Peter Reutterer, Unter dem Himmel und in Berlin
Filmtitel sind oft für eine Epoche so prägend, dass ihre Schlüsselwörter sich wie ein visueller Ohrwurm in den Zeitgenossen festsetzen. „Der Himmel über Berlin“ überstrahlt seit 1987 als poetische Äußerung alles, was mit Himmel und Berlin zusammenhängen könnte.
Peter Reutterer setzt seine Gedichte mit Geschichten in zwei Kapiteln auf die Fundamente dieser Himmel-Berlin-Poesie.
„»Bitte friss mich nicht! Ich bin ein Zauberwiesel. Sag mir, was du dir wünschst. Meine Zaubersprüche halten auf immer und ewig. « »Auf immer und ewig?«, der Fuchs ist beeindruckt. Er denkt nach.“
Entlegene Inseln müssen einen besonders ausgeprägten Heimat-Magnetismus haben, sonst würden ihre wenigen Bewohner sofort ins Meer oder in die Welt hinaus gespült werden.
„Mein Leben begann mit einem Wagen und einer Reise durch ein Land voller Wasser, Westwind und Regenböen. Das Land war so flach wie ein Pfannenkuchen und unsere Kutsche, gezogen von vier Pferden, holperte und polterte über den morastigen Sandweg.“ (26)
Egal ob auf dem Notizblock als knisternder Gestus aufgekritzelt oder auf einem Display als üppiger Fingerzeig ausgewischt: wenn man einen Strich zieht, kommt darunter ein Ergebnis zu liegen, egal wie richtig oder falsch es ausgefallen ist.
„Ein mittelalterlicher König lebte nicht bequem in einer Hauptstadt. Stattdessen zog er in Friedenszeiten mit seinem „Hof“, also mit seiner Familie, anderen Edelleuten und Diener durchs Reich.“ (19)
Als das dickste Genre der Literatur gilt allenthalben die SF-Literatur. Insider führen diese gewaltigen Romane darauf zurück, dass in der SF nichts selbstverständlich oder irdisch ist und von der Schwerkraft angefangen alles neu erfunden und beschrieben werden muss.
Rechtschreibung ist in erster Linie ein unlogisches Herrschaftsprogramm, das Menschen in logischer Konsequenz in die Knie zwingt.
Wenn das historische Fundament fehlt, wird aus einer aktuellen Nachricht bald einmal eine Schlagzeile, die ins Leere führt. Über den afrikanischen Kontinent weiß unsereins oft beinahe nichts, weshalb uns die einzelnen Nachrichten nur als Ansammlung von Katastrophen und Unglücken erreichen.
„Und das war der Augenblick, in dem Hamish merkt, dass irgendetwas nicht stimmte. Denn als er schließlich aufblickte, sah Hamish, dass Mr. Longblather sich nicht rührte. Er war versteinert. Eine Statue. Rührte sich nicht.“ (14)