Gabriele Weingartner, Villa Klestiel
Ein Genre-Roman erzählt vor allem einmal sich selber, wie etwa die Fliesen ein Badezimmer erzählen. So ist im Prinzip jeder Hotel-Roman gleich gestaltet, obwohl jeder natürlich unverwechselbar originär sein mag. Und mit dem Villen-Roman verhält es sich ähnlich.
Gabriele Weingartners Roman Villa Klestiel ist auf den ersten Blick so etwas wie Vicky Baums „Menschen im Hotel“, nur dass sich die Begegnungen und Reibereien in einer Villa abspielen.
„Der Begriff der Gerechtigkeit scheint durch den inflationären Gebrauch in der politischen Alltagsrhetorik derartig abgenutzt, dass er zum beliebigen Füllhorn für alle nur denkbaren Meinungen und Ansichten wird.“ (7)
Wenn in konventionellen Situationen Geschichten auftauchen, die offensichtlich ungelegen kommen, dann werden sie meist mit den Befehlen verscheucht: „nicht hier“, „nicht jetzt!“
Besucher sind normalerweise anonyme, neutrale und friedliche Wesen, die auf der sprichwörtlichen Besuchergalerie Platz nehmen oder eine Statistik als gezählte Individuen auffetten.
Manchmal ist eine Erzählsituation so eindringlich, dass man von der ersten Zeile an im Text eingegraben nach einer Lösung sucht.
„Dieses Buch will ein Arbeitsbuch sein, es soll nicht nur die Arbeit mit, sondern auch das Verfassen von Rezensionen seinen Leserinnen und Lesern nahebringen.“ (10)
Manchmal wird ein unverwechselbares Arrangement an Orten festgemacht. Neben bekannten Speisen, die sich nach einer Stadt nennen und dadurch in aller Munde sind, gibt es auch architektonische Feinheiten wie etwa den spanischen Balkon. 
Das Paradoxe ist oft so vage in der Selbstverständlichkeit versteckt, dass man es erst beim zweiten Hinsehen bemerkt. So gilt das Tunnelende, wenn man es von innen her anfährt, üblicherweise als hell, bei Tor Ulven hingegen geht die Finsternis des Tunnels fließend in die Dunkelheit seines Endes über.
Manche Geschichten schaffen es spielend, eine Gegend oder einen gesellschaftlichen Landstrich unvergesslich zu porträtieren.