Aktuelle Buchtipps

 

Giancarlo De Cataldo, Der König von Rom

h.schoenauer - 02.09.2013

Große Kulturen entwickeln auch immer eine eigene politische Kultur. Italien ist einerseits eine sehr junge Demokratie, andererseits eine sehr dynamische, oft ins Extrem gehende.

Der Schriftsteller und Richter Giancarlo De Cataldo hat aus Gründen der politischen Hygiene eine eigene Erzählgattung entwickelt: Den Italo-Thriller der politischen Art.

Hannes Obermair u.a. (Hg.), Regionale Zivilgesellschaft in Bewegung

h.schoenauer - 25.08.2013

Eine fette Festschrift ist natürlich immer eine Gaudi für die geehrte Person, aber man sollte sich auch als Leserin und Leser ordentlich freuen, dass es ab und zu helle Köpfe im Land gibt wie Hans Heiss, der imstande ist, eine fette Festschrift über die Zivilgesellschaft auszulösen.

Im Bereich der regionalen Zivilgesellschaft gibt es naturgemäß viele weiße Flecken, das Thema steht erst am Anfang der Diskussion, dennoch bemüht sich Hans Heiss schon ein Leben lang, eine politische Kultur der regionalen Identität zu entwickeln, die die bürokratisch angehauchte Zentralverwaltung in Brüssel ergänzt, manchmal auch zu ihr in Opposition steht.

Martin Kolozs, Lucky Man, very lucky

h.schoenauer - 20.08.2013

Das so fröhlich klingende Genre Hypo-Roman ist natürlich eine ernsthafte Sache. Nach der griechischen Vokabel „hypo“ für „unten, darunter“ ist der Hypo-Roman eine Darstellung, die in die Tiefe geht und Phänomene der Oberfläche im Untergrund weiter verfolgt. Zwischen 2013 und 2014 werden in Tirol zehn Hypo-Romane erscheinen.

Martin Kolozs stellt in seinem Hypo-Roman einen vorgeblichen Glückspilz vor, der auf der Suche nach seinem persönlichen Glück in eine Zeit- und Beziehungsschleife gerät. Der Roman beginnt damit, wie der Protagonist Noah zusammen mit einem Therapeuten die Sprache erlernt. Am Schluss des Romans ist der Held wieder am Beginn seiner Bemühungen angelangt, zwar haben sich viele Begebenheiten ereignet, aber sie sind weder logisch noch chronologisch geordnet.

Traudi Reich, Das Einhorn auf Spurensuche

andreas.markt-huter - 19.08.2013

„Man sieht sie in lieblichen Gärten mit ebenso lieblichen Mädchen, blumenbekränzt auf berühmten Wandteppichen und in Märchenbüchern. Aber diese Einhörner gehören der Vergangenheit an, einer Zeit, in der es noch Blumen und Bäume gab, Wiesen und Wasser, vor allem Wasser.“ (5)

Die Geschichte vom Einhorn, das sich auf die Suche nach anderen Einhörnern macht, spielt in einer düsteren Zukunft, in der die Erde durch den Raubbau des Menschen zu einer öden Wüste verkommen ist.

Robert Kleindienst, Nicht im Traum

h.schoenauer - 15.08.2013

Bibliothekare sind bekannt dafür, dass sie in verschiedenen Realitäten gleichzeitig leben können. Gleichzeitig gilt ihr Leben oft als so unaufgeregt, dass sich kaum daraus eine Story machen lässt.

Robert Kleindienst fasst gerade aus der Spannung zwischen aufregender Fiktion und trivialer Realität seinen Helden aus und schickt den Bibliothekar Simon Selander durch einen Dschungel von Alpträumen, Realitätsbrüchen und Fleisch gewordenen Buchinhalten.

Harald Rosenløw Eeg, Caulfield

andreas.markt-huter - 12.08.2013

Klaus ist mit seiner Mutter nach Oslo umgezogen, wo sie an seiner neuen Schule als Sozialpädagogin arbeiten wird. Er ist ganz überrascht nicht zwischen Hochhäusern und engen Straßen mit Hinterhof und viel Verkehr gelandet zu sein, sondern in einem Häuschen am Stadtrand, das direkt am Waldesrand steht.

