht wahr?“ (S. 11)

Der Magier Lord Relos Var lässt sich von seiner Dienerin Seneras Kihrins Geschichte erzählen, dem Sohn aus dem Königshaus D’Mon und seinem großen Gegenspieler. Dieser hat mit der Zerstörung des magischen Schellensteins den Untergang des Königtums heraufbeschworen und dabei sowohl alle gegeashten Sklaven als auch verstoßenen Dämonen befreit.

Kihrin muss fliehen und erreicht mit der Feuerblüter-Stude Skandal und seinem Begleiter Stern den unwirtlichen Ort Jorat, das Land der Pferde, das von einem riesigen Drachen bedroht wird und wo ihn zu seiner Überraschung bereits eine alte Frau erwartet.

Deine Frau hat dich angekündigt. (S. 21)

Kihrin hat keine Frau und umso erstaunter als er auf Janel Theranon trifft, eine Frau, deren Bild ihm der Dämonenprinz Xaltorath einst gezeigt hat und an der alles rot ist. Janel gibt vor Kihrin zu kennen und da in Jorat gerade ein fürchterlicher arktischer Sturm tobt, berichtet sie gemeinsam mit dem Priester Bruder Qaun über Jorat, in dem die Pferde als vollwertige Bürger des Landes anerkannt sind. Aber auch die Geschlechterverhältnisse in Jorat sind außergewöhnlich, wobei zwischen Geschlechterrolle und Geschlecht fein unterschieden wird. Wer wie eine Frau aussieht, kann sich wie Janel trotzdem selbst als Mann verstehen.

Janel berichtet von ihrem Leben und ihren Abenteuern, von ihren Reisen ins Jenseits und ihren Kämpfen gegen Dämonen. Ihr Land wird bedroht und auf der Suche nach einem magischen Speer gerät sie in Gefangenschaft. Dabei wird Kihrin langsam klar, dass er helfen soll, den Untergang Jorats zu verhindern. Anfangs wehrt sich Kihrin gegen diese Bitte. Als er jedoch erfährt, dass sein großer Feind Relos Var hinter der Bedrohung steckt, erkennt er, dass er Janel die Hilfe gewähren muss, weil auch sein Schicksal und das Schicksal der Welt davon abhängen.

Auch die Fortsetzung der Drachengesänge bietet wieder eine Fülle an unterschiedlichen Landschaften, Gesellschaften und Verhältnissen, die an Fantasie nichts zu wünschen übriglassen. So finden wir neben Drachen auch Zauberer, Dämonen, Hexen und selbst Götter. Daneben kommt auch die in der Gegenwart intensiv diskutierte Bedeutung von Geschlechterrollen in der Geschichte zur Sprache, wobei Janel, die sich eigentlich als Mann definiert, immer als Frau bezeichnet wird. Ein besonderer Reiz bietet die Erzählweise, die den Lesern die Ereignisse sowohl aus der Sicht Janels als auch aus den Kommentaren Serenas näherbringt.

Ein gelungene und spannend erzählte Fortsetzung des ersten Bandes der Drachengesänge, die durch ihre vielen fantasievollen Details zu überzeugen weiß.

Jenn Lyons, Der Name aller Dinge. Aus d. Reihe: Drachengesänge Bd. 2, übers. v. Urban Hofstetter / Michael Pfingstl [Orig. Titel: The Name of all Things], ab 16 Jahren
Stuttgart: Hobbit Presse / Klett-Cotta 2020, 912 Seiten, 25,70 €, ISBN 978-3-608-96342-7

 

Weiterführende Links:
Hobbit Presse / Klett-Cotta: Jenn Lyons, Der Name aller Dinge
Homepage: Jenn Lyons
Hobbit Presse: Interview mit Jenn Lyons

 

Andreas Markt-Huter, 21-05-2021

Bibliographie

AutorIn

Jenn Lyons

Buchtitel

Der Name aller Dinge

Originaltitel

The Name of all Things

Erscheinungsort

Stuttgart

Erscheinungsjahr

2020

Verlag

Hobbit Presse / Klett-Cotta

Reihe

Drachengesänge Bd. 2

Übersetzung

Urban Hofstetter / Michael Pfingstl

Seitenzahl

912

Preis in EUR

25,70

ISBN

978-3-608-96342-7

Lesealter

Altersangabe Verlag

o.A.

Zielgruppe