Hubert Flattinger, Die Spur führt in den Hühnerstall
„Papa ist heute Morgen gut gelaunt. Fröhlich pfeift er zur Musik aus dem Radio und tänzelt zwischen Herd und Küchentisch herum. »Magst du auch ein Goggei zum Frühstück?«, will er von Paula wissen. Paula ist noch müde und reibt sich den Schlaf aus den Augen. »Ein Ei?«, fragt sie. »Was denn für eins?«“
Vater und Tochter machen sich zum Frühstück ein Ei, wobei es viele Möglichkeiten gibt, ein Ei zu machen. Paula entscheidet sich für ein Spiegelei. Während Papa die Pfanne reinigt schaut sich Paula beim Essen die Eierschale etwas genauer an und entdeckt merkwürdige Zahlen und Buchstaben. Sofort ist ihr Detektivsinn erwacht und sie beschließt mit Papa den geheimnisvollen Zeichen auf die Spur zu gehen.
„Das Verteidigungsministerium arbeitet momentan am Bruce-Parington-Programm, einem Raketenabwehrsystem. Die Pläne dafür waren auf einem USB-Stick. Es gibt noch mehr Kopien, aber das ist geheim. Du musst die Pläne finden, Sherlock!“ (26)
Die Meisterinnen des Erzählens lassen die Geschichten an sich herankommen, seitlich vorbei streichen und wieder verschwinden. Währenddessen entwickelt sich das Thema, zum Beispiel Transit.
„»In sechs Tagen wird es auf der Welt keine Schokolade mehr geben … für immer!« Das sagten sie in der Sieben-Uhr-Show. Jelly hatte fast das nächste Level von Zombie-Welpen-Jagd erreich, aber als sie das hörte, ließ sie ihren pinken Welpen in einen riesigen Behälter mit Zombie-Hundefutter fallen.“ (7)
Sogenannte Chinesenviertel sind dazu da, dass sich darin die Kultur von Jahrtausenden mit den aktuellen Menschenschicksalen der jeweils individuellen Gegenwart begegnen können.
„Ich wünschte, du wärst dein eigener Albtraum und nicht meiner. Ich wünschte, du wärest so weit weg wie möglich, damit ich dich nie wieder sehen muss und du mir nie wieder Ärger machst.“ (20)
Wo ist eigentlich Krieg? - Dort wo der Wehrschütz ist. Dieser Witz über die Kriegsberichterstattung des ORF zeigt das Dilemma des modernen Journalismus. Nachrichten entstehen nur mehr dort, wo jemand das Geld hat, jemanden hinzuschicken, oder im Netz, wo alles eine Nachricht ist.
„Dr. Brumm macht das, was er jeden Freitag macht … Gartenarbeit. Beim Umgraben seines Gemüsebeets stößt er plötzlich mit dem Spaten auf etwas Hartes … »Tonnerwetter!«, sagt Dr. Brumm, als er kurz darauf drei seltsame Gegenstände ausgebuddelt hat.“
Diese elementaren Wörter Zeugnis, Zeuge oder Zeugung sind immer ganz nah dran an der Erschaffung der Lebewesen und ihrer Wahrheiten. Der spontane Eindruck von „über zeugungen“ deutet auf jemanden hin, der sich bei der Zeugung übernommen hat, und das macht natürlich neugierig auf die Gedichte.
„Aber in diesem Jahr wollte er alles richtig machen. Vierundzwanzig Tage hatte er Zeit. Diesmal würde er sich den richtigen Menschen aussuchen, einen Menschen, der bereit war, ihn zu kaufen, und damit einen magischen Vertrag einging. Der Löwe wollte sich einen Menschen aussuchen, der Spaß verstand, einen Menschen, der ihn lieb haben konnte.“ (7)