„Piet der Dachs, kann heute das Aufstehen gar nicht erwarten. Mit einem weiten Satz springt er aus dem Bett. Er streckt sich und reckt sich und eilt zum Tisch. Dort steht eine Schüssel mit köstlichen Beeren, die er am Vorabend zubereitet hat. Denn Piet möchte gleich am frühen Morgen losmarschieren.“
Der freundliche Dachs Piet freut sich darauf, endlich seinen besten Freund Lutz den Igel wiederzusehen. Gut gelaunt und voller Schwung machte er sich auf den Weg, grüßt Theodora die Eula, die auf einem Ast den kleinen Dachs beobachtet. Doch in seiner Eile hat er keine Zeit für ein Schwätzchen mit ihr, denn der Weg zu seinem Freund ist weit. Piet ahnt nicht, dass er auf seiner Wanderung jemanden geweckt hat, der ihm nicht so wohlgesonnen ist.
Während der Dachs munter vor sich hin spaziert, weckt er den Weg, der Piets Vorhaben seinen Freund den Igel zu besuchen, mitgehört hat. Davon hält der griesgrämige Weg aber gar nichts. Piet ist ihm viel zu gut gelaunt und außerdem: wer braucht schon einen Freund.
„Beste Freunde sind reine Zeitverschwendung.“
Weil der Weg selbst keinen Freund hat, denkt er, dass auch Piet keinen Freund zu haben braucht und seinen Freund Lutz nicht zu treffen braucht. Auch die fröhlichen Lieder die Piet vor sich hin singt, stören den Weg, der sich zu krümmen beginnt und sich von flach zu steil aufsteigend ändert.
Der Weg zeigt sich zunächst zufrieden und muss aber erkennen, dass sich der Dachs unaufhaltsam den Weg nach oben arbeitet. Verärgert greift der Weg zu einer neuen List und wirft sich zur Seite in einen Fluss, um Piet endgültig am Weiterkommen zu hindern. Ratlos steht der Dachs nun vor dem Fluss und weiß nicht, wie er ihn überqueren soll. Zu seiner Freude kommt der Fluss Piet hilfreich entgegen und hält sein Wasser zurück, um dem Dachs die Überquerung zu ermöglichen.
„Freunde sind wichtig im Leben, Piet. Geh jetzt!“
Glücklich über diesen Freundschaftsdienst überquert der kleine Dachs den Fluss, während der Weg sich ärgert und nach neuen Bosheiten sinnt, um Piet von seinem Vorhaben abzuhalten.
Hannes Wirlingers wunderbare Geschichte ist ein Loblied auf die Freundschaft, was sie bedeutet und wie wichtig es ist, Freunde zu haben. Die Geschichte zeigt auch, wie der Neid auf andere Freundschaften traurig und einsam machen kann und wie das Leben neues Licht erhält, wenn eine neue Freundschaft beginnt.
Ein überaus lesens- und empfehlenswertes Bilderbuch mit farbenfrohen und ausdrucksstarken Illustrationen, das auf einfühlsame Weise die Lebens- und Erfahrungswelt von Kindern berührt. Ein schönes gemeinsames Lesevergnügen für Jung und Alt.
Hannes Wirlinger, Piet findet einen neuen Freund. Ill. v. Anna Silivonchik, ab 4 Jahren
Tulln a. d. Donau: Vermes Verlag 2025, 32 Seiten, 18,00 €, ISBN 978−3−903553-22-4
Weiterführende Links:
Vermes Verlag: Hannes Wirlinger Piet, findet einen neuen Freund
Wikipedia: Hannes Wirlinger
Homepage: Anna Silivonchik (engl.)
Andreas Markt-Huter, 04-12-2025