Aktuelle Buchtipps

 

Björn Bicker, Was wir erben

h.schoenauer - 29.01.2014

An manchen Tagen gibt es in der Literatur nur das Familienthema zu bearbeiten, die einen unternehmen alles, um die Familie los zu werden, die anderen alles, um sie zu entdecken.

In Björn Bickers Roman „Was wir erben“ wird eine Ich-Erzählerin Elisabeth aus heiterem Himmel heraus dazu gezwungen, sich mit der Familie auseinanderzusetzen. Ihr ist nämlich ein Bild zugespielt worden, worauf zu erkennen ist, dass ihr Vater parallel zu seiner Frau eine Beziehung gehabt hat, aus der ebenfalls ein Kind übrig geblieben ist. Die Erzählerin schreibt dem etwa gleichaltrigen Halbbruder einen Brief und rollt ihre Hälfte des gemeinsamen Stammbaums auf.

Kim Norman, 10 auf wilder Schlittenfahrt

andreas.markt-huter - 28.01.2014

„Eines Nachts fuhr durch den mondbeschienenen Glitzerschnee ein Schlitten. Auf dem saßen ein, zwei, nein … Zehn Tiere saßen auf dem Schlitten! Und das Rentier rief: „Jetzt geht’s los, das wird famos!“

Zehn unterschiedliche Tierarten machen sich eines Nachts auf zu einer abenteuerlichen Schlittenfahrt durch den Wald. Angeführt vom Rentier lassen sich der Eisbär, der Elch, der Wolf, das Eichhörnchen, der Fuchs, das Walross, das Schaft, der Hase und die Robbe den riesengroßen Winterspaß nicht entgehen.

Renato Baretic, Der achte Beauftragte

h.schoenauer - 27.01.2014

Die wahre Seele eines politischen Systems zeigt sich selten in der Hauptstadt sondern meist in vergessenen Randgebieten.

Renato Baretic fackelt in seinem Roman nicht lange mit dem Schicksal seines Protagonisten herum. Der Politiker Sinisa gilt zwar als politische Hoffnung, aber er ist für seinen Auftritt noch nicht schlitzohrig genug. Deshalb setzt man ihm Ko-Tropfen ins Glas und eine moldawische Olga ins Auto, was das vorläufige Karriere-Ende in der Hauptstadt bedeutet.

Gareth P. Jones, Ein feuriges Duell

andreas.markt-huter - 25.01.2014

„Die Gewinner dieser beiden Prüfungen werden den letzten Wettkampf austragen und die Chance bekommen, zum Ultimativen Drachenkrieger ernannt zu werden.“ (40)

Die Krieger des Clans der Skorpione die Erdmännchen Tim Tigerkralle, Herbie Hammerschlag, Donnie Drachenfaust und Jack Kobrakiller sind wahre Ninja-Spezialisten, die nur ein Ziel haben: „die Welt vor ihrem Erzfeind, dem Meister der Spiele und seiner fiesen Zirkustruppe zu beschützen“. (7)

Robert Sedlaczek, Die Tante Jolesch und ihre Zeit

h.schoenauer - 24.01.2014

Die Sprache ist schlauer als die Menschen, die sie benützen. Manchmal verzichtet sie gar auf die Menschen und erzählt selbst eine Geschichte.

Der Sprachforscher und „Aufs-Maul-Schauer“ Robert Sedlaczek befasst sich seit Jahrzehnten mit Sprichwörtern, Mundarten, verschollenen Fügungen und entlegenen Vokabeln. Seine Wörterbücher des Alltags und Wortgeschichten gehören zur Fixausstattung jedes hintersinnigen Sprachanwenders.

