Egon Erwin Kisch, Die drei Kühe
In der Literatur gibt es immer wieder sogenannte Erzähl-Ikonen, das sind Geschichten, die über ihren Inhalt hinaus eine Geschichte der Rezeption als eigentliche Geschichte erzählen.
Die drei Kühe vom rasenden Reporter Egon Erwin Kisch sind so eine Erzählung. Der Inhalt ist aberwitzig grotesk, ein Tiroler Bauer aus dem Wipptal verkauft das Intimste seiner Identität, nämlich seine drei Kühe, um sich die Reise nach Spanien leisten zu können, wo er auf Seiten der Internationalen Brigaden am Spanischen Bürgerkrieg teilnimmt.
„Herr Lavendel hat eine Wäscheleine. Da hängen allerlei Dinge, die ihn an manch kleines und großes Erlebnis erinnern. Und jeden Tag kommt wieder etwas Neues dazu …“
Die Beschwörungsformel „In-Ewigkeit-Amen“ wird bei der alpinen Bevölkerung bis zur Unkenntlichkeit verschluckt und entstellt, wenn sie bei Begräbnissen, Toten-Rosenkränzen oder Allerseelengängen in die rurale Luft der Fassungslosigkeit gehaucht wird.
Der zwölfjährige Derek ist nicht gerade das, was man einen begeisterten Leser nennt und so fühlt er sich von den ständigen Versuchen ihn zum Lesen zu bringen ziemlich genervt.
Der Originaltitel „Kalendar Maja“ und der verrückt gute deutsche Titel sprechen gleichermaßen die Geheimbotschaft des Romans an: Es gibt eine mysteriöse Zeitmessung, die vielleicht für das Weltall gilt, vielleicht aber nur für uns persönlich gemacht ist.
„Während der warmen Jahreszeit ist die Luft über einer Wiese erfüllt von Summen, Zwitschern und Zirpen. Wenn man genau hinschaut, entdeckt man die kleinen Musikanten: Heuschrecken, Bienen, Hummeln oder die zwitschernden Schwalben hoch in der Luft.“ (9)
Museen sind üblicherweise ein Ort der Anschauung mit beigefügtem Depot. Das Essl-Museum in Klosterneuburg startet immer wieder Versuche, durch die bloße Anwesenheit des Museums diverse Kunstgattungen zum Anspringen zu bringen.
„In einem Land, in dem die Kerzen von unten nach oben brannten und es aus dem Boden regnete, gab es einen Berg mit einem unheilvollen Namen.“
Ein Buchumschlag wie eine Formel, der Autor stark verkürzt auf die Buchstaben E. W. und Binder, der Titel als Programm, Inhalt und Aufmacher: Die Formel.
„Stan Lee spürte, dass er auf etwas Besonderes gestoßen war, als er mit der Idee des Superhelden Spider-Man und seines Teenager-Alter-Ego Peter Parker spielte. Bislang mussten sich Teenager in Comics mit der Kumpelrolle begnügen.“ (10)