Martha Brooks, Mistik Lake

Der Jugendroman Mistik Lake erzählt von der siebzehnjährigen Odella, die sich auf die Suche nach Wahrheiten aus dem Leben ihrer Mutter begibt. Die berührende Geschichte dieser Jugendlichen, die durch das Verstehen und Begreifen der Vergangenheit ihrer Vorfahren heranreift zu einer erwachsenen Frau, ist eingebettet in die gefühlvolle Beschreibung der Menschen, für die der See und der gleichnamige Ort Mistik Lake von Bedeutung sind.
Das Buch beginnt mit einer von zahlreichen Rückblenden, nämlich in den Winter 1981, in dem ein Unfall auf dem zugefrorenen Mistik Lake passierte. Die damals 16-Jährige Sally überlebte als Einzige und hat seit diesem Schicksalsschlag mit Selbstvorwürfen und Depression zu kämpfen.
"Beginnen wir mit der Hauptsache: Was ist der tiefe Sinn der griechischen Mythen und warum sollte man sich noch heute, heute vielleicht sogar mehr denn je, für sie interessieren?" (7)
Ein Sprichwort, so hat es den Anschein, soll eine innere Wahrheit ausdrücken und immer richtig sein. Das ist genau der Punkt, wo Alois Hotschnig mit seinen Texten einsetzt. 

Wer im Sumpf sitzt, kriegt nicht viel mit und hält das Quaken der Frösche für Ansprachen. Österreicher sind begnadete Sumpf-Sitzer, weshalb es gut tut, wenn ab und zu eine Korrespondentin von außen den Saftladen begutachtet, den viele für den Mittelpunkt der Welt halten.
Es gibt diese aufregende Erlebnisschleuse, wo die Gegenwart sich verabschiedet und in Geschichte übergeht. Plötzlich ist etwas nicht nur ein Stück gewöhnliche Gegenwart, sondern das Ereignis sammelt den Staub der Unverwechselbarkeit um sich und wird zu einer historischen Einmaligkeit.
Was ist schon die Zeit? Was ist schon ein Punkt in der Erinnerung? Georg Bydlinski surft gegen den Ablauf des Lebens mit einem Lyrik-Bord an, sechzig Gedichte aus dreißig Jahren.