Josef Kleindienst, Freifahrt
Nichts macht Helden so kaputt wie der Umgang mit sich selbst in einer freien Fläche ohne Zeiteingrenzung.
Josef Kleindienst stellt in seiner Erzählung Freifahrt den arbeitslosen Erwin vor, der gerade vom Dorf in die Stadt gezogen ist, weil er dort dem Arbeitsamt näher ist.
Irgendwie ist er zwar volljährig aber noch nicht selbständig geworden, weshalb ihm der Schwager bei jeder Gelegenheit mit Brachial-Ratschlägen auflauert, die Schwester manchmal für ihn kocht und der Vater ihm eine Netzkarte der ÖBB schenkt, damit er sich in anderen Städten um Arbeit umsehen kann.
Am Rande einer Gesellschaft gibt es oft nur noch schwarz und weiß, so dass man sich in der literarischen Darstellung am besten mit klaren Formen wie dem Western oder dem Marshal-Krimi helfen kann.
Im Hotel Ibis Mariahilf in Wien schaute ich vom zwölften Stock aus dem Vorrücken des Tageslichts um Lichtmess zu, während ich mich als Rezensent in Manfred Mixners Geschichten verstricken ließ.
Unter dem Kosmos des Zauberbergs von Thomas Mann stellt man sich oft eine morbide Gesellschaft vor, die jenseits finanzieller Sorgen in einem Sanatorium samt der Epoche zu Ende siecht.
Das ist ja wie im Film, sagt man oft, wenn etwas melodramatisch dicht ist, ohne dabei daran zu denken, dass ja auch den Film einst jemand hat gestalten müssen und dazu ein Drehbuch geschrieben hat.
Wenn jemand etwas genau auf den Punkt getroffen hat, fährt oft ein bestätigender Seufzer durch die Luft: So ist das.
„Wir wollen wissen, was Touristen von heute an der Schlacht von Verdun interessiert. Wir wollen wissen, wie Geschichte entsteht.“ (15)
Haben schon ganze Sprichwörter einen unheimlichen Lebenssinn, so kippen Halbsprichwörter den Sinn oft in den Wahnsinn.
Geheimcodes haben den Nachteil, dass sie Allgemeingut werden, sobald sie einen allgemein zugängigen Namen haben.
Manchmal ist Literatur einfach ein Spiel, das nach vorgegebenen Regeln ausgeführt wird.