Achill Moser / Aaron Moser, Über die Alpen nach Italien
Werbung für Literatur geht oft eigenartige Wege. Da hat beispielsweise ein Verlag die Rechte eines Klassikers, was ist also naheliegender, als einen Zeitgenossen buchstäblich auf den Weg des Klassikers zu schicken.
Im Falle von Heinrich Heine wird das Gesamtwerk von jenem Verlag betreut, der auch den Abenteurer und Anthropologen Achill Moser losgeschickt hat, mit seinem an Afrika geschulten Blick die Alpen im Geiste Heines zu durchwandern. Der Abenteurer hat, um auch ein jüngeres Publikum anzusprechen, seinen zwanzigjährigen Sohn Aaron mit im Gepäck, der einen forschen Schritt hat und nach jedem Kapitel eine SMS an seine Mama schreibt.
„Neben mir steht ein Typ mit einer schwarzen Augenmaske und einem blauen Cape, das er über einem hautengen orangefarbenen Einteiler trägt. Das sieht ein bisschen komisch aus. Aber das ist nicht weiter schlimm, weil nur ich ihn sehen kann." (5f)
Seit Paracelsus wissen wir, dass alles eine Frage der Dosis ist. Hannes Köhler geht in seinem Roman „In Spuren“ der Frage nach, ab welcher Dosis eine Persönlichkeit entsteht beziehungsweise verschwindet.
Wie unterhaltsam „Lesen üben“ sein kann, zeigt das Kinderspiel „Mission im Lesedschungel“, bei dem sich diejenigen am besten zurechtfinden, die schnell und genau lesen können.
Das gibt es in der Literatur auch: Man liest und versteht nichts, weiß aber, dass es einen Sinn hat, was man liest.
Der mit Voltaire befreundete französische Philosoph Claude-Adrien Helvetius bemerkte: „Es ist das Wesen der despotischen Regierungsform, im Menschen die Regung der Leidenschaften abzuschwächen.“
Schon Leonardo da Vinci bemerkte über das Glück: „Wenn das Glück kommt, pack es mit fester Hand; von vorne aber, denn hinten ist es kahlköpfig.“
Es gibt diese Seelenlandschaften, die selbst einen Psychiater in die Knie zwingen. Meran und die sanfte Umgebung drum herum gelten als besonders feinfühlige Landschaftskissen, in denen die gequälte Psyche wie von selbst zu sprechen beginnt.
„Sie hat die Vorstellung der Menschen davon, wie Kinder sind, verändert. Dass Kinder stark und mutig sein können, frech und eigensinnig und dass das in Ordnung ist, das hat Astrid Lindgren den Menschen mit ihren Geschichten gezeigt.“ (6)
Zwischen Grönland und Patagonien, zwischen Tuwa und dem Tschad ist klar, wie ein repräsentativer Fotoband auszusehen hat. Zum Unterschied von einer Fahne oder einem Wappen, welche jeweils eine historisch-politische Minimalinformation absondern, ist ein RFB (Repräsentativer Fotoband) absolut ohne historische oder politische Information. Er hat nur eine Aufgabe: schön zu sein.