Tom Schamp, Hoch hinaus
„Wer wohnt denn da? Mit jeder Seite, die du umklappst, steigst du in diesem Haus ein Stockwerk höher hinauf – bis zur Party unterm Dach. Es gibt viele Geschichten und fantastische Gestalten zu entdecken.“
Die jungen Leserinnen und Leser begleiten zwei Kinder auf ihrem Weg zu einer ausgefallenen Faschingsparty im siebten Stock eines Hochhauses. Auf der unterhaltsamen Reise von einem Stockwerk zum nächsten treffen die Kinder auf die unterschiedlichsten Menschen in märchenhaften und wunderbaren Umgebungen.
Im historischen Roman lässt es sich mit Fakten durchspielen, was ein anderer Verlauf der Geschichte hätte bewirken können, es lassen sich auch Träume der Gegenwart in das historische Ambiente zurückflashen, und schließlich können im historischen Roman Provinzereignisse zu Weltereignissen aufgeblasen werden.
„Kunst ist ein Grundbaustein der Zivilisation – keine bedeutende Kultur oder Gesellschaft konnte auf sie verzichten. Im Verlauf der Geschichte nahmen künstlerische Werke alle möglichen Formen an und dienten unterschiedlichen Zwecken – und sie unterlagen einer ständigen Entwicklung.“ (12)
„Jeder kann zeichnen und Kategorien wie richtig und falsch gelten hier nicht. Kinder stehen sich nicht mit Zweifeln selbst im Weg. Aber auch Erwachsene können mit derselben Freude zeichnen, wenn sie wissen, wie sie ihre künstlerischen Fähigkeiten verbessern können.“ (S. 10)
Leidenschaften sind meist zeitlich begrenzte Gefühlsaufwallungen, die jenseits der Logik einer Person oder einem Thema umgehängt werden.
„Schuld an dieser Geschichte ist ein Sonntagabendgespräch. »Heute Abend fällt mir keine Geschichte ein«, sagte ich. »Meine Phantasie ist eingetrocknet.« »Erzähl uns doch noch so eine Geschichte von Pyecraft, dem Millionär«, bat Betty. »Ich hab eine Idee für eine Geschichte«, sagte Michael. »Wir sind die letzten Menschen auf der Erde. Alle sterben, bloß wir nicht.« (S. 7)
Das größte Kapital, das neben der sprichwörtlichen Kohle mit den Mächtigen mitmarschiert, ist jener Schatz an Geschichten, den zu heben und zu erleben nur Eliten imstande sind. Den Adel hat seinerzeit nicht so sehr die Aberkennung von Titeln und Gütern geschmerzt als vielmehr das Ausbleiben von Geschichten, worunter die auf ein normales Leben Zurückgestutzen fortan zu leiden hätten.
„Noch heute erzählen sich die Schweine, wie Mama Hausschwein bei seiner Ankunft quiekte. »Da kommt ja noch ein Kleiner! Horkus-Porkus – wer hat dich den hergezaubert?« Denn normalerweise brachte Mama Hausschwein immer nur zwölf Ferkel auf einmal zu Welt. Horkus-Porkus aber war die Nummer dreizehn.“ (S. 7)
Wenn ein Autor einmal seine Erzählmelodie gefunden hat, braucht er nur zwei drei Fügungen anklingen zu lassen, und schon geht es für den Leser in voller Stimmung weiter, wo er vielleicht im letzten Sommer aufgehört hat.
„Es war in grauer Vorzeit, als die Stammväter Roms aufbrachen und gen Westen fuhren über das Meer, hinter sich die himmelhoch lodernden Flammen ihrer zerstörten Heimatstadt Troja. Was aber war geschehen und wie war es zu dieser Katastrophe gekommen?“ (S. 9)