Hans Platzgumer / Didi Neidhard, Musik ist Müll
Manches um uns herum ist so permanent unauffällig anwesend wie der Blutdruck, dass wir es erst wahrnehmen, wenn wir und bewusst daran heranmachen.
Hans Platzgumer und Didi Neidhard stellen eine verrückt klare Gleichung in den Hör-Raum: Musik ist Müll. Der Essay verwendet dabei eine einfache Szene, wie sie am Kontinent täglich millionenfach vorkommt, der Vater bereitet für den Sohn eine schnelles Frühstück und der Sohn lässt vom Smartphone „Plastik-Musik“ herunter rauschen.
Tut weniger saufen und statt dessen mein Buch subskribieren, vielleicht gibt’s doch noch einen Rausch.
„Vor die Wahl gestellt zwischen Kummer und Nichts, nehme ich den Kummer.“ (116)
„Mit fast zwei Millionen bekannten Arten und denen die darauf warten entdeckt zu werden, sind Tiere die vielfältigsten Lebewesen unseres Planeten. Seit mehr als einer Milliarde Jahren haben sie sich an sich verändernde Umweltbedingungen angepasst und so beim Kampf ums Überleben eine riesige Vielfalt an Lebensweisen entwickelt.“ (14)
Im allgemeinen Gebrauch bedeutet „mörderisch“ neben dem tödlichen Aspekt auch eine zustimmende Übertreibung eines Sachverhaltes. So kann etwa ein Menü mörderisch gut sein, ein Politiker eine mörderische Aussage hinlegen oder ein Rennläufer eine mörderische Abfahrt hinunter flitzen.
„Das Leben ist ein wilder Lauf zur Grube mit vielen selbst gebauten Hindernissen.“ (83)
Wenn sich die Gesellschaft von den Menschen abwendet, muss sich der kluge Held darin eine eigene Welt bauen.
Nichts ist wahrscheinlich so schwer zu erzählen wie eine Geschichte ohne Handlung eingebettet in einer Gegend ohne Schwerpunkt mit Helden ohne Sinn.
„Wie ist das mit Klima, Demographie, Islam und alles? - Ja.“ (55)
In der Literatur ist es durchaus üblich, ein Segment der Welt für das Ganze zu nehmen und darin den poetischen Kosmos auszuprobieren. So lässt sich etwa das Nachtleben, die Welt der Bars und intimen Beleuchtungen durchaus als Primär-Welt darstellen, der sich das Tageslicht und der Alltag unterzuordnen haben.