„Jetzt will ich dir von Karlchen und der Sache mit dem Weihnachtsmann erzählen. Falls du Karlchen noch nicht kennst: Sie ist ein Mädchen und kein Junge, und eigentlich heißt sie Karla. Sie wohnt mit Mama, Papa, Opa und ihrem kleinen Bruder Johann auf einem Bauernhof in einem winzigen Tal. Und obwohl sie erst sechseinhalb Jahre alt ist, glaubt Karlchen schon seit letztem Weihnachten nicht mehr an den Weihnachtsmann.“ (S. 10)
Karlchen ist unglaublich enttäuscht über Weihnachten, seit sie im letzten Jahr entdeckt hat, dass ihre Mutter die Pakte unter den Weihnachtsbaum legt. Und das alles nur, weil sie krank war und in ihrem Zimmer auf das Glockenläuten des Weihnachtsmanns warten musste. Als sie dessen Schritte zu hören glaubte und den Weihnachtsmann zur Rede stellen wollte, warum sie nicht alle Geschenke auf ihrem Wunschzettel erhielte, überraschte sie statt dem Weihnachtsmann ihre Mutter.
Jetzt wo Karlchen weiß, wer zu Weihnachten die Geschenke bringt, hofft sie endlich alle Geschenke zu bekommen, weil die üblichen Ausreden, dass der Weihnachtsmann den Wunschzettel zu spät bekommen hätte, in diesem Jahr nicht mehr zählen würden. Doch ausgerechnet dieses Jahr kündigt ihre Mama an, dass Weihnachten ein wenig kleiner ausfallen würde, weil der Weihnachtsmann an einem Rentier-Schlittenrennen teilnehmen will und daher wenig Zeit für Geschenke habe. Auch die traditionell gefüllten Säckchen zur Adventszeit würden dieses Jahr durch einen Adventskalender mit Bildchen ersetzt. Karlchen ahnt, dass dahinter Mamas Versuch steckt, dieses Jahr endlich einmal den Goldenen Tannenbaum für das perfekte Weihnachtsmenü zu gewinnen versucht.
Karlchen ist zutiefst enttäuscht und sieht einem Weihnachtsfest ohne Geschenke entgegen:
„Bloß weil Mama nicht verlieren konnte, versaute sie allen Weihnachten!“ (S. 23)
Karlchen beschließt die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Vertieft in ihre Rezeptauswahl antwortet ihre Mutter auf alle Vorschlägen nur mit einem beiläufigen „Hm-hm“. Aber Karlchen fühlt sich in ihrem Vorschlag bestätigt, Weihnachten selbst in die Hand zu nehmen und dieses Jahr der Weihnachtsmann zu sein.
„Weihnachten ist bei mir in den allerbesten Händen!“ (S. 27)
Doch weil auch der Weihnachtsmann seine keinen Helferlein hat, engagiert sie gleich ihren Opa, der zunächst selbst der Weihnachtsmann sein möchte, sich dann aber mit der Rolle als Weihnachtswichtel zufriedengibt. Und so nimmt mit einem übervollen Adventskalender eine außergewöhnliche Advents- und Weihnachtszeit ihren fröhlichen Anfang.
Diesmal nimmt sich die liebenswerte kleine Heldin der Weihnachtszeit an und hilft ein gefährdetes Weihnachtsfest zu retten. Dabei gerät so manches drunter und drüber bei all der Hektik und dem Versuch, alles perfekt und noch besser zu machen als in den vergangenen Jahren.
Das überaus unterhaltsame und empfehlenswerte Kinderbuch überzeugt durch seine liebenswerten Figuren und Illustrationen und seine Lust am Erzählen ebenso, wie durch seinen fröhlichen Humor. Ein Weihnachtsbuch, das ein spannendes und amüsantes gemeinsames Lesevergnügen für Jung und Alt garantiert.
Lisa-Marie Dickreiter / Andreas Götz, Karlchen hilft dem Weihnachtsmann, ob er will oder nicht. Aus d. Reihe: Karlchen Bd. 3, ill. v. Barbara Scholz, ab 5 Jahren
Würzburg: Arena Verlag 2025, 224 Seiten, 18,50 €, ISBN 978-3-401-72167-5
Weiterführende Links:
Arena Verlag: Lisa-Marie Dickreiter / Andreas Götz, Karlchen hilft dem Weihnachtsmann, ob er will oder nicht
Wikipedia: Lisa-Marie Dickreiter
Agentur Poppenhusen: Andreas Götz
Homepage: Barbara Scholz
Andreas Markt-Huter, 14-10-2025