Bart Moeyaert, Hinter der Milchstraße

andreas.markt-huter - 23.01.2014

„Aber ich schwieg. Bei Papa wurde ich immer sehr schnell still. Ich sammelte ganz allein meine Erinnerungen an die Ereignisse, ohne ihn. Wenn es so weiterging, überlegte ich, würde ich ein Astronaut werden, der sich eines Tages von ihm lösen und im Weltall verschwinden würde. Nichts, was ich erzählen wollte, war wichtig genug.“ (80)

Oskar und sein älterer Bruder Bossie verbringen die meiste Zeit ihrer Ferien mit ihre gemeinsame Freundin Geesje auf einer alten Steinmauer der Alteisen KG. Auf der einen Seite steht deren Lagerhalle, wo Petra und Priit arbeiteten und auf der anderen Seite befindet sich die Milchstraße. Allen ist ziemlich langweilig und so fantasieren sie von einem Klubhaus oder schließen eine Wette ab: Wer wird schneller sterben? Der alte Dackel, den sie Jeckyll nennen oder sein altes Frauchen, der sie den Namen Nancy Sinatra geben.

Lilly Sauter, Mondfinsternis

h.schoenauer - 22.01.2014

Der hundertste Geburtstag von Dichterinnen und Dichter ist für zeitlose Leser immer ein willkommener Anlass, deren Werk in der aktuellen Verankerung zu überprüfen durch Nachlesen.

Lilly Sauters literarisches Werk ist geprägt von der Verschmelzung mit Malerei, Graphik und Skulptur, als Journalistin, Übersetzerin und Ausstellungsmanagerin hat sie permanent über die Kunst der 1950er und 1960er Jahre in Tirol berichtet.

Aytül Akal, Das Schokoladenkind / Çikolata çocuk

andreas.markt-huter - 21.01.2014

„Es war einmal ein Kind, das Schokolade sehr liebte. Natürlich nicht nur dieses Kind, alle Kinder liebten Schokolade. Doch dieses Kind liebte sie mehr als andere Kinder.“ (3)

Das Kind lässt keine Gelegenheit aus, sich Schokolade zu wünschen und verzichtet lieber auch Spielzeug und Bücher. Bis er eines Tages plötzlich in seinem Zimmer eine Stimme hörte, die einer Schokolade gehörte, die aussah wie ein Kind.

Susanne Preglau, Ani

h.schoenauer - 20.01.2014

Bei besonderen Schicksalsschlägen gleicht sich auch die Sprache der Struktur eines solchen Lebens an und wird dadurch über die Zeiten hinweg unverwechselbar.

Susanne Preglau hat im Sinne einer qualitativen Sozialforschung anhand der Biographie der aus Bosnien emigrierten Ani versucht, den üblichen Zahlen und Massenbewegungen ein Gesicht zu geben. Ani fährt 1971 mit sechzehn Jahren allein von einem entlegenen bosnischen Dorf nach Innsbruck und „Solbad Hall“, das Geld für den Aufbruch in ein neues Leben hat sie sich geliehen, Ani kann kein Wort Deutsch und kennt von weitschichtigen Verwandten nur die Wörter Fröschl und Swarovsky, dort soll es Arbeit geben.

Wieland Freund, Wecke niemals einen Schrat!

andreas.markt-huter - 18.01.2014

„Was geschieht mit einem Elf, an dem ein Schrat klebt?“ Das war Eiberts letzte Frage. Denn als auch sie unbeantwortet blieb, trat Wacholder aus dem Schatten des Kinderbaums. Einen Moment lang, während in Jannis‘ Ohren einen Art Holundersturm tobte, tuschelten der Haushofmeister und der Storch miteinander. (31)

Jannis und Motte sind zwei jungen Elfenkinder und dicke Freunde. Während Jannis nichts langweiliger findet als zu lernen und dafür viel lieber in den Bäumen frei herum klettert und sich schon seinen eigenen Kobel zum Schlafen baut, gilt seine Freundin Motte als beste Schülerin unter den Elfen. Es gibt kaum eine Stelle im großen Lehrbuch von Amsel Salamander, die Motte nicht aus ihrem Ärmel zaubern könnte.