Aktuelle Buchtipps

 

Ralf Höller, Eine Leiche in Habsburgs Keller

h.schoenauer - 18.03.2011

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Manche Helden der Geschichte müssen in jeder Generation neu vermessen werden, um deren Aktualität begreifen zu können.

Der Journalist und Historiker Ralf Höller rollt den Fall Michael Gaismair neu auf, einerseits, weil die letzte Gaismair-Welle gut zwanzig Jahre zurückliegt, und andererseits, weil um das Jahr 2025 herum eine gigantische Gaismaieritis ausbrechen wird. Zu diesem Zeitpunkt werden die Aktivitäten des Südtiroler Rebellen dann runde fünfhundert Jahre zurück liegen.

Martin Mandler, 23 Tage

h.schoenauer - 17.03.2011

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Wer in ein psychisches Loch fällt, greift einerseits nach jedem Strohhalm der Rettung, andererseits brechen in diesem Zustand alle Strohhalme verlässlich ab.

In Martin Mandlers Roman dauert der Ausnahmezustand der Seele gerade mal 23 Tage, das ist einerseits überschaubar und vielleicht handhabbar, andererseits eine brutal lange Zeit. Dem Ich-Erzähler ist die Liebe zu Laura abhanden gekommen, um die Liebeskräfte neu zu beurteilen, setzt sich Lara für knapp drei Wochen nach London ab.

Angelika Lenz, Zeitdetektive - Entdecker-Handbuch Rom

andreas.markt-huter - 15.03.2011

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Sprichwörter wie "Roma aeterna - Das ewige Rom", "Alle Wege führen nach Rom" oder "Auch Rom wurde nicht an einem Tag gebaut" sind nur einige Beispiele für die Ausstrahlung, die Rom bis in die Gegenwart ausübt.

Wie sehr das antike Rom, seine Herrschafts- und Alltagsgeschichte auch junge Leserinnen und Leser begeistern kann, zeigt das "Entdecker-Handbuch Rom" aus der Kinderbuchreihe "Die Zeitdetektive".

Herbert Kohl / Hartmann Wunderer, Von der Quelle zum Tafelbild III

andreas.markt-huter - 11.03.2011

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Tafelbilder sind trotz neuer Medien auch heute noch ein wichtiger Bestandteil des Schulunterrichts. Im Geschichtsunterricht lassen sich damit mit einfachen Mitteln wesentliche Zusammenhänge darstellen.

Vielleicht liegt der heute noch bestehende Charme von Tafelbildern darin, dass sie unmittelbar vor den Augen der Betrachter entstehen und vielschichtige Sachverhalte und Ereignisse als vereinfachte, nachvollziehbare Bilder dargestellt werden.

Hermann Schreiber, Marco Polo

andreas.markt-huter - 09.03.2011

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"Die Welt ist ein Buch, und wer nicht reist, liest davon nicht eine einzige Seite", schrieb schon der Kirchenvater Augustinus. Unter den Weltreisenden zählt der Venezianer Marco Polo wohl zu den berühmtesten in der Geschichte.

Hermann Schreiber schildert in seinem Roman Marco Polo die Reise des venezianischen Kaufmanns Marco Polo, der mit seinem Vater Niccolò und seinem Onkel Maffeo bis nach China an den Hof des Mongolenherrschers Kublai Khan gelangte. Als siebzehnjähriger war Marco Polo im Jahr 1271 von Venedig aufgebrochen, um knapp 20 Jahre im Reich des Kublai Khan zu verbringen und das Land als Präfekt des Mongolenherrschers genauestens kennen zu lernen.

Klaus Bergmann, Multiperspektivität

andreas.markt-huter - 09.03.2011

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Wie im Leben selbst gibt es auch in der Geschichtsbetrachtung nicht nur die eine, allgemeingültige Perspektive. Geschichte hat viel mit Fragen zu tun und Fragen lassen sich eben aus unterschiedlichen Blickwinkeln stellen.

Im traditionellen Geschichtsunterricht wurde den Schülerinnen und Schülern Geschichte als Belehrungs- und Gesinnungsunterricht vermittelt. Der allwissende Lehrer vermittelte seinen Schülern seine Perspektive der Vergangenheit, die für die Kinder als historische Wahrheit verstanden wurde. Im Mittelpunkt der Darstellung stand der Staat mit seinen großen Protagonisten mit denen sich die Schüler identifizieren sollten. Geschichte hatte somit eine staatstragende und identitätsstiftende Funktion. Die Inhalte bestimmten die mächtigen Eliten und politischen Klassen, während die Sichtweise der erfolglosen und gescheiterten der Gesellschaft irrelevant blieb.

Alexandre Dumas, Der Graf von Monte Christo

andreas.markt-huter - 08.03.2011

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Selten wurde ein Roman der Weltliteratur so oft verfilmt, wie Alexandre Dumas? Der Graf von Monte Christo. Bei weitem weniger hingegen haben das Buch gelesen und das ist eigentlich schade.

Wer kennt nicht den Grafen von Monte Christo und die Geschichte seiner Flucht aus dem Gefängnis und wie er sich mit Hilfe eines unermesslichen Reichtums daran macht, schreckliche Rache an seinen Feinden zu nehmen, die ihn um seine Liebe, Glück, Freiheit und Jugend beraubt haben.

Simone Schönett, re:mondo

h.schoenauer - 08.03.2011

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Unbemerkt vom großen Bewusstseinsstrom der Öffentlichkeit gibt es feine Kulturformen des Lebens, die höchst selten wahr genommen werden.

So schlagen sich in Europa beispielsweise die Jenischen mehr recht und schlecht durch das Leben, manchmal werden sie Gegenstand einer wissenschaftlichen Arbeit, manchmal gibt es einen Roman über sie.

Hans Platzgumer, Der Elefantenfuß

h.schoenauer - 08.03.2011

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Es gibt Themen in den Ritzen der öffentlichen Welt, die sind allein schon beim Zitieren ein Stück Literatur.

Tschernobyl, das Desaster im Dreieck Russland, Weißrussland und Ukraine aus dem Jahre 1986, ist so ein literarisches Weltereignis, worin Tod, Sinn, Exklusivität, Skurrilität, Romantik und Zeitlosigkeit mit einem einzigen Wort zusammengefasst werden können.

Jürgen Lagger, Città morta

h.schoenauer - 08.03.2011

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Rom ist vermutlich eine ganz seltene Stadt, sie ermöglicht es nämlich wirklich jedem, völlig vereinzelt und in Einzelhaft darin auf- und abzutreten. Jürgen Lagger lässt unter dem Titel Città morte keinen Zweifel aufkommen, hier betritt jemand die Stadt, um darin zu sterben.

Am Hauptbahnhof wird der Erzähler in die Stadt gespült und sofort von zwei Leitmotiven festgekrallt: Wie können mich die ewig gleichen Motive dieser ewigen Stadt fesseln? Wie kann ich in dieser zeitlosen Stadt Fuß fassen.