Martin Kolozs, Harte Zeiten
Diese knallharten Geschichten amerikanischer Bauart kennen wir vom schnellen Durchblättern von Magazinen, vom Literaturunterricht, wo jeweils eine Geschichte genau in einer Stunde Platz hat, oder aus Anthologien, worin die Dichter eines ganzen Landstrichs jeweils zu einem vorgegebenen Thema ihre entmachtete Erzählwut herauslassen dürfen.
Martin Kolozs gilt mit seinen Kurz-Krimis bereits als Meister jenes knallharten Genres, indem nicht lange erzählt, aber mit knappen, ruckartigen Sätzen alles hingebogen wird.
Über die Logik von Krimis gehen die Meinungen auseinander. Eine Sorte von Fans bevorzugt das streng Logische in der Aufklärung des Falles, die andere Gruppierung freut sich auf jeder Seite, wenn ein anarchistisches Pixel an das andere gefügt ist.
Passend zum Andreas-Hofer-Jahr tritt mit diesem Roman nun auch seine Frau in das historische Blickfeld und bestätigt: hinter jedem Helden steht eine starke und leidende Frau.
An der Germanistik läuft seit Jahrzehnten jener Fach-Witz, wonach ein Professor seltsame Fügungen zur Prüfung gibt und der einzige, der die Klausur positiv abschließt, ist ein Ausländer, der soeben mühselig die deutsche Sprache gelernt hat.
Wer dem Fluch der Karibik verfallen ist und sich auch noch für Mäuse begeistern kann, wird bestimmt Gefallen an diesem Buch finden. Und für alle, die noch mehr davon wollen, gibt es zwei Fortsetzungsbände.
Revolutionen sind vor allem für eines gut: Sie erwecken eigenbrötlerische Rituale von Melancholie und verdampfen dann als Klischee in den eigenen Sprüchen.
Wahrscheinlich die eleganteste Verhöhnungsformel im Literaturbetrieb nennt sich "Für reife Leser". Darin wird unterschwellig suggeriert, dass ein bestimmtes Buch eigentlich nur von Lesevolltrotteln oder Lesekomikern rezipiert werden kann.
Börsenkrach, Wirtschaftskrise, Spannungen in einem Vielvölkerstaat, Spannungen zwischen Gesellschaft und Kirche, das Postulieren von Sündenböcken: Vieles scheint sich im Laufe der Geschichte zu wiederholen. 
An den Inuit bewundern wir vor allem ihre Sprachgewalt, dass sie für das eine Ding, das wir mehr oder weniger von der Zivilisation eingekokst Schnee nennen, einige Dutzend Begriffe haben. Ähnlich ergeht es vielleicht einem Autor.