Jürgen-Thomas Ernst, Levada
Manchmal müssen in der Literatur die Figuren durch die Hölle und versuchen dabei den Leser in den Strudel ihres Schicksals zu ziehen.
Jürgen-Thomas Ernst lässt in seiner Erzählung „Levada“ den Überlebenden einer Höllen-Ehe darüber räsonieren, wie ein Zusammenleben zwar ständig an der Kippe steht, aber wie in einer geheimen Mission über die Bühne und durch das Leben gebracht werden muss.
In der Literatur gibt es vom Klang der Namen her gesehen Orte der Konfrontation und Orte der Versöhnung.
In der idealen Erzählung wird der Leser zu einem Kokon versponnen und somit ein Teil der Erzählung.
Vielleicht ist das Leben nur ein Auszählreim, durch den man eines Tages ohne Kommentar aus dem Leben ausgeschlossen wird.
Manchmal sind es einfache Phänomene, die einen ein ganzes Leben lang verfolgen und am Ende gar eine Psychose auslösen können. So eine Erkenntnis, die letztlich die Menschen verrückt macht, lautet, dass nichts in der Vergangenheit oder Zukunft geschehen kann.
Eine Faustregel der Literatur besagt, dass ein Roman erst dann gelungen ist und funktioniert, wenn es eine Theorie dazu gibt. Nun sind die Romane des Nobelpreisträgers Orham Pamuk längst Weltliteratur und seine Romane funktionieren auf allen Kontinenten der Erde, wenn man nur an sein grandioses Werk „Schnee“ denkt“.
Kann eine Familie virtuell repariert werden, wenn sie in der Realität zerfallen ist? - Ganze Generationen von Eltern sitzen mittlerweile vor dem Problem, dass ihre Kids im Netz abgehauen sind und im eigenen Zimmer verschollen bleiben.
Der Genre-Roman hat den Vorteil, dass er die Insider mit Anspielungen und Zitaten aus dem Häuschen bringen kann, während er Neulinge in schrägen Informationszügen durchaus in die Materie einzuführen vermag.
„Wenn das Sommerlicht einmal gebrochen war, kehrte es nie mehr zurück.“ (9) Wolfgang Hermann gilt als der Magier des Selbstverständlichen, oft sind es Lichtverhältnisse, der Wechsel einer Jahreszeit, der Verlauf eines Straßenzuges oder biographische Krümmungen zwischen Liebe und Tod, denen er mit frisch kalibrierten Sätzen zu Leibe rückt.
Ein Roman ist letztlich nichts anderes als ein Stück inszenierter Wirklichkeit, wobei ein Text im Hintergrund als Anlass für die Inszenierung mitläuft.