Klaus ist verunsichert und sieht seinem Wechsel an die neue Schule und in eine neue Klasse mit mulmigen Gefühlen entgegen. Als er seine Mutter nach Unterrichtsende an die Schule begleitet, nutzt er die Gelegenheit um sich bereits vor seinem offiziellen Schulstart ein wenig umzusehen. Während er sein zukünftiges Klassenzimmer besucht, beobachtet er aus einem Versteck heraus einen gleichaltrigen Jungen namens Sturla und wird dabei Zeuge eines bedrohlichen Gesprächs mit einem Erwachsenen.

Hans Haid, 74 Ötztaler Dialektgedichte

h.schoenauer - 11.08.2013

Damit ein Jubiläum nicht überschwappt, muss man ihm rechtzeitig das Wasser abgraben.

Ein Jahr vor dem fünfundsiebzigsten Geburtstag hat Hans Haid, der Meister für rare Volkskultur und deren Rituale, seine Lyrikmappe durchforstet und 74 Beispiele aus den Jahren 1963 bis 2012 ausgehoben. Der Titel der Sammlung sagt es knapp, wie eben die Gedichte von Hans Haid sind: 74 Ötztaler Dialektgedichte.

Uwe Sandfuchs / Wolfgang Melzer u.a. (Hg.) , Handbuch Erziehung

andreas.markt-huter - 07.08.2013

„Das Handbuch Erziehung, dessen Konzeption ein weiter Erziehungsbegriff zugrunde liegt, leistet eine umfassende Darstellung der Theorie und Praxis der schulischen, außerschulischen und familiären Erziehung.“ (14)

Deklariertes Ziel des umfangreichen Handbuches ist es, den aktuellen Stand der Diskussion und der Forschung auf dem Gebiet der Erziehungswissenschaft darzustellen, ohne dabei die historische Entwicklungen und internationale Perspektiven aus dem Auge zu verlieren. Dabei kommen aber auch aktuelle Kontroversen im Rahmen der theoretischen Grundlagen und der Erziehungspraxis zur Sprache.

Suzanne Collins, Gregor und die graue Prophezeiung

andreas.markt-huter - 04.08.2013

"Dem Überland-Krieger kann es gelingen, uns allen das Licht zurückzubringen. Mit dem Sohn der Sonne geht auf die Reise, sonst enden wir alle als Rattenspeise." (110)

Seit sein Vater vor mehr als zwei Jahren plötzlich spurlos verschwunden ist und seine Mutter für das Einkommen sorgen muss, trägt der elfjährige Gregor die Hauptverantwortung für seine beiden Geschwister, die siebenjährige Lizzie und die erst zweijährige Boots. Während Lizzie diesen Sommer in einem Ferienlager verbringen darf, bleibt Gregor zu Hause, um sich um seine kleine Schwester Boots zu kümmern.

Jörn Böhme / Christian Sterzing, Kleine Geschichte des israelisch-palästinensischen Konflikts

andreas.markt-huter - 01.08.2013

„Der Palästinakonflikt ist Ausdruck der konkurrierenden Ansprüche zweier Völker. Daraus resultiert die Unmöglichkeit, diese Konfrontation von außen zu „lösen“, ohne die Beteiligten des Konflikts am Friedensprozess teilhaben zu lassen. Nur dann besteht eine Chance auf dauerhafte Regelung.“ (9)

Die „Kleine Geschichte des israelisch-palästinensischen Konflikts“ umfasst schwerpunktmäßig den Zeitraum von der Gründung des Staates Israels bis in unsere Gegenwart. Dabei wird mit der Vorgeschichte des Konflikts auf die kulturellen jüdischen und arabischen Wurzeln in Palästina verwiesen, wobei die Ursachen der Auseinandersetzung ihren Ausgang in Europa nahmen. Mit der Entstehung des Zionismus entwickelt sich im Zuge des erstarkenden Nationalismus in Europa die Idee, einen jüdischen Staat in Palästina zu schaffen.