Aktuelle Buchtipps

 

Christian Mähr, Karlitos Reich

h.schoenauer - 02.11.2010

Buch-Cover

Was haben ein Welt-Kaiser und ein Provinzjournalist gemeinsam? - Sie sind meist deplatziert.

In Christian Mährs Jahrhunderte-Epos geht es um Erkenntnis der Wirklichkeit, wie sie sich jeweils in der gegenwärtigen Zeit und quer über den Zeitverlauf darstellt. Zu diesem Zweck agieren auf gleicher Ebene der glücklose Karolinger Kaiser Karl III und der Provinzjournalist Karl Wohlgemut.

Friedrich Hahn, Von allem Ende an

h.schoenauer - 28.10.2010

Buch-CoverManche Dinge haben kein Ende, weil sie in sich abgeschlossen sind. Nichts ist so dynamisch mit sich selbst beschäftigt, wie das Leben. Und die Literatur greift an manchen Tagen in dieses Leben ein, indem sie es quasi in einer Endlosschleife beschreibt.

Friedrich Hahn lässt seinen Protagonisten Engelbert Steller als Figur ohne Anfang und Ende auftreten. Er ist Buchhändler seiner selbst, das heißt, in seinem Buchladen ist er fast der einzige Kunde, nur manchmal schaut eine Lebensberaterin vorbei und verliebt sich in ihn in losen Zügen.

C. Molero, Bellas letztes Geheimnis

h.schoenauer - 28.10.2010

Buch-CoverManchmal besteht der Reiz der Literatur einfach darin, inwiefern sich der Autor oder die Autorin trauen, vorhandene Klischees bis an den Rand mit frischem Erzählwachs auszugießen.

C. Molero traut sich so ziemlich alles und legt einen Psychokrimi aus der Kitzbühler Tennisgesellschaft vor. Im Mittelpunkt steht Bella, eine Künstlerin und Beziehungs-Jongleuse in erlauchten Kreisen. In der Folge treten ehemalige Jugendfreunde, verflossene Ehemänner, aktuelle Geliebte und deren Anhang sowie der Klischee-berüchtigte Sascha auf.

Lorenz Pauli, mutig, mutig

andreas.markt-huter - 27.10.2010

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"Der wahre Mut besteht darin, gerade dann Mut zu zeigen, wenn man nicht mutig ist", schrieb einmal der französische Romancier Jules Renard und zeigte damit auf, dass Mut oft recht unterschiedlich in Erscheinung treten kann.

Auch in der Geschichte von Lorenz Pauli geht es, wie schon der Titel treffend zu Ausdruck bringt, um Mut und was Mut bedeuten kann.

Eberhard Frey, Dinosaurier

andreas.markt-huter - 27.10.2010

Buch-CoverSeit Jahren ist die Begeisterung für Dinosaurier ungebrochen und so greift auch schon mal so mancher lesefaule Bub zum Buch, wenn die Urzeitechsen auf dem Titelbild so richtig neugierig machen.

Auch wenn bereits eine große Anzahl an Büchern zum Thema Dinosaurier auf dem Buchmarkt erschienen sind, hat doch ein jedes seinen eigenen Reiz. Eberhard Frey versucht vor allem die aktuelle Forschungstätigkeit und die Forschungsergebnisse vor ein junges Publikum spannend und verständlich aufzubereiten.

Gerhard Schneider, Gelungene Einstiege

andreas.markt-huter - 27.10.2010

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Wie lassen sich gleich zu Unterrichtsbeginn Interesse und die Neugier von Schülerinnen und Schüler wecken? Mit dem Sachbuch Gelungene Einstiege liegt für den Geschichtsunterricht eine praktische und hilfreiche Auseinandersetzung mit dem Thema "Unterrichtseinstieg" vor.

Gerhard Schneiders auf die Unterrichtspraxis ausgelegtes Sachbuch Gelungene Einstiege - Voraussetzung für erfolgreiche Geschichtsstunden setzt sich in einem kurz gehaltenen theoretischen Teil zunächst mit der "Funktion der Einstiege in der geschichtsdidaktischen Diskussion" auseinander. In einem historischen Rückblick werden die Ursachen für die heute noch gängige Lehrmeinung aufgezeigt, wonach in der Einstiegsphase vor allem an das in der vorangegangenen Stunde Gelehrte angeschlossen werden soll.

Vera Vieider, Am Hafen

h.schoenauer - 27.10.2010

Buch-CoverAls die schönen Tage gelten oft die unauffälligen, als die schönen Wanderungen die gemäßigten, als die schönen Gedichte vielleicht die unspektakulären.

Vera Vieider stellt in ihren gut achtzig Gedichten eine Welt vor, die an und fürs sich recht gewöhnlich aber zwischendurch mit lyrischen Spitzen besetzt ist. Wenn man die Gedichte in einem langen Atemzug liest, verwandelt sich das Unauffällige in eine satte Erinnerungslandschaft, aus der dann seltene Begriffe aufschimmern.

Selma Mahlknecht, Helena

h.schoenauer - 26.10.2010

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Sagen sind zeitlos und ein deppensicherer Stoff. Wenn jemand Sagen oder Mythen neu erzählt, geht es immer darum, welche rigide Gesellschaft dadurch erzählerisch unterwandert werden soll.

So hat Grillparzer tapfer mit Sagenstoff gegen Metternich gekämpft, DDR-Autorinnen legten dem Honecker manch mythologisches Ei und Selma Mahlknecht meldet sich mit dem Roman Helena aus dem mythologisch abgekämpften Bauch der Südtiroler "Durnikratie".

Kirsten Boie, Der durch den Spiegel kommt

andreas.markt-huter - 21.10.2010

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"Nicht jeder ist ein Held, der seinen Bogen spannt. Am Tag erst der Gefahr wird Heldenmut erkannt", bemerkte vor knapp 1000 Jahre der jüdische Philosoph Avicebron.

Kirsten Boies Kinderroman Der durch den Spiegel kommt handelt von einem Helden, der gar kein Held sein will. Genauer gesagt, ist der Held kein Held sondern eine Heldin. Es die Geschichte der 10-jährigen Anna, die sich alles vieles sieht, nur nicht als tapfere Heldin.

Otto Licha, Salzkruste

h.schoenauer - 20.10.2010

Buch-CoverDer Sinn des Lebens besteht in einem Garvorgang unter einer Salzkruste. Nach dieser mediterranen Methode des Fisch-Garens bereiten die wahren Helden ihr Leben zu.

Otto Licha führt in seinem Roman ein kleines Personen-Set vor, das behutsam und mit sich selbst beschäftigt durch die Siebziger, Achtziger, Neuziger und Nuller surft. Genau so prägnant, wie das Lebensgefühl eines Dezenniums für die Zeitgeschichte zusammengefasst werden kann, lassen sich auch Biographien zusammen fassen.