Gerda Anger-Schmidt, Wohin mit Puma?
„Ich höre die Großmama sagen: ‚Die Frage ist: Wohin mit Puma? Ihr müsst euch langsam entscheiden, Ellen! So kann es doch nicht weitergehen! Das Kind tut doch, was es will.“ Sie seufzt. ‚Es hat so gar nichts von dir. Auch nicht von Matthis. Manchmal kommt es mir vor, wie … wie ein Kuckucksei.‘ Ein Kuckucksei? Mir gibt es einen Stich. Warum sagt sie so etwas?“ (55f)
Puma ist neun Jahre alt und heißt eigentlich Petra Ursula Marie Alberti. Ihr Vater Matthis Alberti ist ein vielbeschäftigter Tierarzt und ihre Mutter Ellen Sandor eine bekannte Theater- und Filmschauspielerin. In der Ehe ihrer Eltern kriselt es schon seit längerer Zeit und Puma leidet unter den ständigen Auseinandersetzungen, Streitereien und anschließenden Wiederversöhnungen.
Nichts macht Helden so kaputt wie der Umgang mit sich selbst in einer freien Fläche ohne Zeiteingrenzung.
„Ein Teil des Geheimnisses meiner Bonbons ist … wie soll ich es erklären … dass sie die Gedanken der Leute verändern können. Hin und wieder. Wenn es notwendig ist.“ (64)
Am Rande einer Gesellschaft gibt es oft nur noch schwarz und weiß, so dass man sich in der literarischen Darstellung am besten mit klaren Formen wie dem Western oder dem Marshal-Krimi helfen kann.
„Die einen achtet man, die anderen aber nicht? Was ist mit eurer Maxime, alle Menschen sind gleich´?“ Ich fuchtelte mit den Armen vor ihnen. „Oder gilt das nur wahlweise? Schwarz und Weiß ja, Englischsprachige und Afrikaanssprachige nein.“ (71)
Im Hotel Ibis Mariahilf in Wien schaute ich vom zwölften Stock aus dem Vorrücken des Tageslichts um Lichtmess zu, während ich mich als Rezensent in Manfred Mixners Geschichten verstricken ließ.
„Du bist das perfekte Signal, Batman“, flüsterte der Riddler. „Aber niemand würde vermuten, dass es diesmal du selbst bist, der in Schwierigkeiten steckt. Ich bin wirklich erstaunt, dass du der Hitze so lange standhalten konntest.“ (42)
Unter dem Kosmos des Zauberbergs von Thomas Mann stellt man sich oft eine morbide Gesellschaft vor, die jenseits finanzieller Sorgen in einem Sanatorium samt der Epoche zu Ende siecht.
„Natürlich liebe ich dich, aber …“ „Ich liebe dich mit einem ‚aber‘ gibt es nicht. Entweder ganz oder gar nicht. Was hast du denn auf einmal? Es ist doch normal, mit den Freunden ins Bett zu gehen. Und was ist dabei, Männern ein wenig Spaß zu verschaffen, wenn es gut bezahlt wird?“ (86)
Das ist ja wie im Film, sagt man oft, wenn etwas melodramatisch dicht ist, ohne dabei daran zu denken, dass ja auch den Film einst jemand hat gestalten müssen und dazu ein Drehbuch geschrieben hat.