Stephanie Jentgens, Lehrbuch Literaturpädagogik
„Das „Lehrbuch Literaturpädagogik“ ist ein Lernbegleiter, der die ganze Vielfalt dieses Tätigkeitsbereichs abdeckt. Es umreißt und erläutert die Handlungsfelder der Literaturpädagogik, formuliert Grundlagen für das pädagogische Handeln und gibt eine Einführung in die Kinder- und Jugendliteratur.“ (S. 9f)
Neben einer Einführung in die Grundlagen der Literaturpädagogik bietet das Lehrbuch einen kompakten Überblick zur Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur, eine Einführung in die Praxis der Literaturpädagogik vom Kleinkind bis zum jungen Erwachsenen und zeigt organisatorische Hilfestellungen für literaturpädagogische Maßnahmen und Projekte, deren Evaluation und Sicherung von Nachhaltigkeit.
„Auf seinem Schiff brach Jubel aus, dann sprangen Tausende seiner Männer über Bord, um ihrem König auf persischen Boden zu folgen. Der junge Mann hieß Alexandros, was in etwa »Beschützer der Männer« bedeutet, und lebte vor über zweitausend Jahren, im vierten Jahrhundert vor Christus.“ (S. 8f)
In alten Märchenbildern ist die Welt wie eine Sanduhr aus Sternen aufgebaut. Wer in die Tiefe eines Brunnens blickt, sieht darin die Sterne des Firmaments gespiegelt, wer in den Himmel schaut, wird in die Tiefe hinabgezogen wie in einen Brunnen.
„Als Kind war ich sehr fasziniert von Bildern aller Art. Alles Gedruckte und Gemalte hat mich stark angezogen. Ein Bild zu betrachten bedeutete in das Bild hineinzusteigen. Die Umgebung ganz zu vergessen und richtig im Bild spazieren zu gehen. Was für ein Genuss!“
Wenn Materie nicht aus Materie besteht, wie in Physikerkreisen formuliert wird, dann könnte vielleicht Dichtung Materie sein?
„Mythen sind das Feld der poetischen Imagination und doch so viel mehr als nur Geschichten. Auch heute noch bieten Mythen Menschen auf der ganzen Welt Orientierung, denn sie handeln von den großen Geheimnissen, die uns alle faszinieren: von Geburt und Tod und der menschlichen Existenz.“ (S. 13)
Wenn dir beim Aufschlagen eines Buches alles fremd ist, lies es wie ein Lexikon!
„Schorsch und Holm hatten auch ein kleines, gemütliches Häuschen auf einem Hügel, in dem sie gemeinsam wohnten. Und einen kleinen Garten mit einem Tannenbaum, den sie weihnachtlich schmücken wollten. Denn bald war Weihnachten …“
Staatstragende Romane sollten wenigstens zehn Jahre lang warten, ehe sie eine Gegenwart historisch abgekühlte beschreiben. Alles, was zu nahe an den aktuellen Kalender herangeführt ist, klingt nach Wahlkampf, Propaganda oder Streitschrift.
„Ich fühlte mich sehr vorweihnachtlich. »Vom Himmel hoch, o Englein kommt«, sang ich. Mama setzte die Blockflöte ab und krähte fröhlich: »Eia, eia, susani, susani, susani!« Es waren nicht die Englein, die vom Himmel kamen, es war Mr Moose. Ein ohrenbetäubendes Krachen ertönte und im nächsten Augenblick stürzte er auch schon durch die Zimmerdecke.“ (S. 5 f)