Aktuelle Buchtipps

 

Henri Galeron, Der Jäger und sein Hund

andreas.markt-huter - 20.08.2012

„Hier ist was los, hier geht es rund – wer jagt wohl, Jäger oder Hund? Der Jäger fällt auf alle Viere, aufrecht jagen nur die Tiere.“

Jagd und Kinderbuch scheinen auf den ersten Blick nicht recht zusammen zu passen, zu brutal erscheint das Jägerhandwerk für kleine Kinderseelen. Bei Henri Galeron und Edmund Jacobi braucht sich aber niemand Sorgen um die gejagten Hasen zu machen. Außer einer leichten Erschöpfung von der Flucht, bleiben sämtliche Hasen unversehrt.

Maketa Groves, Rot und heiß auf einer silbernen Note

h.schoenauer - 19.08.2012

In North Beach San Francisco lebt seit Jahrzehnten eine literarische Künstlerschar, die sich vor allem den Life-Auftritten, dem Poetry Slam oder dem Langgedicht Marke Beatniks verschrieben hat.

Äußeres Zentrum ist die Buchhandlung Ferlinghetti, innerer Versammlungspunkt ein Künstlerhaus, in dem die Literatinnen zusammen wohnen und fallweise die Bewältigung des Alltags diskutieren.

Maggie Schneider, Opa Meume und ich

andreas.markt-huter - 17.08.2012

„Unsere Lebensalter sind die der Pflanze: wir gehen auf, wachsen, blühen, blühen ab und sterben“, schrieb einst der deutsche Philosoph und Dichter Johann Gottfried von Herder.

Maggie Schneider behandelt in ihrem Kinderbuch „Opa Meume und ich“ das Thema „Altern und Sterben“ mit einer fesselnden Leichtigkeit. Dabei lässt sie nichts aus. Weder Schmerz, Einsamkeit, Gebrechlichkeit noch das Sterben im Krankenhaus werden versteckt, sondern werden ganz bewusst als Teil der Stationen des menschlichen Vergehens gezeichnet.

Roberta Dapunt, Nauz

h.schoenauer - 16.08.2012

Manchmal schwirrt ein seltsamer Begriff wie eine Zauberformel aus einem versteckten Reich durch die Literatur und lässt dem Leser keine Ruh, bis nicht die Lösung gefunden ist.

Roberta Dapunt überschreibt ihren Gedicht-Band mit Bildern mit der Zauberformel „Nauz“. Und was wie ein Märchenwort aus einer verspielten Kindheit klingt, ist nichts anderes als das ladinische Wort für Futtertrog.

Charlotte Kerner, Jane Reloaded

andreas.markt-huter - 15.08.2012

„Hier und jetzt ist das Labor real und er ist tatsächlich lebendig, leibhaftig, nachgeboren, neu: Homo erectus reloaded.“ (10)

Die vierundzwanzigjährige Tanja Jane Klark ist die fünfte Generation einer Familie von Wissenschaftlerinnen mit dem Namen Jane. Seit Jane mit 15 Jahren ihre Großmutter III auf eine Grabungsexpedition in die Afar-Senke nach Äthiopien begleiten darf, ist sie von den frühen Menschen begeistert. Sie studierte Paläoanthropolgie und wählte als Spezialgebiet die Vorformen der menschlichen Sprache.

Rezension: Peter Teyml, Das Verschwinden des Berges

h.schoenauer - 14.08.2012

In der Literatur gibt es zwei unversehrte Gebiete, in denen selbst das elementar Gefährliche erträglich und schön sein kann: nämlich die Kindheit und die Berge.

Peter Teyml erzählt von den beiden Glücks-Revieren Kindheit und Berg, worin die Figuren in Echtzeit unauffällig glücklich und in der Retrospektive gelassen und zufrieden agieren.

Aléa Torik, Das Geräusch des Werdens

h.schoenauer - 12.08.2012

Wie klingen eigentlich große Ereignisse wie die Kontinentalverschiebung oder die Fluktuation der Bevölkerung? Macht die Zeit an und für sich Geräusche oder verhält sie sich wie Windstille?

In Aléa Toriks Roman „Das Geräusch des Werdens“ werden letztlich poetische Fragen mit handfesten Geschichten beantwortet. Es geht um formidable Menschen, die ein Schicksal ausfassen und es quer durch den Kontinent tragen.

Sabine Wolf / Karsten Schuldt, Praxishandbuch Schulbibliotheken

h.schoenauer - 11.08.2012

„Dieses Praxishandbuch richtet sich vor allem an Personen, die – egal ob mit pädagogischer, bibliothekarischer oder anderer Ausbildung – Schulbibliotheken aufbauen, umbauen oder betreiben wollen.“ (13)

Sabine Wolf und Karsten Schuldt setzen sich in ihrem „Praxishandbuch Schulbibliotheken“ mit den vielfältigen Facetten auseinander, die bei der Errichtung bzw. Führung von Schulbibliotheken zu beachten sind.

Liliana Bodoc, Der afrikanische Spiegel

andreas.markt-huter - 10.08.2012

„Wenn wir eine Liste von unheimlichen, widerspenstigen, unberechenbaren Gegenständen erstellen müssten, würden Spiegel an erster Stelle stehen.“

Ein kleiner, kaum handtellergroßer Spiegel mit einem Rahmen aus Ebenholz steht im Mittelpunkt einer Geschichte, die in Afrika beginnt und nach Südamerika und Europa führt. Begleitet vom Rhythmus der Trommeln erleben wir als außenstehende Beobachter wie der junge Imaoma seiner Braut Atima einen kleinen, selbstgeschnitzten Spiegel als Hochzeitsgeschenk überreicht. In einem kleinen afrikanischen Dorf nimmt die wundersame Reise des Spiegels seinen Anfang.