Cressida Cowell, Handbuch für echte Helden
„Was habe ich hier eigentlich zu suchen? Heute ist mein Geburtstag, um Thors willen. Ich sollte jetzt eigentlich froh und vergnügt zu Hause sitzen, statt hier oben an der Mauer der Bibliothek des Verderbens zu hängen und Kopf und Kragen zu riskieren.“ (25)
Ausgerechnet an seinem zwölften Geburtstag findet sich Hicks auf einem schmalem Fenstersims der öffentlichen Bücherei des Dickschädel-Stammes wieder, das sich vom Wind umtost in 300 Metern Höhe befindet. Hicks muss mit allen Mitteln die verbotene Bibliothek betreten, um eine ganz bestimmtes Buch zu finden. Leider wird die Burg der Bibliothek nicht nur von vierhundert schwerbewaffneten Kriegern bewacht, sondern auch von einem Bibliothekar und von tödlichen Drachen, die noch niemanden lebendig aus der Bibliothek entkommen haben lassen.
Ein Fernsehabend erlöst den anderen. - Wenn Sprichwort-artige klare Analysen im Spiel sind, ist Georg Paulmichl nicht weit. Er schafft es mit seinen beinahe täglichen Schreibüberlegungen, dem jeweiligen Tag und sich selbst den letzten Schliff zu geben.
„Man muss es immer wieder sagen: Der Schlüssel zur Lösung der Eurokrise liegt in der Hand Deutschlands und nicht in den Händen der kleinen Länder, die verzweifelt versuchen die Auflagen der Troika zu halten, und doch niemals erfolgreich sein können.“ (55)
Einem Kunstwerk ist es natürlich egal, ob man sich davor verneigt oder nicht, zwischendurch muss man einem Kunstwerk einfach aus emotionalen Gründen sagen, dass es gelungen ist. Und das sagt man auch der Autorin.
„Nie und nimmer würde Petronella tatenlos zusehen, wie sich Menschen in der Mühle breitmachten. Menschen wie Gisbert Mühlstein und seine Frau. Menschen, die die alten Apfelbäume roden wollten, nur um einen freien Blick ins Tal zu bekommen.“ (12)
Dem Roman „Ein guter Tag zum Fliegen“ ist ein Lesezeichen beigelegt mit der Zauberformel: „Ein guter Tag zum Lesen.“ - Die gute Witterung zum Abhauen aus der Schwerkraft lässt sich vielleicht mit Lesen bewerkstelligen.
„Ich sagte, es muss auch möglich sein, dass etwas traurig ausgeht, sonst könnte es so etwas wie glückliche Enden auch nicht geben. Ein glücklicher Ausgang ist nur deshalb glücklich, weil er auch unglücklich ausgehen könnte. Und wir beide enden vielleicht traurig.“ (204)
Die Bilder, die wir Leser uns von einem Land machen, gehen oft auf ein einziges Buch oder die Schreibweise einer einzigen Autorin zurück. Dabei entpuppt sich diese reduzierte Sichtweise als wahr und gerecht zugleich.
„»Foul fart! Hier soll es also spuken!« Der Olchi-Detektiv Mister Paddock ließ seine Glubschaugen über die Gebäude des Tower of London wandern. Normalerweise war die Festung an der Themse ein beliebtes Ausflugsziel.“ (2)
Wie sich die sogenannte Freiheit in einer straff geführten Gesellschaft anfühlt, kann am besten jemand erklären, der gerade frisch aus dem Gefängnis entlassen worden ist.