Norman T. Grant, Das Tödlein und das Mädchen mit den roten Haaren
In guten Mundarten laufen die Verkleinerungsformen von Tod und Todel (Trottel) fließend in einander über. Wenn also das Tödlein grinsend mit dem Mädchen mit den roten Haaren hinter einem Stück Wäsche hervor lugt, haben wir es mit einem fröhlichen Buch zu tun.
Für die existentielle Fröhlichkeit garantieren der Texter Norman T. Grant, der aus dem kleinen Nest Danville nie weggekommen ist in der Hoffnung, dass ihn der Tod in diesem Nest nicht findet, und der farbfröhliche Christian Yeti, der aus seinem Geburtskaff Oberletzen weggezogen ist, weil alles andere den Tod bedeutet hätte.
Ein Buch, das nur einen Titel hat und keine Gattungsbezeichnung aufweist, scheint auf den ersten Blick ziemlich verloren, in Wirklichkeit aber macht es uns Leser zuerst verloren, ehe wir dann bei der Lektüre wieder Fassung kriegen.
Das weite Feld der Lyrik wird oft mit einem Meer verglichen, auf dem die Wellen jeweils gleichmäßig und dennoch individuell auf und ab tanzen. Gute Seeleute erkennen einzelne Wellen oft nach Jahren wieder, weil sie ihnen einst einen persönlichen Namen gegeben haben.
Wer für seine Aufzeichnungen einen klugen Titel findet, kann damit vielleicht in einem Satz sein Leben beschreiben. Nilpferde unter dem Haus – was für bemerkenswerter Titel!
Philosophische Maßeinheiten sind bekanntlich immer von der Situation abhängig. Und schon Adalbert Stifter hat im Sanften Gesetz das sogenannte Große von hinten her, von der Stille und Überschaubarkeit her aufgezäumt.
Neben dem Tod gilt dem gelernten Österreicher der Antritt der Pension als der Höhepunkt des Lebens.
Seit selbst der Direktor des Internationalen Währungsfonds von einem Zimmermädchen durch ihr mutiges Einschreiten sozusagen im Alleingang abmontiert worden ist, fragt sich alle Welt, was Zimmermädchen eigentlich für ein toller Beruf ist.
Auf den ersten Blick ist es vielleicht verwunderlich, wenn ein Tatsachenbericht als das wahrscheinlich erschütterndste Buch empfunden wird, das in den letzten fünf Jahren in Tirol erschienen ist.
Die kompliziertesten Verhältnisse sind oft auf scheinbar handfesten Bausteinen aufgebaut. So besteht diese medizinische Unbefindlichkeit einer Herzrhythmusstörung eigentlich aus den lyrischen Grundbausteinen Herz Rhythmus Störung.
Beat-Lyrik kümmert sich nicht nur um die Geschlagenen und Verdroschenen, sie schaut auch im Schriftbild oft zerknittert, mehrphasig und unvollkommen aus.