Aktuelle Buchtipps

 

Fred Vargas, Das Zeichen des Widders

h.schoenauer - 02.05.2011

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Dunkel, fleckig, verschachtelt - das sind die ersten Eindrücke, die der Krimi-Comic auf den Leser zurückspiegelt. Und in dieser visuellen Komposition scheint schon das Motto verarbeitet zu sein, "die Dunkelhäutigen sind Massenware und werden von der Gesellschaft immer an den Rand gespült".

Zumindest behaupten das die beiden Protagonisten, die gleich auf der ersten Seite mit einem kleinen Überfall die Aufmerksamkeit beim Leser erwecken.

Jack Hirschman, Wer trägt Sorge / Who cares

h.schoenauer - 01.05.2011

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Das soziale Gewissen lässt sich wie die wichtigsten Angelegenheiten des Lebens nicht durch Fachliteratur sondern höchstens durch Poesie darstellen.

Jack Hirschman gilt als sowohl als Sozialpoet als auch als poetischer Sozialist, je nachdem, als was seine Veranstaltungen angekündigt sind. In Langzeilen-Poems in der Art der Beatniks greift er aktuelle politische Situationen auf, um sie anhand der gequälten Seele darzustellen. In seinen Gedichten kommt oft der Endverbraucher zu Wort, der das alles auszubaden hat, was andere angerichtet haben.

Richard Harland, Liberator

andreas.markt-huter - 27.04.2011

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Karl Marx bezeichnet einmal Revolutionen als die Dampfmaschinen der Geschichte' und verwies damit auf die enge Verbindung zwischen industrieller und sozialer Revolution.

Im Fortsetzungsband des utopischen Fantasyromans Worldshaker steht die Zeit nach der Revolution im Mittelpunkt des Geschehens. Die Mächtigen und Unterdrücker sind von den sogenannten "Dreckigen' gestürzt worden, die im schmutzigen und lärmenden Maschinenraum des riesigen Juggernauten ihre Sklavenarbeit verrichten mussten. Die treibenden Kräfte der Revolution waren die selbstbewusst auftretende "Dreckige' Riff und Col Porpentine, dem Enkel des Oberbefehlshabers, die sich ineinander verlieben.

Maridl Innerhofer, Zukunftserinnerungen

h.schoenauer - 26.04.2011

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Jede Gesellschaft, die halbwegs demokratisch funktioniert, hat ein stilles Gewissen, das aus abgeklärter Distanz die Geschehnisse poetisch in die Zeitlosigkeit rückt.

Für Südtirol gilt Maridl Innerhofer als dieses stille Gewissen, ihr Gedichtband zum Neunziger heißt treffend "Zukunftserinnerungen" und spielt auf jenes Zeitfenster an, wo die Geschehnisse der Gegenwart in das Boot der Historie verfrachtet werden.

Gustav Ernst, Beste Beziehungen

h.schoenauer - 26.04.2011

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Bevor üblicherweise Polizei, Rettung und Leichenbeschauer zum Tatort eilen, gibt es meist noch heftige Dispute auf emotionalstem Niveau oder überhaupt einen inneren Monolog des Irrsinns.

Wahnsinnsgespräche sind oft nahe am Small-Talk oder Familientratsch angesiedelt. Noch ist nicht geklärt, ob diese Gespräche bloß Vorboten für den Amok sind oder ob der gediegene Amok nicht durch diese Gespräche ausgelöst wird.

C.H. Huber, die poesie der waschstraße

h.schoenauer - 25.04.2011

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Auf manche Gedichtbände fährt die Leserschaft schnurgerade ab, weil der Titel Aufmerksamkeit und Leselust erweckt.

C.H. Hubers Poesie der Waschstraße ist so ein verlockender Titel, der irgendwie an die Unendlichkeit der Milchstraße, das Plantschen in der Freizeit und das betuliche Putzen von kleinen Autos im aufgeräumten Milieu erinnert.

Jörn Klare, Was bin ich wert?

h.schoenauer - 25.04.2011

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Zwar besteht in unserem kapitalistischen System alles aus Rechnungen, die offensichtlich eine Wertermittlung voraussetzen, aber dann gibt es doch das große Tabu, dass man den Menschen und sein alltägliches Treiben nicht einer Preisermittlung aussetzen darf.

Jörn Klare sucht verschiedene Stationen auf, an denen offensichtlich der Mensch einen Wert hat und Opfer eines Zahlenspieles ist. Schon das Eingangsbeispiel "Rentabilitätsberechnung" aus dem Konzentrationslager Buchenwald zeigt, dass das Umrechnen von menschlichen Werten in ein Geldsystem ethisch alle Grenzen sprengt.

Ute Krause, Osman - Der Dschinn in geheimer Mission

andreas.markt-huter - 24.04.2011

Buch-CoverAnknüpfend an den ersten Band Osman- der Dschinn in der Klemme befreien die Geschwister Fanni und Anton den Dschinn Osman aus seiner Flasche, erleben mit ihm zahlreiche Abenteuer und begeben sich auf ein Zeitreise in das alte Istanbul.

Versehentlich zerbricht Fanni die Dschinnflasche,  und Osman kann nun nicht mehr zurück verschwinden und muss bei Fanni, die ihn aus der Flasche befreit hat und somit seine neue Herrin ist, bleiben.

Christine Hackl-Neuner, Rückgrat

h.schoenauer - 21.04.2011

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Bei einem Tiroler Heimatroman ist unter Rückgrat meistens der Grat am Rücken eines Berggipfels gemeint und nicht so sehr das Rückgrat im moralischen Sinn.

Christine Hackl-Neuner lässt ihren historischen Roman so um 1797 spielen, als die Napoleonischen Truppen erstmals Lust auf Tirol bekommen haben. Um das letztlich sehr zeitlose Heimatgeschehen im Roman halbwegs zuordnen zu können, ist für den Leser zu Beginn eine historische Schautafel für die Jahre 1794-1797 angebracht.