Aktuelle Buchtipps

 

Lydia Davis, Formen der Verstörung

h.schoenauer - 01.09.2011

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Unter Erzählungen erwartet man sich meist etwas Rundes, Bemerkenswertes, wo einem als Leser stilistische Besonderheiten und Aufregung im Plot lange in Erinnerung bleiben.

Die Erzählungen von Lydia Davis bleiben von vorne herein im Langzeitgedächtnis verankert, denn ihre Stories bestehen im Extremfall aus nur einem Satz oder aus einem scheinbar unlesbaren seitenlangen Protokoll.

Franz Tumler, Volterra Wie entsteht Prosa

h.schoenauer - 31.08.2011

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Oft sind es unscheinbar geplante Nebenwerke eines Autors, die die Literaturgeschichte verändern.

Franz Tumler, jener Südtiroler Autor, der sein Geburtsland bereits mit einem Jahr verlassen hat, hat mit seinem dünnen Doppelwerk "Volterra". Wie entsteht Prosa längst Literaturgeschichte geschrieben. Es vergeht kaum ein Seminar, in dem nicht der Text, der für eine Vorlesung 1961 geschrieben wurde, herangezogen würde.

Christoph Poschenrieder, Der Spiegelkasten

h.schoenauer - 30.08.2011

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In einem guten Hirn kämpfen ständig das Erinnerungsvermögen und das Vorstellungsvermögen um die Vorherrschaft. Dieser Kampf ist auch das Hauptthema in Christoph Poschenrieders Roman ?Der Spiegelkasten.

Große Erlebnisse beginnen oft trivial, ein Ich-Erzähler baut sich am Computer eine persönliche Pizza zusammen, die ihm dann in Echtzeit zugestellt wird. Beim Verzehr einer solchen PC-Pizza schüttet er Wein aus, dieser rinnt in eine alte Fotosammlung des Großonkels, die dieser anlässlich des Stellungskrieges zwischen Deutschland und Frankreich im Ersten Weltkrieg angelegt hat.

Katrin Hahnemann, Martin Luther King

andreas.markt-huter - 29.08.2011

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"Sein Kampf war ein Kampf ohne Waffen, OHNE GEWALT. Sein Ziel war nicht der Sieg über seinen Gegner, sondern die VERSÖHNUNG und Freundschaft mit ihm" (6)

Eine Biographie für Kinder über Martin Luther King ist kein leichtes Unterfangen, gilt es doch nicht nur die Lebensstationen eines Menschen darzustellen, sondern auch das politische und gesellschaftliche Umfeld näher zu bringen, vor dessen Hintergrund dieser große Kämpfer für die Menschenrechte gewirkt hat.

Andrej Kurkow, Der wahrhaftige Volkskontrolleur

h.schoenauer - 28.08.2011

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Verrückte Staatsgebilde produzieren meist verrückt gute Berufe. So wurde in der Sowjetunion quasi die Verwaltung neu erfunden mit lauter seltsamen Beamten, die durchgehend für die Überwachung gebraucht wurden.

Andrej Kurkow greift augenzwinkernd aus dem Heer der wahnsinnigen Beamten den "Volkskontrolleur" heraus und gibt ihm ein erbärmliches bis erbarmungswürdiges Schicksal.