Aktuelle Buchtipps

 

Roland Reitmair, Innergebirg

h.schoenauer - 19.03.2014

Das Gebirge ist in der Literatur der Ort der letzten Klärung. Ob es sich nun um einen familiären Suizid handelt wie bei Thomas Bernhard oder um einen radikalen Hirnumschwung wie in Büchners Lenz, das Gebirge erscheint dabei als eine scharfe Klinge für die existenzielle Rasur.

Roland Reitmair macht diese geographische Reinigungsanlage noch eine Spur schärfer, indem er seinen Helden ins „Innergebirg“ schickt. Dass es dabei um Leben und Tod und um den Sinn des Lebens geht, wird sogar dem Helden Arthur von der ersten Zeile an klar. Er hat nämlich das Gefühl, gerade gestorben zu sein, aber andererseits sind ein paar Sinnesorgane noch in Funktion und er kann sich einen Rundgang durchs Innergebirge leisten.

Mein Englisch Bildwörterbuch

andreas.markt-huter - 18.03.2014

Wörter lassen sich am besten in Wörterbüchern sammeln. Nichts ist naheliegender als eine Sammlung englischer Wörter für kleine Kinder in einem „Englisch Bildwörterbuch“ zu vereinen.

Wenn es am Morgen in der Küche zum Frühstück geht, gibt es eine Menge von Gegenständen, Utensilien und Nahrungsmitteln, denen wir täglich begegnen und die wir täglich brauchen. Seien es Gegenstände wie der Tisch, der Herd, der Topf aber auch Messer und Gabel oder aber Nahrungsmittel wie Butter, Marmelade, Brot, Wurst und auch das Müsli alle haben nicht nur einen deutschen Namen sondern lassen sich auch in englischer Sprache bezeichnen.

Tanja Maljartschuk, Biografie eines zufälligen Wunders

h.schoenauer - 17.03.2014

Ein gutes Wunder besteht geradezu darin, dass es einmalig und unbeschreiblich ist. Wenn nun ein Wunder gar eine Biografie zustande bringt, ist das ein grandioser Sieg der Bürokratie.

Tanja Maljartschuk erzählt die Biografie der Lena und somit die jüngere Zeitgeschichte der Ukraine als Wunder.

Michael Madeja / Katja Naie, Denkste?!

andreas.markt-huter - 15.03.2014

„Willkommen in der Schaltzentrale des Körpers, dem Gehirn. Ohne es geht nichts, keine Empfindung und kaum eine Bewegung. Und deshalb ist eigentlich alles in unserem Körper mit dem Gehirn verbunden.“ (72)

Es ist schon erstaunlich, was unser Gehirn so alles zu leisten vermag. „Denkste?! – Verblüffende Fragen und Antworten rund ums Gehirn“ bietet auf knapp 200 Seiten einen informativen, spannenden, vor allem aber überaus unterhaltsamen Einblick in unser wichtigstes Organ.

Margarita Kinstner, Mittelstadtrauschen

h.schoenauer - 14.03.2014

Die Mittelstadt liegt literaturgeographisch vermutlich zwischen dem Großstadtroman „Berlin Alexanderplatz“ von Alfred Döblin und dem skurrilen Kleinod des „geometrischen Heimatromans“ von Gert Jonke.

Margarita Kinstner legt ihren Sound vom Mittelstadtrauschen markant über ein Gebilde, das vielleicht nur aus einem Punkt besteht, worin das volle Mittelmaß im Abfluss innehält. Die literarische Stadt beinhaltet alle Merkmale von Wien, aber wie die diese U-Bahnstationen, Plätze und Cafés angeordnet sind, deutet auf eine andere Ordnung hin als jene eines Chronisten oder Stadtplaners.

Elisabeth Zöller, Der Krieg ist ein Menschenfresser

andreas.markt-huter - 13.03.2014

„Weißt du, Junge“, begann sein Vater die Unterhaltung nun. Sein Ton war ganz ruhig und sachlich, als wollte er etwas erklären. „Wir müssen uns nicht nur daran gewöhnen, dass Menschen weggehen. Wir müssen uns vor allem daran gewöhnen, dass sie nicht wiederkommen.“ (44)

„Der Krieg ist ein Menschenfresser“ schildert berührend, wie das Schicksal das Leben junger Menschen im 1. Weltkrieg aus ihrer Bahn wirft und nichts als Unglück, Schuld und Leid zurück bleiben.

Franz Kabelka, Die Muschel

h.schoenauer - 12.03.2014

Reisen und Zeitreisen sind quasi die Komplementärmenge zum Alltag und somit ein lohnender Stoff, das Leben von der unsichtbaren Seite des Mondes her zu beleuchten.

Franz Kabelka greift in seinen Reiseerzählungen den Protagonisten unter die Arme der Sehnsucht, indem er nicht nur den Ablauf als Tourismus-Chronist im Auge behält sondern vor allem die Träume, die angelesenen Paradiese und die verschlungene Reiseliteratur mit ins Erzählboot nimmt.

I. C. Springman, Mehr . . . immer mehr!

andreas.markt-huter - 11.03.2014

Wie viel muss ein Mensch besitzen, bis er genug hat? Eine Frage, die nicht nur für Kinder und Jugendliche interessant erscheint, sondern auch Erwachsene zum Nachdenken anregen kann.

„Mehr … immer mehr!“ beginnt mit dem Bild einer einsamen und überaus deprimiert wirkenden Elster. Auf der oberen linken Hälfte der Doppelseite sehen wir nur das Wort „Nichts“. Relativ klein und unscheinbar geschrieben dringt es mit einer Wucht in das Auge des Betrachters und lässt reflexartig „mehr“ erwarten.

Gwenaëlle Aubry, Niemand

h.schoenauer - 10.03.2014

Wenn Identitätsnachweise der Daten-Verwaltung versagen, hilft oft nur ein Roman, eine Nicht-Person oder einen Niemand zu beschreiben.

Gwenaëlle Aubry setzt in ihrem Roman eine klassische Vater-Sohn-Konstellation in den Mittelpunkt des Erzählens, darüber hinaus geht es um den Sinn von Romanen und das Aufschreiben und Erinnern als Therapie.

Derek Harvey, Supertiere

andreas.markt-huter - 08.03.2014

„Das Leben auf der Erde hat sich vor ungefähr 3,5 Milliarden Jahren in den Ozeanen entwickelt. Seitdem sind unglaublich viele verschiedene Lebensformen entstanden, die jeden Winkel unseres Planeten besiedeln. An Land und in den Meeren kommen viele Tier vor, die erstaunliche Fähigkeiten und faszinierende Lebensweisen haben.“ (6)

Rekorde im Tierreich haben schon seit jeher eine faszinierende Ausstrahlung und gerade junge Leserinnen und Leser können sich für Superlativen in der Tierwelt besonders begeistern. „Supertiere – Die 100 größten, schnellsten, gefährlichsten Tiere der Welt“ lässt in dieser Hinsicht keine Wünsche offen und bietet erstaunliche Einblicke in die Lebensweise und die Fähigkeiten dieser Tiere.