Aktuelle Buchtipps

 

Mareike Krügel, Bleib wo du bist

h.schoenauer - 12.07.2012

Es gibt diese Seelenlandschaften, die selbst einen Psychiater in die Knie zwingen. Meran und die sanfte Umgebung drum herum gelten als besonders feinfühlige Landschaftskissen, in denen die gequälte Psyche wie von selbst zu sprechen beginnt.

In Mareike Krügels Psychiater-Roman „Bleib wo du bist“ tagt im feinem Kongress-Ambiente von Meran eine psychiatrische Gesellschaft, mit dabei ist auch Matthias Harms, Psychiater für Zwangsneurosen.

Katrin Hahnemann, Astrid Lindgren. Wer ist das?

andreas.markt-huter - 11.07.2012

titelbild: astrid lindgren„Sie hat die Vorstellung der Menschen davon, wie Kinder sind, verändert. Dass Kinder stark und mutig sein können, frech und eigensinnig und dass das in Ordnung ist, das hat Astrid Lindgren den Menschen mit ihren Geschichten gezeigt.“ (6)

Kaum jemand, der Astrid Lindgren nicht kennt, nicht eines ihrer Bücher gelesen oder eine Verfilmung ihrer Bücher gesehen hat. Katrin Hahnemann stellt in ihrer Reihe „Wer ist das?“ das Leben der berühmten schwedischen Kinderbuchautorin einem jungen Publikum näher vor.

Bernhard Aichner, Tirol

h.schoenauer - 10.07.2012

Zwischen Grönland und Patagonien, zwischen Tuwa und dem Tschad ist klar, wie ein repräsentativer Fotoband auszusehen hat. Zum Unterschied von einer Fahne oder einem Wappen, welche jeweils eine historisch-politische Minimalinformation absondern, ist ein RFB (Repräsentativer Fotoband) absolut ohne historische oder politische Information. Er hat nur eine Aufgabe: schön zu sein.

Im Falle Tirols, das ja in sich ja aus Schönheit besteht, wird ein Fotoband an manchen Stellen oft so schön, dass es auf der Netzhaut schmerzt, ehe das Bild zerschmilzt.

Patrick Ness / Siobhan Dowd, Sieben Minuten nach Mitternacht

andreas.markt-huter - 09.07.2012

titelbild: patrick ness, sieben minuten nach mitternacht„Das Monster tauchte kurz vor Mitternacht auf. Wie das bei Monstern eben üblich ist. Conor war wach, als es kam. Er hatte einen Albtraum gehabt.“ (11)

Der 13-jährige Conor O’Malley wird in der letzten Zeit häufig von einem schrecklichen Albtraum geplagt. Seine Mutter ist an Krebs erkrankt und durch die anstrengende Behandlung ziemlich geschwächt und auch in der Schule laufen die Dinge alles andere als gut für ihn. Seit seine Freundin Lily die Krebserkrankung seiner Mutter in der Schule ausgeplaudert hat, sieht er sich von allen Seiten angestarrt. Ein paar seiner Mitschüler, Harry und seine Bande, haben es ganz besonders auf Conor abgesehen und mobben ihn bei jeder Gelegenheit.

Johannes E. Trojer, Werkausgabe

h.schoenauer - 08.07.2012

„So sind sie, die Germanisten. Zu Lebzeiten ignorieren sie dich, und dann kriechen sie zu dir und deinem Nachlass ins Grab.“

Angesichts des wunderbaren Schubers, in den Johannes E. Trojers Werkausgabe gesteckt ist, denkt man natürlich an diesen süffisanten Kommentar des Autors, Heimatkundlers, Zeitgeschichtlers und Literaturpädagogen. Vom schlechten Gewissen getrieben, wie die Zeitgenossen Johannes E. Trojer zu Lebzeiten behandelt haben, wenn er etwa mit der Kulturzeitschrift „Thurntaler“ mit einigen Exemplaren nach Innsbruck oder Wien gekommen ist, haben jetzt Fans eine berührend zeitlose Werkausgabe herausgebracht.

Michael Gehler (Hg.) Akten zur Südtirol-Politik 1945-1947

andreas.markt-huter - 07.07.2012

„Am Nachmittag dieses Tages rief mich der Pressereferent Würthle an und teilte mir mit, daß laut Radio London die Südtiroler Frage von den 4 Außenministern in Paris abgelehnt worden sei.“ (230)

Anhand von ca. 320 Quellen dokumentiert Band 1 – Akten zur Südtirol-Politik die politische Entwicklung der Südtirolfrage vom Ende des 2. Weltkrieges in Europa bis zum Pariser Abkommen im September 1946 und der Aufnahmen des Abkommens in den Friedensvertrag mit Italien.

Kim Winter, Sternenschimmer

andreas.markt-huter - 06.07.2012

titelbild: sternenschimmer„Bert hat es mir erzählt. Iason ist Wächter, stimmt’s?“ Ich schloss die Augen, presste die Lippen aufeinander und nickte. Viele Atemzüge vergingen, ehe ich wieder etwas sagen konnte. „Ich bin sein Sinn“, brach es aus mir heraus. „Begreifst du? Er soll sterben, damit ich leben kann.“ (367)

Irgendwann in einer entfernten Zukunft, als es möglich ist Lichtjahre entfernte Planeten aus anderen Sonnensystemen zu erreichen, kommt es auf dem mit der Erde befreundeten Planeten Loduun zu Anschlägen und kriegerischen Auseinandersetzungen, die den Planeten zu zerstören drohen. Der Planet Erde beschließt, die von den Kämpfen betroffenen Loduuner auf als Flüchtlinge aufzunehmen.

Drago Jancar, Nordlicht

h.schoenauer - 05.07.2012

Oft presst sich einem der Anfangssatz eines Romans wie ein literarischer Ohrwurm ins Gedächtnis, in skurrilen Büchern wie bei Drago Jancars „Nordlicht“ kann aber auch das Schluss-Bild unvergesslich sein.

In dieser Geschichte, die man sich offensichtlich auch schwerhörig zu Gemüte führen kann, kommt ein gewisser Josef Erdmann aus Lienz zu Jahresbeginn 1938 in seiner Geburtsstadt Maribor an, weil er mit Jaroslav einen geschäftlichen Termin ausgemacht hat. Wie bei einem echten Warte-Stück Marke Godot kommt der Erwartete natürlich nie.