Belletristik und Sachbücher

Per Petterson, Ich verfluche den Fluss der Zeit

h.schoenauer - 03.10.2011

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Ein kluger Titel ist so logisch, dass er damit das ganze Buch erklärt, und so rätselhaft, dass er einen geradezu in die Lektüre zwingt.

Per Petterson stellt eine Zeile aus einem Mao-Gedicht über den ganzen Roman. In diesem Zeitfluss ist die Handlung einerseits klar, und dann doch wieder verworren. Zumindest für die Hauptfigur Arvid, der sich einerseits mit Literatur der Arbeit beschäftigt und andererseits handfest in diversen Berufen anpackt. ?Ich dachte, ich müsste das tun. Aber das musste ich nicht. (86)

Klaus Moegling, Politik unterrichten in der Sekundarstufe II

andreas.markt-huter - 29.09.2011

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Sind handlungsorientierter und wissenschaftsvorbereitender Politikunterricht miteinander vereinbar oder stehen diese Unterrichtsansätze einander gegensätzlich gegenüber?

Dieser spannenden Frage geht der Erziehungswissenschaftler Klaus Moegling in seinem Sachbuch "Politik unterrichten in der Sekundarstufe II. Handlungsorientierung versus Wissenschaftspropädeutik" detailliert nach.

Gerard Kanduth, Durch die Gleitsichtbrille

h.schoenauer - 29.09.2011

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Wohl die wenigsten, die sich eine Brille überstülpen, ahnen, dass es sich dabei vielleicht sogar um eine eigene Literaturgattung handeln könnte.

Gerard Kanduth versieht seine Beobachtungen mit der Optik einer Gleitsichtbrille, die Geschehnisse gehen fließend von der realen Wahrnehmung in die fiktive Gedankenverarbeitung über, der Blick ist gereift, wie bei einem Gleitsichtbrillenträger.

Peter Paul Wiplinger, Lebenswege

andreas.markt-huter - 29.09.2011

Buch-CoverEine Erinnerung lässt sich vielleicht sammeln und ordnen, sie bricht aber immer wieder aus und geht ihre eigenen Wege.

Peter Paul Wiplinger tut der Erinnerung daher keinen Zwang an, er lässt sie gewähren wie ein Stück Zeitgeschichte, pflegt sie als Archivar eines ganzen Jahrhunderts, kümmert sich um seine Familiengeschichte, um Bilder, die an der Kippe zum Verlorengehen sind. Und ab und zu widmet er sich augenzwinkernd der Dokumentation seines eigenen Lebens.

Peter Plaikner, Luis Durnwalder

h.schoenauer - 28.09.2011

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Straßen nach Lebenden zu benennen und aktive Politiker in Büchern zu besingen, das sollten Tabus in einer funktionierenden Demokratie sein.

Nun sprengt gerade der Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder alle Vorstellungen einer politischen Person, so dass man eine Ausnahme machen kann, wird sich der Herausgeber Peter Plaikner gedacht haben, und hat sich auf dieses diffuse Wagnis eingelassen. Profis hätten wahrscheinlich nein gesagt.

Siegfried Höllrigl, Was weiß der Reiter vom Gehen

h.schoenauer - 28.09.2011

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Eine Reise mit sich ist ja ohnehin schon ein literarisch anspruchsvolles Thema, eine Reise mit sich zu Fuß durch den halben Kontinent ist wahrscheinlich ein Lebensprogramm, das man nur einmal unternimmt.

Der Drucker, Graphiker und Poet Siegfried Höllrigl beschließt im März 1980, eine intensive Reise zu Fuß nach Istanbul ins Österreichische Wunder-Gymnasium "anzugehen". Es dauert aber noch knapp ein Vierteljahrhundert, ehe die Eigen-Expedition im Jahre 2004 durchgeführt werden kann.

Lothar Scholz, Spielerisch Politik lernen

h.schoenauer - 27.09.2011

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"Spiele und spielerische Lernformen erweitern das methodische Repertoire der politischen Bildung erheblich. Sie tragen zum Abbau von Defiziten der Unterrichtspraxis und zum Erwerb grundlegender Kompetenzen in der politischen Bildung bei."

Lothar Scholz weist gleich in seiner Einleitung darauf hin, dass es sich bei dieser Arbeit weder um eine empirische Untersuchung im Rahmen einer Unterrichtsforschung noch um ein ?Spielebuch für den Politikunterricht handelt. Sein Buch verfolgt vielmehr das Ziel, Antwort auf die Frage ob und in welcher Form Spiele und spielerische Lernformen im Politik- und Sozialkundeunterricht dabei helfen können, die Zielsetzungen der politischen Bildung oder kurz gesagt Politik zu lernen.

Klaus-Peter Hufer, Argumente am Stammtisch / gegen Stammtischparolen

andreas.markt-huter - 27.09.2011

Buch-Cover"Wer mit einer Stammtischparole konfrontiert wird, der gerät sofort in die Defensive. Denn die Sprüche sind plötzlich und unerwartet da, selten ist man auf sie vorbereitet." (27)

Klaus-Peter Hufer beschäftigt sich in seinem Sachbuch Argumente am Stammtisch mit einem Phänomen, mit dem wohl schon jeder einmal zu tun gehabt hat. Unerwartet werden wir im Alltag mit Stammtischsprüchen konfrontiert, in den bestimmte Personengruppen wie Ausländern, Juden, Sozialhilfeempfängern u.a. schlecht gemacht werden. Meist reagieren wir nicht spontan genug, um solche Reden in die Schranken zu weisen. Was übrig bleibt ist ein schales Gefühl, in einer wichtigen Situation versagt zu haben und mit seinem Schweigen den Stammtischparolen zugestimmt zu haben.

Susanne Gurschler, Panorama der „Schlacht am Bergisel

h.schoenauer - 27.09.2011

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Manchmal kann ein einzelnes Gebäude, ein skurriler Mythos oder ein verrücktes Kunstwerk das Wesen eines Landes mit einem einzigen Wink vollkommen darstellen. Im Panorama von der Dritten Bergisel-Schlacht ist alles davon vorhanden.

Susanne Gurschler widmet sich mit journalistischer Eleganz diesem magischen Stück Leinwand, aufgespannt zwischen Provinzposse und Weltkulturerbe. Dabei gliedert sie die Story in sauber abgegrenzte Kapitel, die oft mit augenzwinkernden Überschriften versehen sind. "Die perfekte Illusion", "die Resonanz und die Pleite" (36), "Das Land schießt scharf, klare Fronten und die Winkelzüge der Politik" (143).

Gerhard Schneider, Transfer

andreas.markt-huter - 26.09.2011

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"Transfer ist in der Geschichtsdidaktik ein noch relativ neuer, unverbrauchter Begriff. Frühere Gesellschaften  brauchten ihn [...] nicht, denn der Geschichtsunterricht musste über lange Zeit keinen Nachweis seiner Notwendigkeit und seines Nutzens erbringen." (22)

In einem theoretischen und praktischen Teil setzt sich der Geschichtsdidaktiker Gerhard Schneider mit dem Thema Transfer im Geschichtsunterricht auseinander. Damit ist gemeint, wie sich bereits erlerntes Geschichtswissen und historische Methoden in verschiedenen Bereichen des Geschichtsunterrichts, aber auch des Alltagslebens abrufen und anwenden lassen.