„Barry war der berühmteste Hund der Welt. Natürlich gab es auch andere berühmte Hunde. Zum Beispiel Lassie, der Filmstar aus Amerika. Über Barrys Körbchen hing ein gerahmtes Foto von ihr mit persönlichem Pfotenabdruck. Und dann war da noch Laika, die mutige Hündin aus Russland.“ (S. 11)
Die Bernhardiner im Hospiz auf dem Grossen St. Bernhard haben eine lange Tradition und halfen den Mönchen auf die Schafe im Sommer aufzupassen. Dem ersten Barry, der zur Zeit der napoleonischen Kriege lebte, gelang es, ein kleines Mädchen aus einer Lawine retten und auf seinem Rücken ins Hospiz zu tragen. Danach rettete er noch mehr als vierzig Menschen, was seinen Ruhm vermehrte, sodass alle Reisenden unbedingt den heldenhaften Hund bewundern wollten.
Der dreiundzwanzigste Nachkomme des legendären Bernhardinerhundes Barry, also Barry XXIII., möchte auch ein Held sein. Er träumt von einem jungen Ehepaar, Giuseppe und seine schwangere Frau Anne, sich vom Aostatal auf die mühsame Wanderung über den Grossen St. Bernhard machen, in der Hoffnung dort Arbeit zu finden. Der Schneefall hat diesen Herbst schon besonders früh eingesetzt. Das Schneetreiben ist so dicht, dass sie die Zuflucht in einem nahegelegenen Hospiz nicht finden können. Bald schon wissen sie weder vor noch zurück. Ihren Hilfeschrei „Aiuto!“, scheint niemand mehr zu hören.
Niemand? Nein! im Hospiz wird Barry ganz unruhig und verzichtet sogar auf seinen Knochen, den ihm Olaf, der Hauswart des Hospizes anbieten will.
» Ich verstehe …«, seufzte Olaf. »Du hast etwas gehört« (S. 11)
Barry macht sich, wie sein berühmter Urahne, auf den Weg und rettet das italienische Paar vor dem Erfrieren. Als er aus seinem Traum erwacht, wartet bereits ein Frühstück auf ihn und eine Reisegruppe, die den berühmtesten Hund der Welt bewundern will.
Bald schon soll Barry die Gelegenheit für eine Heldentat bekommen. Als der Schneepflugfahrer Lorenzo und der Postbote Gian von einer Lawine festgehalten werden und die Weihnachtsgeschenke für die Kinder nicht mehr abliefern können, schlägt seine große Stunde.
Verpackt in eine spannende Geschichte erzählt Stephanie Lauber die Geschichte des berühmten Bernhardinerhundes Barry und seinen großen Heldentaten, die auch Jahrhunderte später den bekannten Mythos vom hilfreichen Bernhardiner hochleben lässt.
Eine ebenso unterhaltsame wie informative Geschichte mit liebevoll gestalteten Illustrationen vor dem Hintergrund winterlicher Alpenlandschaften, die ein besinnliches gemeinsames Lesevergnügen für Jung und Alt verspricht.
Stephanie Lauber, Barry rettet Weihnachten. Ill. v. Magdalena Fournillier, ab 4 Jahren
Zürich: Atlantis Verlag 2025, 32 Seiten, 20,60 €, ISBN 978-3-7152-0929-6
Weiterführender Link:
Atlantis Verlag: Stephanie Lauber, Barry rettet Weihnachten
Andreas Markt-Huter, 05-11-2025